IM PORTRÄT: PETER KOHL-LANDGRAF - GEKOMMEN UM ZU BLEIBEN

Risikocontrolling, Privatkunden, Handel. Von einem, der wechselt, um sich und die Bank weiterzuentwickeln

Peter Kohl-Landgraf ist in der Bank „rumgekommen“. Die Suche nach neuen Projekten hat ihn vom Risikocontrolling über den Bereich Privatkunden in den Handel geführt. Das Wissen, das er an den einzelnen Stationen gesammelt hat, nutzt er jetzt, um Front- und Back-Office enger zu verzahnen. Von einem, der wechselt, um sich und die Bank weiterzuentwickeln.

Dass Peter Kohl-Landgraf nicht aus der Beratung kommt, ist schwer zu glauben. Dass er nie zu einer gewechselt ist, noch schwerer. Ein neues Risikosystem, ein DZ BANK eigener Rohstoff-Index oder der jüngst im Innovation Lab entwickelte Smart Derivative Contract – Landgraf hat schon diverse Projekte mit initiiert und umgesetzt. Seit 20 Jahren arbeitet der 40-Jährige in der DZ BANK und hat Gefallen daran gefunden, Prozesse zu vereinfachen, Ideen umzusetzen und auch mal Visionen nachzujagen. „Mir ist es wichtig, neben den regulär anfallenden Aufgaben einen offenen Wirkungskreis zu haben und mit motivierten Kollegen auf ein Ziel hinzuarbeiten“, erklärt er.  

Peter Kohl-Landgraf arbeitet seit 20 Jahren in der DZ BANK und hat Gefallen daran gefunden, Prozesse zu vereinfachen, Ideen umzusetzen und auch mal Visionen nachzujagen.

Seit sechs Jahren ist Landgraf mittlerweile im Handel tätig. In seiner täglichen Arbeit ermittelt er Komponenten, die für den Preis eines Derivats relevant sind. Dafür analysiert er größere Portfolien. Auch hier hat er längst Verbesserungspotenzial erkannt. „Es ist wichtig, dass der Handel und die nachgelagerten Bereiche ein gemeinsames Datenverständnis haben. Deshalb brauchen wir einen einheitlichen Datenhaushalt, den jeder flexibel für sich analysieren kann.“ Eine große Vision, an deren Ende mehr Raum für Ideen und Innovation steht. Einen ersten Erfolg können Landgraf und seine Kollegen bereits verbuchen: Daten, die für das Kreditrisiko relevant sind, können schon heute von Handel und Risikocontrolling gleichermaßen genutzt werden. „Künftig werden wir in der Lage sein, in gleicher Weise auch Kapitalbelastungen noch besser zu untersuchen.“

Dass Landgraf weiß, welche Daten wo vorhanden sind und wen er in den verschiedenen Bereichen ansprechen kann, ist seiner „Umtriebigkeit“ zu verdanken. Denn dafür, dass sich sein Lebenslauf allein aus DZ BANK Stationen speist, ist er auffällig lang und abwechslungsreich. 1998 startet der gebürtige Frankfurter in der ehemaligen DG BANK als auszubildender Bankkaufmann. Es folgt ein Praktikum am Standort London und ein Studium der Wirtschaftsmathematik in Bayreuth. Den Kontakt zur DZ BANK hält er und absolviert parallel das Trainee-Programm. Währenddessen packt Landgraf erneut das Fernweh, und er geht für elf Monate zur DZ BANK New York. „Dort war ich im Risikocontrolling, und da die Filiale überschaubar ist, habe ich auch darüber hinaus viel mitbekommen.“ Nebenher besucht der damals 25-Jährige Kurse an der New York University. „Das war eine tolle Erfahrung.“ 2006 schreibt Landgraf seine Diplomarbeit in Kooperation mit dem Risikocontrolling der Bank und startet 2007 fest als Mitarbeiter. Er bleibt vier Jahre und wechselt 2011 in die Produktentwicklung im Bereich Privatkunden. „Ich mochte die Arbeit im Risikocontrolling, aber der Kontakt zu Kunden hat mich gereizt.“ 2013 wechselt er dann in seine heutige Gruppe.

Einer, der von A nach B springt, ist Landgraf jedoch nicht – das ist ihm wichtig. „Gewechselt habe ich nur, wenn ich das Gefühl hatte, ich habe etwas bewirkt und Projekte abgeschlossen.“ Ob Landgraf sich in all den Jahren hätte vorstellen können, die Bank zu verlassen? „Natürlich habe ich manchmal darüber nachgedacht, aber ich wollte nicht einfach nur weg, um weg zu sein.“ Stattdessen hat er sich überlegt, was ihm wichtig ist: „Die Bank hat gute und kompetente Mitarbeiter, mit denen ich gerne zusammenarbeite. Außerdem hatte ich die nötige Freiheit und Unterstützung, meine Ideen zu verfolgen. Das waren und sind gute Gründe zu bleiben.“ Dass in diesen Phasen intern immer interessante Stellen ausgeschrieben waren – ein glücklicher Zufall. Das Thema Datenkonsistenz und -analyse wird Kohl-Landgraf wohl noch eine Weile beschäftigen. Was danach kommt ist dennoch schon sicher: etwas Neues.