Energieträger mit Zukunft

Die VNG AG denkt das Gas-Geschäft neu

90,2 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Jahr: Um Deutschland - den neuntgrößten Erdgasverbraucher der Welt - mit dieser Menge des Energieträgers zu versorgen, hat sich eine weit verzweigte Infrastruktur aufgebaut. Sie verbindet die meist nordeuropäischen und russischen Erdgasvorkommen mit den Heizungen in deutschen Städten. Ihr Geschäftsmodell begreifen Energieversorger heutzutage aber noch umfassender als bloße Versorgung, so auch die VNG AG aus Leipzig (VNG). 1958 gegründet, bietet das Unternehmen heute ein weit gefasstes Leistungsportfolio rund um Erdgas.

VNG ist heute ein europaweit aktiver Unternehmensverbund mit mehr als 20 Gesellschaften und einem breiten, zukunftsfähigen Leistungsportfolio in Gas und Infrastruktur. Seit 2015 gehört das Unternehmen mehrheitlich zum Energieversorger EnBW. Entlang der Gaswertschöpfungskette konzentriert sich VNG auf die drei Geschäftsbereiche Handel & Vertrieb, Transport und Speicherung. Seit 1992 arbeitet der Akteur der Europäischen Gaswirtschaft dabei mit der DZ BANK als Bankpartner zusammen.

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Breite unternehmerische Aufstellung:

Mehr als bloßer Handel

Erdgas ist ein gefragter Energieträger: 13,2% des gesamten Stroms in Deutschland wurden 2017 aus Gaskraftwerken gewonnen; 2015 waren es noch 9,6%. Gleichzeitig wird nahezu jede zweite deutsche Wohnung mit Gas beheizt. Atomausstieg und Energiewende nutzen dem fossilen Brennstoff dabei sogar: Die höheren Wirkungsgrade von Gasaggregaten, also die effizientere Energiegewinnung verglichen mit anderen Verbrennungskraftwerken, steigern die Attraktivität des Erdgases. Außerdem lassen sich Gaskraftwerke für die Energiegewinnung einfacher und schneller steuern als kohlebetriebene Meiler - und setzen weniger CO2 frei.

Auch wenn sich in der VNG alles um das Gas dreht, zeichnet sie sich durch eine breite unternehmerische Aufstellung aus: So sprechen VNG und ihre Handelsgesellschaften alle Verbrauchergruppen an: von Großkunden, Industrie und Gewerbe, bis hin zu Privathaushalten. Über die goldgas GmbH werden beispielsweise mehr als 100.000 Gas- und 130.000 Stromkunden* in Deutschland beliefert. Zusätzlich ist VNG auch in Polen, Österreich und Italien im Endkundenmarkt aktiv. Im Bereich der Gas-Infrastruktur unterhält die ONTRAS Gastransport GmbH, als unabhängiger Fernleitungsnetzbetreiber in der VNG-Gruppe, außerdem ein 7.000 km langes Leitungsnetz mit 450 Netzkopplungspunkten. Die VNG Gasspeicher GmbH hält des Weiteren mit ihren Untergrundspeichern eine ständige Speicherkapazität von 2,4 Milliarden Kubikmetern vor. Leitungsnetze und Speicher sind als Teil der Gasinfrastruktur ein unverzichtbares Asset der Energiewende, denn in nicht ganz ferner Zukunft könnte ebenso grünes – also aus erneuerbaren Energien erzeugtes – Gas durch die Netze strömen und in den Speichern gelagert werden.

*Quelle: VNG AG, Geschäftsbericht 2017, Stand: 19. Feburar 2018

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Gas-Geschäft neu denken

mit der DZ BANK als Bankpartner

In den nächsten Jahren plant VNG ihr Geschäftsportfolio umfassend umzubauen. Ziel der Unternehmensstrategie „VNG 2030+“ ist es, auf Basis einer starken Position in der Gas-Wertschöpfungskette, Gestalter einer grünen, digitalen und gasbasierten Zukunft zu sein. Der Schwerpunkt der Entwicklung soll zukünftig dabei zunächst stärker auf dem Ausbau der digitalen Infrastruktur, der Nutzung von Biogas und auf sogenannten Quartierslösungen liegen. Letztere bezeichnen eine ganzheitliche medienseitige Modernisierung von Stadtvierteln, welche neben einer effizienten Wärmeversorgung für eine Vielzahl von Gebäuden, u. a. auch die Themen Breitbandausbau und Mobilität umfassen und zu einer Steigerung der Energieeffizienz führen.

„VNG ist ein Kunde, den wir bereits sehr langjährig in seinen Aktivitäten und in der kontinuierlichen Anpassung seines Geschäftsmodells an das sich wandelnde Marktumfeld begleiten“, erklärt Dr. Bernhard Döllinger, der die VNG seitens der DZ BANK betreut. Jüngst begleitete die DZ BANK den Gas-Allrounder als Konsortialführer im Rahmen einer Kreditsyndizierung: „Mit der Transaktion können wir unsere Finanzierung weiter verbessern und insbesondere langfristig sichern. […] Wir werten das große Interesse an der erfolgreichen Platzierung als Vertrauensbeweis in die Zukunftsfähigkeit unserer Strategie „VNG 2030+“, so Bodo Rodestock, Mitglied des Vorstandes der VNG. Die Zusammenarbeit mit der DZ BANK habe als langfristige Partnerschaft einen festen Platz im Kreise der Bankverbindungen: „Die DZ BANK bringt ein tiefes Verständnis unseres Geschäftsmodells mit und begleitet uns als besonders verlässlicher Finanzpartner mit ihrer Finanzierungs- und Strukturierungsexpertise.“, so Rodestock weiter.

Das unterstreicht auch Firmenkundenbetreuer Bernhard Döllinger: Die eingehenden Gespräche zur Umsetzung der neuen Gruppenfinanzierung und die damit verbundenen, durchaus intensiven Verhandlungen seien stets von tiefem Verständnis für den Anderen und eine freundschaftliche Beziehung gekennzeichnet gewesen: „Wir freuen uns, VNG auch in der nächsten Unternehmensphase zu begleiten.“

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