10.08.2026

10 Jahre vereinte Zentralbank: „Best of Both Worlds“

Die Fusion der DZ BANK und der WGZ BANK im Jahr 2016 brachte die beiden Zentralinstitute der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zusammen und schuf eine leistungs- und ertragsstärkere Gesamtorganisation. Heute, im Jahr 2026, blicken wir auf ein Jahrzehnt zurück, in dem die vereinte Zentralbank nicht nur operativ und kulturell zusammengewachsen ist, sondern auch neue Geschäftsfelder erschlossen und viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen hat. „Rund 200 Kolleginnen und Kollegen arbeiteten damals in den Arbeitsmodulen des Fusionsprojektes. Auch wenn wir zunächst mit getrennten Teams unterwegs waren, sind wir – angefangen bei Christof Klein auf WGZ-Seite und mir für die DZ BANK – schon von Tag eins an zu einem Team zusammengewachsen“, erzählt Johannes Koch, der damals in der Projektleitung war und heute als Vorstand für die Verbund- und Geschäftsbank tätig ist.

Das Bild zeigt mehrere moderne Bürogebäude, darunter Hochhäuser mit den Logos von Volksbanken Raiffeisenbanken. Im Hintergrund ist eine orangefarbene, nach oben zeigende Wachstumskurve zu sehen. Darüber stehen groß die Worte „10 Jahre“, was auf ein Jubiläum oder eine 10-jährige Erfolgsgeschichte hindeutet.

Die jeweiligen Stärken beider Institute bildeten das Fundament für den heutigen Erfolg: die ausgeprägte dezentrale regionale Kundennähe der WGZ auf der einen und die Großkunden- und Strukturierungsexpertise der DZ BANK auf der anderen Seite. Mit der Strategie „Verbund First 4.0“ hat die fusionierte Bank ihre Rolle als Zentralinstitut ausgebaut und die Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken weiter intensiviert. Sei es bei der gemeinsamen Betreuung von Firmenkunden oder durch die Weiterentwicklung von VR Circle und des MetaMarktplatzes zur Risikoteilung im Kreditgeschäft. Als zentraler Produktlieferant und Verbundpartner stellt die DZ BANK Gruppe den Primärinstituten zudem ein breites Spektrum an Finanzprodukten zur Verfügung und trägt damit zur Leistungsfähigkeit der Genossenschaftsbanken vor Ort bei.

Das Bild zeigt einen großen Containerhafen. Dort sind zahlreiche Container zu sehen, sowie Kräne, die für das Be- und Entladen von Containerschiffen verwendet werden. Ein großes Containerschiff liegt am Kai und wird vermutlich gerade be- oder entladen. Im Hintergrund sind weitere Hafenanlagen und zahlreiche Container zu erkennen.
Hoher Absicherungsbedarf: Die Exportfinanzierung der DZ BANK hat in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum verzeichnet.

Wachstum in den Geschäftsfeldern

Gleichzeitig hat sich die DZ BANK in ihrer Rolle als Geschäftsbank in den vergangenen Jahren als einer der führenden Partner des deutschen Mittelstands etabliert und Marktanteile hinzugewonnen. Das hat nicht nur das Kreditgeschäft, die Investitionsförderung und die strukturierte Finanzierung hierzulande verändert, auch das Geschäft über Ländergrenzen hinweg hat seit der Fusion weiter an Bedeutung gewonnen. Dies prägte viele Geschäftsfelder – einige wuchsen nicht nur ertragsseitig rasant, sondern auch strukturell und personell. Unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Exportfinanzierung etwa sind darauf spezialisiert, Exporte von deutschen Herstellern zu deren im Ausland sitzenden Kunden bis in die entlegensten Winkel der Welt zu finanzieren. Volatile Märkte infolge von Corona, dem Ukraine- sowie dem Nahostkrieg und ein damit einhergehender erhöhter Absicherungsbedarf bei den Unternehmen haben dazu beigetragen, dass das finanzierte Kreditvolumen in der Exportfinanzierung seit der Fusion um fast das Dreifache auf rund sieben Milliarden Euro gestiegen ist. Zudem ist das Geschäft viel internationaler geworden, mit mehr Zielländern und Export Credit Agencies (ECAs). Auch das Team ist mitgewachsen und besteht heute aus einer eigenen Abteilung mit 26 Mitarbeitenden. 

Ebenso dynamisch entwickelte sich das Kapitalmarktgeschäft. Dank der engeren Verzahnung mit dem Firmenkundenbereich konnten wir in den vergangenen Jahren das Cross-Selling kontinuierlich steigern und so ein nachhaltiges, gemeinsames Ertragswachstum sichern. Aufgrund unserer Expertise und Stellung im Verbund gehört die DZ BANK heute insbesondere auch bei institutionellen Kunden sowie staatlichen Akteuren zu gefragten Partnern. So durfte die DZ BANK in den vergangenen Jahren wichtige Platzierungen am Kapitalmarkt begleiten, darunter das Corona-Wiederaufbauinstrument „Next Generation EU“ der EU-Kommission. 

