BLITZUMFRAGE IM MITTELSTAND

Aktuelle Themen, die unsere Kunden bewegen

Schwindet die Innovationskraft des deutschen Mittelstands? Dies legen die Ergebnisse einer aktuellen Mittelstandsumfrage der DZ BANK nahe. Nicht einmal ein Drittel aller befragten Unternehmen (29 Prozent) will in den nächsten drei Jahren seine Investitionen im Bereich Innovation steigern; bei den kleinen Unternehmen* sind es sogar nur 20 Prozent. Nicht spezialisierte Einheiten oder Mitarbeiter, sondern die Geschäftsführung gibt in nahezu allen Unternehmen (97 Prozent) die Impulse für Innovationen. Nur die Hälfte der Mittelständler (51 Prozent) will mit ihren Investitionen in die Innovationskraft neue Geschäfts­felder erschließen oder neue Produkte entwickeln. Für 92 Prozent steht hingegen die Steigerung der Effizienz im Vorder­grund. „Das ist grundsätzlich sinnvoll“, gibt DZ BANK-Firmenkunden­vorstand Uwe Berghaus zu bedenken. „Aber es entsteht der Eindruck, dass im deutschen Mittel­stand Innovationen nicht systematisch genug betrieben werden. Wenn Firmen deswegen den Anschluss an neue Märkte und Produkttrends verpassen, kann sich das rächen.“

Die gute Nachricht der repräsentativen Mittel­stands­umfrage: Es gibt kaum Unternehmen, die in den nächsten drei Jahren ihre Investitionen insgesamt verringern wollen (7 Prozent). Alle anderen planen, ihr Investitionsniveau zu steigern (40 Prozent) oder zumindest kon­stant zu halten (53 Prozent). Am meisten ausgeprägt ist die Investitionsbereitschaft bei den Unter­nehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 25 und 50 Millionen Euro; von ihnen wollen mehr als die Hälfte (56 Pro­zent) in den nächsten drei Jahren ihre Investitionen steigern. Unter den Branchen ragen zwei heraus: 60 Prozent der Unternehmen aus Chemie und Kunststoff wollen mehr investieren, wohingegen es in der Agrarwirtschaft nur 21 Prozent sind. Über alle Sektoren und Größenklassen hinweg haben sie dabei vor allem Mitarbeiter (56 Prozent) sowie Investitionen in Digitalisierung und Software (57 Prozent) im Fokus; die großen Unternehmen** jeweils mit deutlicherer Ausprägung (68 und 82 Prozent).

 

 

Die repräsentative Umfrage unter 800 Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 Euro und 125 Millionen Euro wurde im Zeitraum vom 14. Juni bis 30. Juli von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der DZ BANK in computergestützten Telefoninterviews durchgeführt.

* Jahresumsatz zwischen 0,5 und 5 Millionen Euro
** Jahresumsatz zwischen 50 und 125 Millionen Euro

Übersicht über wesentliche Ergebnisse der Blitzumfrage

Mittelstand will Investitionen steigern in:

Ausdrücklich in Innovation oder Forschung + Entwicklung wollen in den nächsten drei Jahren nur 29 Prozent aller Mittelständler mehr Geld stecken als jetzt. Auch bei den großen Mittelständlern sind es mit 33 Prozent nur wenig mehr als im Schnitt. Im Jahr zuvor war es noch mehr als die Hälfte (54 Prozent) der großen Unternehmen, die plante, in diesem Bereich mehr zu investieren.

40% der Mittelständler wollen ihre Investitionen steigern

Derweil will nur die Hälfte aller Unter­nehmen mit Innovationen neue Geschäftsfelder erschließen und 59 Prozent sehen die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen als vorrangiges Ziel ihrer Innovationsaktivitäten. Dabei steigt gerade der Druck von außen deutlich an: Zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen geben an, dass der Innovationsdruck in ihrer Branche zuge­nommen hat und sich die Zyklen verkürzt haben (60 Prozent). Außerdem stimmen 83 Prozent der Firmen der Aussage zu, dass Innovation vom Kunden und seinen sich verändernden Anforderungen getrieben werde. Folgerichtig haben in den letzten zwölf Monaten sieben von zehn Mittelständlern neue Produkte oder Leistungen eingeführt, obwohl Kostenreduktion das oberste Innovationsziel darstellt.

Fachkräftemangel ist größtes Investitionshindernis

Als größtes Hemmnis für ihre Innovationskraft empfinden die deutschen Mittelständler den Mangel an Fachkräften (68 Prozent). 58 Prozent von ihnen fühlen sich auch gebremst von gesetzlichen Vor­schriften. Berghaus: „Schon die letztjährige Umfrage zeigte, dass der Mangel an qualifizierten Mit­arbeitern für 61 Prozent der Unternehmen ein zentrales Investitionshindernis ist. Damals gab fast die Hälfte der vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen an, auf Umsatz verzichten zu müssen. Der Befund dieses Jahres ist noch besorgniserregender, weil er nicht nur das aktuelle Geschäft, sondern die Zukunft der Unternehmen betrifft. Wenn bei zwei Dritteln der Mittelständler die Fachkräfte fehlen, um Innovationen voranzutreiben, leidet ihre Wettbewerbsfähigkeit.“

Effizienzsteigerung genießt Priorität vor neuen Geschäftsmodellen

Wenn Mittelständler heute an ihre Investitionen in Innovation und Digitalisierung denken, feilen viele eher an der gegenwärtigen Aufstellung, anstatt nach vorn gerichtet auf neue Ertragschancen zu schauen. So steht für fast alle die Steigerung der Effizienz (92 Prozent) im Vordergrund. Auch dieses Ziel wird aber offenbar häufig nicht erreicht: Mit den Ergebnissen der entsprechenden Innovationsaktivitäten ist nur die Hälfte (Effizienzsteigerung) beziehungsweise ein Drittel (Kostenersparnis) zufrieden.

Weitere Ergebnisse der DZ BANK Mittelstandsumfragen

Vorangegangene Studien

Neben der jährlichen Blitzumfrage erhebt die DZ BANK seit inzwischen 22 Jahren zwei mal jährlich in einer weiteren represäntativen Umfrage die allgemeine Lage im deutschen Mittelstand. Seit Herbst des Jahres 2013 wird die Umfrage in Zusammenarbeit mit dem BVR, dem Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken erstellt.

Alle Umfrageergebnisse ab 2015 stellen wir Ihnen in der Zusammenfassung und zum Download bereit. Ältere Ergebnisse stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.

Zu den vorangegangenen Studien

Ausführliche Mittelstandsumfrage - Frühjahr 2018

Lesen Sie selbst die Ergebnisse unseres achten gemeinsamen Mittelstandsberichts von DZ BANK und BVR, der einmal mehr die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft unterstreicht.

Die gesamte Mittelstandsstudie zum Download (PDF 1,92 MB)