GRÜNE ANLEIHEN LIEGEN IM TREND

Windräder bauen, ressourcenschonende Zukunftstechnologien oder saubere Mobilität fördern – der Kapitalmarkt macht’s möglich. Immer mehr Anleger investieren in Green Bonds und damit in den Klimaschutz. Was bei der Emission von Green Bonds zu beachten ist, erklären Margret Heß und Bettina Streiter.

Am 16. November 2017 hat das Emissionsvolumen von Green Bonds weltweit erstmals die 100-Milliarden-Marke (in US-Dollar) überschritten. Ein wichtiger Schritt für den Klimaschutz, denn Experten sind sich einig: Ohne Beteiligung des Kapitalmarkts ist der Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft kaum denkbar. Für eine Transformation der Wirtschaft und Gesellschaft ist es deshalb notwendig, privates Kapital zu mobilisieren.

Emittenten von Green Bonds verpflichten sich, die Erlöse der Anleihe in nachhaltige Umwelt- und Klimaschutzprojekte zu investieren. Das Geld fließt zum Beispiel in Windparks, Fotovoltaik und Biomasse-Anlagen, umweltfreundliche Transportkonzepte oder ein nachhaltiges Abfallmanagement. „Das Spektrum an freiwilligen Standards und Richtlinien für Green Bonds ist groß, bislang fehlt jedoch eine gesetzliche Grundlage, um den Markt weiter zu fördern“, sagt Margret Heß, zuständig für die Begleitungvon Green-Bond-Emissionen im Bereich Kapitalmärkte Institutionelle Kunden (DZ BANK). Um Vertrauen zu bilden,hat die International Capital Market Association (ICMA) die Green Bond Principles (GBP) entwickelt, die Empfehlungen für die Verwendung von Erlösen vorgeben. Die DZ BANK hat die GBP früh unterzeichnet und unterstützt seitdem auch andere wichtige Initiativen wie das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) und die Climate Bonds Initiative (CBI).

Die ersten Green Bonds wurden 2007 von der Europäischen Investitionsbank und 2008 von der Weltbank aufgelegt. Seitdem wächst der Markt stetig. Mittlerweile begeben neben supranationalen Organisationen und Förderbanken auch Geschäftsbanken oder Staaten wie Polen, Frankreich und Belgien Green Bonds.

Auch Unternehmen haben den Markt für sich entdeckt: 2017 begleitete die DZ BANK im Rahmen eines Konsortiums von mehreren Banken den Debüt-Green-Bond von Innogy an den Markt. Die Benchmark-Emission im Volumen von 850 Millionen Euro ist die erste Green-Bond-Emission eines deutschen Unternehmens. Innogy ist 2016 als Tochtergesellschaft aus dem früheren RWE-Konzern hervorgegangen und bündelt unter anderem das Geschäft mit erneuerbaren Energien. „Die DZ BANK konnte bei der Bewerbung für das Mandat beim Kunden punkten aufgrund ihrer langjährigen vertrauensvollen Beziehung zum RWE-Konzern und ihrer guten Abdeckung insbesondere von inländischen nachhaltig orientierten Investorengruppen“, erklärt Bettina Streiter, Gruppenleiterin Emissionen Firmenkunden (DZ BANK). Die Emissionserlöse von Nachhaltigkeitsanleihen müssen im Gegensatz zu den enger definierten „grünen“ Anleihen nicht zwingend in klimafreundliche Projekte fließen. Die Emittenten von Nachhaltigkeitsanleihen finanzieren zum Beispiel gesellschaftliche Zwecke wie sozialen Wohnungsbau, Bildung und Gesundheitswesen oder verzichten auf die Zusammenarbeit mit ethisch zweifelhaften Branchen.

Im Bereich der Nachhaltigkeitsanleihen zählt die DZ BANK zu den führenden deutschen Banken und hat seit 2013 schon viele internationale Emittenten mit einem Volumen von insgesamt 8,4 Milliarden Euro begleitet. „Emittenten verlassen sich auf unsere umfangreiche Expertise und unser gutes Vertriebsnetz, vor allem bei genossenschaftlichen Spezialinstituten und Kirchenbanken sowie institutionellen Investoren, die sich immer stärker mit
Nachhaltigkeitsthemen auseinandersetzen“, so Margret Heß.