UNSERE KUNDEN UND DIE KRISE: DREI FRAGEN AN STEPHAN ORTOLF

Der Bereichsleiter des Firmenkundengeschäfts der DZ BANK beschreibt, wie wir unsere Kunden jetzt unterstützen

Mit seinem Team betreut Stephan Ortolf unter anderem Großkonzerne und Unternehmen des Gesundheitssektors, indem er für diese Lösungen in den Bereichen Finanzierung, Anlagestrategien und Risikomanagement entwickelt. Die Kundenbetreuer sind nicht nur in Zeiten von Corona eine vielgefragte Anlaufstelle. Im Kurzinterview erzählt er, wie er und die Kollegen mit der Sondersituation umgehen und unsere Kunden jetzt unterstützen.

Stephan Ortolf ist Bereichsleiter des Firmenkundengeschäfts bei der DZ BANK


Täglich neue Hiobsbotschaften: Verzweifeln die Kunden an der Coronakrise?

Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Unsere Kunden gehen insgesamt besonnen mit der aktuellen Lage um. Viele Unternehmen haben aus der Finanzkrise 2008/2009 gelernt und höhere Liquiditätspuffer aufgebaut. Auf diese können sie nun zurückgreifen – und zwar bevor sie eigentliche Kreditlinien ziehen müssten. Allerdings führen die Maßnahmen der Regierungen – beispielsweise das Kontaktverbot und die Schließung ganzer Wirtschaftszweige – dazu, dass die Anfragen bezüglich konkreter Corona-Hilfen in den letzten Tagen deutlich zugenommen haben.

Was genau ist die Rolle der DZ BANK? Und wie unterstützen wir die Genossenschaftsbanken?

Die einzelnen Genossenschaftsbanken sind in der Regel die erste Anlaufstelle für Unternehmen, die jetzt in der Krise Unterstützung brauchen. Alle Banken warten aktuell händeringend darauf, dass die KfW ihre Programme auch prozessual zur Verfügung stellt.  
Wir sind in Deutschland der größte Partner der KfW, Kreditanstalt für Wiederaufbau, und stehen in engem Austausch mit den Kollegen. Die KfW verteilt als staatliche Förderbank die von der Bundesregierung für die Krise bereitgestellten Mittel jeweils über die Hausbank an die Unternehmen. Wir fungieren als zentrale Drehscheibe zwischen der KfW, bei der die Kredite letztendlich beantragt werden, und unseren Verbundpartnern.

Wie geht es den Kollegen im Firmenkundengeschäft mit dieser Sondersituation? Wie funktioniert Kundenbetreuung überhaupt in Zeiten von Social Distancing?

Die Kundenbetreuer arbeiten und beraten größtenteils von zu Hause aus. Natürlich ist es eine Herausforderung, diesem Andrang außerhalb des gewohnten Arbeitsumfelds gerecht zu werden und nebenbei eventuell noch die Kinder zu betreuen. Insgesamt beobachten wir allerdings, dass die Kollegen mit der Situation gut klarkommen. Das Arbeiten von zu Hause funktioniert dank der bereitgestellten IT-Lösungen wirklich gut. Und die Mitarbeiter stellen eindrucksvoll unter Beweis, dass sie sehr flexibel und kundenorientiert sind und auch den momentan erhöhten Andrang gut bewältigen können. Wir arbeiten gemeinsam mit den Kollegen im Kreditbereich aktuell daran, die Prozesse in der Risikoprüfung zu vereinfachen und zu beschleunigen, um die Last für alle Beteiligten in den Kunden- und Kreditbereichen zumindest auf der prozessualen Seite zu reduzieren. Die Sorgfalt geht dabei aber nicht verloren.