WIR SIND DAS DREHKREUZ: DREI FRAGEN AN MATTHIAS HÜMPFNER

Der Bereichsleiter Investitionsförderung bei der DZ BANK spricht über den Andrang auf öffentliche Fördergelder

Die Investitionsförderung vermittelt öffentliche Finanzierungshilfen für die Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken und trägt damit vor allem in der Coronakrise wesentlich zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft bei. Wir möchten wissen: Was passiert gerade in dem Fachbereich?

Matthias Hümpfner leitet den Bereich Investitionsförderung bei der DZ BANK

Die KfW ist aktuell in aller Munde. Welche Rolle spielen wir als DZ BANK bei dem derzeit massiven Andrang auf öffentliche Fördergelder?

Stellen Sie sich einen Inhaber eines kleinen Handwerkbetriebs vor, der seine Firma aufgrund des aktuellen Kontaktverbotes derzeit nicht öffnen darf. Ihm brechen seit Mitte März sämtliche Einnahmen weg. Gleichzeit hat er laufende Kosten – er muss seinen Mitarbeitern weiter Lohn zahlen, hat vielleicht vor der Krise Material bestellt, das er nun bezahlen muss. Er braucht nun zügig und unbürokratisch liquide Mittel, um nicht insolvent zu gehen.

Bei seiner Hausbank lässt er sich zu geeigneten Fördermitteln von der KfW beraten. Und da kommen wir ins Spiel. Wir als DZ BANK stehen in permanentem Austausch mit der KfW und übersetzen die dort verabschiedeten Förderprogramme schnell und effizient in das Beratungs- und Finanzierungsangebot der Genossenschaftsbanken vor Ort. Wir sind sozusagen das Drehkreuz, das den Austausch zwischen der KfW und den vielen lokalen Hausbanken ermöglicht und die Angebote technisch, prozessual und beratungsseitig zur Verfügung stellt.

Was genau ist derzeit die größte Herausforderung für die DZ BANK und die Investitionsförderung?

Ganz klar der Zeitdruck. Die Parameter der KfW-Förderprogramme stehen im Detail erst seit vergangenen Freitag fest. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir also sämtliche institutionelle Prozesse in die Systeme der Volks- und Raiffeisenbanken integrieren. Das bedeutet beispielsweise, dass Produkte mit allen Details – also etwa Laufzeit, Förderzweck oder Konditionen – angepasst werden mussten. Bereits in der vergangenen Woche haben uns zahlreiche Kunden kontaktiert und sich nach Fördermitteln erkundigt – diesen Andrang an Anfragen gilt es nun zügig zu bearbeiten. Dabei ist die ständige Abstimmung zwischen allen Parteien immens wichtig.

Damit spielt die DZ BANK eine wichtige Rolle in der Notversorgung zahlreicher ins Straucheln geratener Unternehmen. Wie gehen die Kollegen mit dieser Verantwortung um?

Die Belastung für die Kollegen ist natürlich sehr hoch, denn zu den zahlreichen Kreditanfragen kommen ja auch noch die derzeitigen privaten Einschränkungen. Es erfordert viel Mut, in diesen dynamischen Zeiten Verantwortung zu übernehmen. Deshalb freue ich mich besonders zu sehen, dass die Kollegen bis in die Haarspitzen motiviert sind und mit einer hohen Hilfsbereitschaft ans Werk gehen. Den Kollegen ist bewusst, dass sie in der Investitionsförderung nun die Chance haben, in dieser Krise echte Hilfe zu leisten und dass derzeit eine besondere Aufmerksamkeit auf der DZ BANK liegt. Es hilft uns ungemein, dass wir Unterstützung aus anderen Fachbereichen bekommen und auch unsere IT-Systeme standhalten.