Verstärkung fürs Team finden – Gruppenleiter Ralph Lerch berichtet, wie es gelingt

Ralph Lerch, Leiter Exportfinanzierung

Neue Mitarbeiter zu finden, stellt die Fachbereiche vor immer größere Herausforderungen. Denn gut ausgebildete Fachkräfte sind rar – und sie sind auf dem Arbeitsmarkt heiß umkämpft. Das weiß auch Ralph Lerch. Der Leiter der Exportfinanzierung (SFTE) hat, seit er 2018 zur DZ BANK kam, schon so einige Stellen neu besetzt. Zunächst, um diejenigen Kollegen zu ersetzen, die in den Ruhestand gegangen sind oder sich beruflich neuorientiert haben. Bis zum Sommer 2022 sind allein auf diese Weise 7 neue Kollegen zu SFTE gekommen. Seit dem Sommer wird die Gruppe sogar sukzessive ausgebaut. Eine neue Kollegin ist bereits da, vier weitere Stellen sind noch ausgeschrieben. 

Lerchs Gruppe ist auf die personelle Verstärkung dringend angewiesen – denn das Geschäft in der Exportfinanzierung ist in den vergangenen drei Jahren massiv gewachsen. „Bei uns nehmen die Kundenanfragen vor allem dann zu, wenn die Konjunktur volatil ist – so wie jetzt“, berichtet Lerch. Bei den Unternehmen steige dann der Bedarf, ihre Exporte gegenüber Zahlungsausfällen oder Lieferschwierigkeiten bei ihren Handelspartnern abzusichern. „Gleichzeitig sind unsere Finanzierungen sehr risikoarm, denn sie sind oft bis zu 95 Prozent staatlich abgesichert.“ Im vergangenen Jahr hat die Exportfinanzierung der Bank ihre Erträge verdoppelt und das Geschäftsvolumen verdreifacht – verglichen mit den Wettbewerbern ist das mehr als ordentlich. 

Doch es sind nicht nur die zunehmenden Kundenanfragen, die die Gruppe beschäftigt halten. Auch neue Märkte kommen hinzu. „Der afrikanische Kontinent wird zunehmend wichtiger für die deutsche Industrie“, weiß Lerch. In den beiden vergangenen Jahren hat das Team bereits rund 500 Millionen Euro Neugeschäft in Afrika gemacht, mit wachsender Tendenz. „Das ist einer der größten Treiber“, so der Gruppenleiter.

Um das zunehmende Arbeitspensum bewältigen und damit den Geschäftserfolg sichern zu können, braucht Lerch natürlich vor allem ein gut funktionierendes Team. Offene Stellen muss er dazu gut und schnell besetzen. Bisher klappt das gut. Das Erfolgsrezept: systematisches Recruiting als Teamarbeit. „Zunächst haben wir uns einen Kandidaten-Pool aufgebaut mit Talenten und erfahrenen Experten, die wir uns grundsätzlich in der Bank und bei uns im Team vorstellen können“, erklärt Lerch. Dieses Netzwerk wird kontinuierlich von allen Kolleginnen und Kollegen gepflegt, unabhängig davon, ob es gerade eine konkrete Stelle zu besetzen gibt. „Dann haben wir analysiert: Bei welchen Arbeitgebern heuern diese Leute an? Was zieht sie dorthin, und wie sind sie dort sichtbar?“

„Was es braucht, ist eine Vision, warum das Arbeiten bei uns spannender ist als bei anderen Banken.“

Ralph Lerch, Leiter Exportfinanzierung

Exportfinanzierer ticken ein wenig anders, schmunzelt Lerch. Der Gruppenleiter weiß, dass man sie im Zweifel nicht bloß mit einer Gehaltssteigerung locken kann oder mit Prestige. Viele von ihnen arbeiten ohnehin bereits bei anderen namhaften Banken. „Was es da braucht, ist eine Vision, warum das Arbeiten bei uns spannender ist als bei anderen Banken.“ Um die Kandidaten von der DZ BANK zu überzeugen, haben wir sogar unsere Arbeitsweise verändert. Beispielsweise übernehmen neue oder junge Kollegen jetzt schneller Verantwortung und bekommen mehr eigenen Gestaltungsspielraum. „Sie gehen direkt mit zum Kunden oder vertreten die Bank auf Konferenzen“, so Lerch. So könne man den Kollegen zeigen, dass man an sie und ihr Können glaube. Zusätzlich wurden Kompetenz-Schwerpunkte gebildet, damit die Teammitglieder verstärkt an den Themen arbeiten können, die ihnen besonders liegen. „Manch einer hat seine Stärken im Strukturieren von Deals, andere im Transaction Management.“ Das erhöht die Zufriedenheit und zudem die Effizienz. Mit diesem arbeitsteiligen Modell könne die Gruppe auch mehr Geschäft abwickeln, als wenn jedes Teammitglied ständig alles mache, zeigt die Erfahrung.

Klingt aufwendig und ist es auch, gibt Lerch zu, vor allem in einem durchgetakteten Arbeitsalltag. Doch es lohne sich. Das Team sei hochmotiviert, dynamisch, begeisterungsfähig – das spüren auch die Kunden. „Wir sind dort gewissenmaßen die new kids on the block“, lacht er. Der Gruppenleiter ist stolz auf sein Team und darauf, wie sich jeder einzelne einbringe. Und ihm ist es wichtig, dass das auch so bleibt. Denn ebenso wichtig wie ein erfolgreiches Recruiting sei es, die Kollegen auch langfristig im Team zu halten. Da es nur bedingt Führungskräftepositionen gibt, in die sie sich entwickeln könnten, bildet Lerch seine Teammitglieder vor allem zu Experten weiter. „Einige Kollegen haben beispielsweise Spezialisierungskurse im Bereich Nachhaltigkeit an der Frankfurt School of Finance gemacht“, berichtet er. Das gilt im Übrigen nicht nur für die Neuankömmlinge. Auch Kollegen, die schon länger in der Bank sind, sollen sich entlang ihrer Interessen und Fähigkeiten weiterentwickeln dürfen. Dies trage nicht nur zur Motivation des einzelnen bei, sondern fördere letztendlich ja auch Knowhow in der Bank.

Als Führungskraft dafür zu sorgen, dass die Kollegen – neue wie etablierte – gerne und langfristig in der Bank arbeiten, ist machbar, aber es erfordert ein hohes Commitment, sagt Lerch. Werte spielen dabei eine große Rolle. „Die Kollegen müssen sich wohlfühlen.“ Deshalb werden für ihn persönliche Faktoren zunehmend wichtiger bei der Suche. Menschlich müsse es passen, unterschiedliche Erfahrungsschätze seien wichtig sowie Diversität – in der Gruppe arbeiten mittlerweile mehr Frauen als Männer, viele haben Auslandserfahrung. „Jeder neue Kollege bringt eine neue Perspektive ein. Das prägt in hohem Maße unser Team und unser Geschäft.“