Große Infrastrukturprojekte gemeistert

Im Zahlungsverkehr – der Lebensader des Verbunds – stellte der Abschluss des Großprojekts ZV ON€ einen historischen Meilenstein im vergangenen Jahr dar. Die ehemals getrennten Produktionsstrecken von WGZ BANK und DZ BANK wurden auf einer modernen Plattform zusammengeführt. Damit ist das gesamte technische und fachliche Know-how vollumfänglich in der DZ BANK konzentriert. Mit rund zehn Milliarden Transaktionen pro Jahr gehört die Bank zu den drei größten SEPA-Clearern in Europa und realisiert durch schlankere Prozesse jährliche Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich.

Auch unser Verwahrstellengeschäft hat eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Seit der Fusion konnten wir die verwahrten Vermögenswerte von 183 Milliarden Euro auf nahezu 400 Milliarden Euro mehr als verdoppeln – auch dank zahlreicher neuer Partnerschaften mit verbundfremden Kapitalverwaltungsgesellschaften. In der BVI-Statistik belegen wir damit einen Platz unter den Top 3 in Deutschland und bieten eine starke nationale Alternative zu den globalen Playern.

Das Bild zeigt eine Kombination aus Solarpanelen und Windkraftanlagen an einem sonnigen Tag in einer grünen Landschaft. Es symbolisiert die Nutzung erneuerbarer Energien durch Solar- und Windkraft.
Das Thema Nachhaltigkeit hat regulatorisch, aber auch in unserem Geschäft an Bedeutung gewonnen.

Wandel gestalten: Regulatorik, Nachhaltigkeit und neue Teamstrukturen

Die Bank musste sich dabei stets agil auf neue Marktbedingungen einstellen. Dies galt für die langjährige Niedrigzinsphase nach der Finanzkrise ebenso wie für die rasante Zinswende nach der Corona-Pandemie. Seit 2016 sind zudem die regulatorischen Anforderungen für das Risikomanagement, die Finanzfunktionen und Compliance bis hin zur IT exponentiell gestiegen. Das zeigt sich besonders beim Thema Nachhaltigkeit, dass sich vom Kommunikationsthema zu einem integralen Bestandteil der Gesamtbankstrategie gewandelt hat. Unser Geschäft hat auch davon profitiert: Das Kreditportfolio bei Erneuerbaren Energien etwa, das 2016 noch in den Kinderschuhen steckte, hat sich inzwischen auf knapp elf Milliarden Euro verdreifacht. Auch im Bereich Sustainable Finance zählen wir heute zu den wichtigsten Adressen. Die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit für die Bank lässt sich auch an einer anderen Zahl gut ablesen: Während das Thema erst ab 2020 zunächst in einer Gruppe von fünf Mitarbeitenden im Bereich Strategie- und Konzernentwicklung verortet wurde, beschäftigen sich heute weit über 200 Mitarbeitende aus allen Bereichen damit.

Auch an anderen Stellen im Haus haben sich die Rollenprofile und Teamzusammensetzungen verändert. Insgesamt zählt die DZ BANK heute rund 6.400 Kolleginnen und Kollegen – mehr als 2.600 von ihnen sind dabei erst nach der Fusion dazu gekommen. Um der stetig wachsenden Bedeutung von Geldwäscheprävention und Compliance Rechnung zu tragen, haben wir zuletzt etwa den Bereich Client-Lifecycle-Management (CLM) geschaffen. Gleichzeitig hat sich die IT mehr und mehr als zentraler Enabler von Produkten und Lösungen etabliert und ist heute der personell größte Bereich der Bank. Um Innovationen noch schneller auf den Weg zu bringen, arbeiten IT- und Digitalisierungsexperten heute direkt in den Fachbereichen integriert. So konnten in den vergangenen Jahren nach und nach Kunden- und bankinterne Prozesse digitalisiert werden. Ein wichtiges Großprojekt war beispielsweise DZdigital360, die Anwendung überführte 2020 den Kreditantragsprozess komplett ins Digitale. Auch die Cloud, ein eigener „Data Lake“ und nicht zuletzt der Einzug generativer KünstIicher Intelligenz haben den Arbeitsalltag in der Bank in den vergangenen Jahren von Grund auf verändert – und tun es noch.

„Wir sind gemeinsam agiler, schlagkräftiger und resilienter geworden”, resümiert Johannes Koch. „Insbesondere die Coronazeit war ein Katalysator für einen neuen gemeinsamen Spirit. Und wenn wir uns die Ergebnisentwicklung der vergangenen Jahre ansehen, hätten wir uns dieses Niveau zum Zeitpunkt der Fusion vermutlich nie erträumt.“ Zehn Jahre nach dem Zusammenschluss zeigt sich deutlicher denn je: Die Fusion der DZ BANK und der WGZ BANK war ein echter Erfolg.

Wir sind gemeinsam agiler, schlagkräftiger und resilienter geworden.

Johannes Koch, Vorstand für die Verbund- und Geschäftsbank sowie Arbeitsdirektor

Auch für die Zukunft gehen uns die Themen nicht aus: Sie reichen vom Ausbau des Auslandsgeschäfts und des Geschäfts mit digitalen Assets über die Gestaltung der europäischen Souveränität im Zahlungsverkehr bis hin zur Gewinnung junger sowie digital-affiner Kundengruppen für die genossenschaftliche Finanzgruppe und der großen Aufgabe, generative KI effizient und produktiv in der gesamten Organisation zu verankern. Spannende Projekte und Chancen für die DZ BANK sind somit auch in den nächsten zehn Jahren garantiert!