KI im KYC-Prozess: Wie der DZ BANK Agenten an der Kundenschnittstelle helfen
Die DZ BANK setzt Künstliche Intelligenz ein, um Routinearbeit zu verringern. So gewinnen die Beschäftigten Zeit für anspruchsvollere Aufgaben. Den größten Nutzen sieht das Institut dabei, die Technologie in wichtige zentrale Abläufe einzubinden. Ein Beispiel ist der KYC-Prozess („Know Your Customer"), in dem Banken prüfen, wer ihre Kunden sind und wer wirtschaftlich dahintersteht. Dafür erprobt die DZ BANK derzeit einen KI-Agenten, der die Vorarbeit übernehmen und in den kommenden Monaten live gehen soll. Florian Mielke, Head of AI Office, erklärt, wie das funktioniert und warum trotzdem am Ende ein Mensch entscheidet.
Herr Mielke, warum setzt die DZ BANK KI im KYC-Prozess ein?
Der Prozess eignet sich gut, weil er dokumentenintensiv, wiederkehrend und datengetrieben ist. Gleichzeitig ist er fachlich und regulatorisch anspruchsvoll. Die nötigen Informationen liegen verstreut in Registerauszügen, Gesellschafterlisten und Organigrammen. Bei mehrstufigen Beteiligungen oder ausländischen Gesellschaften kostet es besonders viel Zeit, sie zusammenzuführen. Außerdem hat dieser Schritt einen klaren Anfang und ein klares Ende: Dokumente gehen hinein, eine Beteiligungsstruktur kommt heraus. Dadurch lässt sich gut messen, wie zuverlässig der Agent arbeitet.
Wie funktioniert der KI-Agent, und entscheidet am Ende die Technologie?
Nein, die Entscheidung bleibt beim Menschen. Der Agent liest die Dokumente, ordnet die Informationen und prüft sie auf Plausibilität. Daraus entsteht eine Übersicht, wer an wem beteiligt ist, und jede Aussage darin verweist auf ihre Quelle. Fachexperten bewerten das Ergebnis, ergänzen fehlende Informationen und treffen die Entscheidung. Je komplexer ein Fall ist, desto stärker bleibt der Mensch gefordert.
Was lernt die DZ BANK aus dem Projekt?
Um KI zu skalieren, reichen Demos nicht aus. Einen ersten Agenten baut man schnell, die eigentliche Arbeit beginnt danach: Die Genauigkeit muss auf ein verlässliches Niveau steigen und dortbleiben. Das ist eine fortlaufende Aufgabe. Außerdem reicht es nicht, bestehende Abläufe einfach mit Agenten zu versehen, denn dann automatisiert man im Zweifel deren Schwächen. Es braucht klare Prozesse, Kontrollpunkte und Rollen, damit aus der Technologie ein belastbarer Nutzen wird.
Einen ausführlichen Gastbeitrag von Florian Mielke zu dem Thema gibt es hier.
Autor: Robert Leonhardt, Pressesprecher bei der DZ BANK