LIABILITY DRIVEN INVESTMENT

Ziel des Liability Driven Investment Modells (LDI) für Lebensversicherer, Pensionskassen und Versorgungswerke ist, die Steuerung der Kapitalanlage im Einklang mit den spezifischen Geschäftsbesonderheiten sowie den bilanziellen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu optimieren

Liability Driven Investment Modells (LDI) für Lebensversicherer

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium der Lebensversicherung zu den anderen Altersvorsorgearten ist die Mindestrendite, zu der die Beiträge der Versicherungsnehmer mindestens mit dem Sicherungsvermögen in einem Kollektivansatz verzinst werden müssen. In der Lebensversicherung handelt es sich bei der Mindestrendite um eine harte Garantie, die nur mit Genehmigung der BaFin vorübergehend ausgesetzt werden kann.

Im Falle von lang anhaltenden Niedrigzinsen müssen die Verbindlichkeiten mit einer sogenannten Zinszusatzreserve nachreserviert werden. Die Aufwendungen der ZZR-Nachreservierung werden durch die Lebensversicherer in der Regel mit der Realisierung von stillen Reserven auf festverzinsliche Papiere finanziert. Bei rasch steigenden Zinsen fehlt diese Finanzierungsquelle jedoch, obwohl die ZZR aufgrund einer zehnjährigen gleitenden Durchschnittsmethode weiter reserviert werden muss.

Die Mindestzuführungsverordnung regelt die aufsichtsrechtlich zu erfolgende Verteilung der Überschüsse zwischen Aktionär und Versicherungsnehmer.

Die Bilanz einer Lebensversicherung gliedert sich allgemein in folgende über einen längeren Zeitraum zu modellierende Teile auf:

  • Verbindlichkeiten (Deckungsrückstellung etc.)
  • Kapitalanlagen (Bonds, SSD, NSV, Aktien, Beteiligungen, Immobilien etc.)
  • Sonstige Bilanzposten (Eigenkapital, Rückstellung für Beitragsrückerstattung etc.)
    Einige große deutsche Versicherungskonzerne bilanzieren zusätzlich zu den HGB-Einzelabschlüssen nach den Regeln des IFRS.

Neben den Bilanzposten ist außerdem auch die GuV zu modellieren. Die Bilanzierungsregeln für die verschiedenen Anlagearten (strenges Niederstwertprinzip, Nennwertbilanzierung etc.) werden berücksichtigt.

Die Kapitalanlage und die Verbindlichkeiten/Tarife werden in einem ALM-Modell hinreichend stark durch sogenannte Modellpunkte aggregiert.

Aufsichtsrechtliche bzw. in internen Richtlinien festgelegte Höchstquoten in bestimmten Assetklassen und Ratings sind als Nebenbedingungen der Optimierung einzuhalten.

Die Risikotreiber des LDI sind:

  • Niedrigzinsrisiko:
    Die Wiederanlage in niedrig verzinsliche Anlagen über einen längeren Zeitraum erhöht das Risiko, dass der Garantie- bzw. Rechnungszins nicht verdient werden kann. Zusätzlich steigt das Risiko einer Nachreservierung der Verbindlichkeiten.
  • Risiko rasch steigender Zinsen:
    Wenn die Zinsen rasch steigen, dann können sich die stillen Reserven zu stillen Lasten entwickeln. In dem Fall fehlt der Lebensversicherung ein wichtiger potentieller Ertragspuffer in adversen Szenarien.
  • Kreditrisiken:
    Zu hohe Kreditausfälle haben Abschreibungen zur Folge, die durch andere Ertragsquellen nicht mehr kompensiert werden können.
  • Aktienrisiken:
    Temporäre Verluste in Aktieninvestments können zu Abschreibungen führen, die durch andere Ertragsquellen nicht mehr kompensiert werden können.
  • Immobilienrisiken:
    Zu hohe Wertverfälle oder Mietausfälle in Immobilienengagements können zu Abschreibungen führen.

Die LDI-Optimierung verfolgt im Wesentlichen zwei HGB-Ziele:
1. die Vermeidung eines Verlustes und damit eines Nachschusses des Sponsors oder Trägers bzw. der Aktionäre
2. die Erzielung einer bestimmten Ziel-Überschussbeteiligung.

