STIMMGEWALTIG

Wenn Walther Schönzart spricht, hören ihm nicht nur seine Kollegen in der DZ BANK zu

Walther Schönzart liebt das Sprechen. Das Thema spielt fast keine Rolle. Das kann ein Blogbeitrag zur DSGVO auf der Internetplattform Narando sein, eine Lesung für Kinder in einer Buchhandlung, das Resümee zu Simon Strauß „Sieben Nächte“ in einer Rheingauer Theateraufführung oder eine Rolle in einem Hörspiel. Denn der Gruppenleiter Online-Marketing der DZ BANK, der unter anderem für den Auf- und Ausbau der Internetauftritte der Bank verantwortlich ist, ist in seiner Freizeit Sprecher.

„Ich bin ein Kassettenkind“, erklärt der 52-Jährige. „Mit den ‚Drei ???‘ und Hörspielen aus dem Europa-Verlag, wie zum Beispiel Jules Vernes ‚In 80 Tagen um die Welt‘ und ‚Commander Perkins‘ bin ich groß geworden. Als Kind liefen bei mir – wie bei den meisten in meinem Alter – permanent Hörspiele.“ Die Passion für das gesprochene Wort ist geblieben: Auch heute noch hört er fasziniert Hörbücher und Hörspiele, mit Vorliebe die seines Lieblingsautors Ivar Leon Menger. „Es fasziniert mich, wie mit Stimmen, Musik und Geräuschen ganze Welten im Kopf entstehen.“

In seiner Freizeit als Sprecher unterwegs: Walther Schönzart, Gruppenleiter Online-Marketing der DZ BANK

Noch vor seinem Studium begann Schönzart eine Sprecherausbildung. Er bat die Leiterin der Stage & Musical School Frankfurt, Ellen Gurinov, ihn in ihre Klasse für angehende Musicaldarsteller aufzunehmen. „Dort musste ich, ganz klassisch, auch mal mit Korken im Mund ganze Passagen aus dem ‚Kleinen Hey‘ rezitieren“, erinnert er sich. Später verfeinerte er seine Kenntnisse dann mit Sprechtrainings beim Hessischen Rundfunk. „Ich wollte nicht Darsteller oder Nachrichtensprecher werden“, stellt Schönzart klar. „Ich habe das gemacht, weil ich einfach Spaß daran habe.“

Dann kam es wie so oft: Studium, der Start in den Beruf und die Familie – Schönzart ist verheiratet und hat vier Kinder – ließen kaum Raum für das Hobby. Bis der Hörbuchanbieter Audible in der Zeitschrift „Hörbücher“ 2009 ein Stimmencasting ausschrieb. Der Preis war eine kleine Sprechrolle in der Hörbuchproduktion von Bram Stokers „Dracula“. Also las Schönzart einen kurzen vorgegebenen Text aus dem Hörspielmanuskript ein, schickte die Aufnahme an den Verlag – und gewann. Schönzart wurde in das bekannte Berliner Hörspielstudio XBerg von OIiver Rohrbeck eingeladen, dem Sprecher, der noch heute Justus Jonas, einem der Pro­tagonisten aus den „Drei ???“, seine Stimme leiht. „Diese Stimme hat mich schon mein ganzes Leben lang begleitet“, schwärmt Schönzart. „Und im Studio den Profis über die Schulter schauen zu dürfen, war ein faszinierendes Erlebnis.“

Erste Rolle in einer Hörspielserie

Auf Anraten des Studios bewarb er sich bei verschiedenen Internetplattformen, auf denen sich freie Teams aus Autoren, Grafikern, Musikern und Sprechern zusammenfinden und gemeinsam Hörspiele produzieren. Schnell bekam er seine erste Rolle in der Hörspielserie „Rick Future“. Bald folgten weitere Rollen, schließlich sogar als Erzähler.

Walther Schönzart im Berliner Hörspielstudio XBerg

Die Texte spricht Schönzart in seiner Freizeit ein. Dafür braucht er nur einen mobilen Rekorder, ein professionelles Mikro und Ruhe. Daher fängt er auch meist erst nach 23 Uhr an, sobald nämlich das Nachtflugverbot greift. Dann erst können keine Hintergrundgeräusche die Aufnahmen mehr stören. Auch für die DZ BANK war Schönzart schon als Sprecher tätig: So spricht der Marketingfachmann zum Beispiel schon seit Jahren den Veranstaltungsopener für die Verleihung des Karriere-Preises der DZ BANK Gruppe. Und für den Bereich Kapitalmärkte Privatkunden erklärt er in einem Lernvideo auf Youtube die Faktorzertifikate der Bank. Mittlerweile folgen aber auch umfangreichere und anspruchsvollere Aufträge: Für Narando liest er seit 2018 Blogbeiträge ein, unter anderem für Daimler und Porsche. „Das Spektrum ist bunt. Egal, was es ist, ich habe einfach unglaublich Spaß am Einsprechen, Schneiden und an der Postproduktion.“

Sein umfangreichstes Projekt war jedoch ein ganz privates: ein 140-seitiges Kinderbuch von Stefanie Zweig. „Mein Sohn hatte sich als kleiner Junge gewünscht, dass ich ihm das einspreche, weil es sein Lieblingsbuch war. Doch für so ein Mammutprojekt war nie wirklich Zeit. Leider.“ Zum 18. Geburtstag hat Schönzart es dann aber doch noch umgesetzt und seinem Sohn die komplett eingelesene Aufnahme mit einem Augenzwinkern überreicht. Gut Ding will schließlich Weile haben.

Hörprobe gefällig?
Der aktuellste Beitrag von Walther Schönzart ist im Porsche-Kundenmagazin "Christophorus" zu hören.