Die LDI-Analysen können entweder deterministisch in bestimmten Kapitalmarktszenarien oder mithilfe von stochastischen Analysen erfolgen.

Liability Driven Investment Modells (LDI) für Pensionskassen und Versorgungswerke

Ein wichtiges Unterscheidungskriterium der Lebensversicherung zu den anderen Altersvorsorgearten ist die Mindestrendite, zu der die Beiträge der Versicherungsnehmer mindestens mit dem Sicherungsvermögen in einem Kollektivansatz verzinst werden müssen.

Im Falle von lang anhaltenden Niedrigzinsen muss der Rechnungszins gesenkt und die Verbindlichkeiten nachreserviert werden.  

Die Bilanz gliedert sich allgemein in folgende über einen längeren Zeitraum zu modellierende Teile auf:

  • Verbindlichkeiten (Deckungsrückstellung bzw. Pensionsrückstellungen)
  • Kapitalanlagen (Bonds, SSD, NSV, Aktien, Beteiligungen, Immobilien etc.)
  • Sonstige Bilanzposten (Eigenkapital, Rückstellung für Beitragsrückerstattung etc.)

Neben den Bilanzposten ist außerdem auch die GuV zu modellieren. Die Bilanzierungsregeln für die verschiedenen Anlagearten (strenges Niederstwertprinzip, Nennwertbilanzierung etc.) werden berücksichtigt.

Die Kapitalanlage und die Verbindlichkeiten/Tarife werden in einem ALM-Modell hinreichend stark durch sogenannte Modellpunkte aggregiert.

Aufsichtsrechtliche bzw. in internen Richtlinien festgelegte Höchstquoten in bestimmten Assetklassen und Ratings sind als Nebenbedingungen der Optimierung einzuhalten.

Die Risikotreiber des LDI sind:

  • Niedrigzinsrisiko:
    Die Wiederanlage in niedrig verzinsliche Anlagen über einen längeren Zeitraum erhöht das Risiko, dass der Rechnungszins nicht verdient werden kann. Zusätzlich steigt das Risiko einer Nachreservierung der Verbindlichkeiten.
  • Risiko rasch steigender Zinsen:
    Wenn die Zinsen rasch steigen, dann können sich die stillen Reserven zu stillen Lasten entwickeln. In dem Fall fehlt ein wichtiger potentieller Ertragspuffer in adversen Szenarien.
  • Kreditrisiken:
    Zu hohe Kreditausfälle haben Abschreibungen zur Folge, die durch andere Ertragsquellen nicht mehr kompensiert werden können.
  • Aktienrisiken:
    Temporäre Verluste in Aktieninvestments können zu Abschreibungen führen, die durch andere Ertragsquellen nicht mehr kompensiert werden können.
  • Immobilienrisiken:
    Zu hohe Wertverfälle oder Mietausfälle in Immobilienengagements können zu Abschreibungen führen.

Im Gegensatz zur Lebensversicherung handelt es sich bei der Mindestrendite von Versorgungswerken und manchen Pensionskassen nicht um eine harte Garantie, sondern nur um einen Rechnungszins.

Im Falle von lang anhaltenden Niedrigzinsen kann der Rechnungszins für den ganzen Bestand reduziert werden. Die Mitglieder und Beiräte müssen bei bestimmten Versorgungseinrichtungen zustimmen und die Verbindlichkeiten müssen dann unter Umständen nachreserviert werden. Die Aufwendungen können durch Beitragserhöhungen und Leistungskürzungen finanziert werden. Außerdem können zur Finanzierung stille Reserven auf festverzinsliche Papiere realisiert werden.

Bei Pensionskassen sind die jeweiligen Besonderheiten von Wettbewerbs- und Firmenpensionskassen zu berücksichtigen. Bei Versorgungswerken kann es ALM-relevante Unterschiede zwischen den berufsständischen und den kirchlich/kommunalen Versorgungswerken geben.

Die LDI-Optimierung verfolgt im Wesentlichen zwei HGB-Ziele:
1. die Vermeidung eines Verlustes und damit eines Nachschusses des Sponsors oder Trägers bzw. der Aktionäre
2. die Erzielung einer bestimmten Ziel-Überschussbeteiligung (falls relevant).

Die LDI-Analysen können entweder deterministisch in bestimmten Kapitalmarktszenarien oder mithilfe von stochastischen Analysen erfolgen.