ROLLENTAUSCH: NACHWUCHS COACHT FÜHRUNGSKRAFT

Beim Reverse Mentoring nutzen Nachwuchskräfte ihren Vorsprung als „Digital Natives“

Reverse-Mentoring-Programme bringen Führungs- und Nachwuchskräfte in Tandems zusammen

Der Führungskraft die Welt erklären – zumindest die digitale: Beim sogenannten Reverse Mentoring nutzen Nachwuchskräfte ihren Vorsprung als „Digital Natives“ und unterstützen Führungskräfte im Umgang mit Social Media und neuen Technologien. Das Konzept kommt an: 13 Tandems meldeten sich zur Pilotphase, darunter Peter Stutz, Abteilungsleiter Aufsichtsrecht, und Moritz Dinter, dualer Hochschulstudent.

„Das ist ja pfiffig“, war Peter Stutz’ erste Reaktion auf die Einladung zum neuen Reverse-Mentoring-Programm der Bank, das Führungs- und Nachwuchskräfte in Tandems zusammenbringt. Der Clou: Im Gegensatz zu klassischen Mentoren-Programmen sind beim „Reverse Mentoring“ die jungen Kollegen die Mentoren. Sie unterstützen die Führungskräfte dabei, ihre digitalen Kompetenzen zu erweitern. Ein Konzept, das auch Moritz Dinter überzeugte. Der 21-Jährige Student der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart bewarb sich prompt. „Die Möglichkeit, mit einer erfahrenen Führungskraft so eng zusammenzuarbeiten, hat mich gereizt. Außerdem finde ich es toll, dass ich – obwohl ich noch ganz am Anfang meiner Karriere stehe – mit dem eigenen Wissen etwas bewirke“, erzählt Dinter.

„Das passt“, entschied die Abteilung Personalentwicklung & -marketing und brachte die beiden zusammen. Stutz ist Abteilungsleiter Aufsichtsrecht im Bereich Konzern-Finanzen. Die Abteilung setzt die durch verschiedene nationale und internationale Aufsichtsbehörden festgelegten regulatorischen Anforderungen in der Bank um. Stutz’ Mitarbeiter verteilen sich über ganz Deutschland – ein wichtiger Grund für den 55-Jährigen, sich für das Mentoring anzumelden. „Ich wollte wissen, welche Möglichkeiten es gibt, sich standortübergreifend zu vernetzen und die neuen technischen Angebote noch besser zu nutzen.“ Das Tandem nahm sich unter anderem Skype for Business vor. Herkömmliche Telefonkonferenzen gibt es in Stutz’ Abteilung seither kaum noch. „Das läuft jetzt alles per Video, wenn möglich mit 360-Grad-Kameras. Wir nutzen das von der Bank angebotene Spektrum an Technologien inzwischen sehr weitgehend, teilen Bildschirme und bearbeiten gemeinsam Dokumente.“

Facebook, Twitter, WhatsApp, LinkedIn, Xing, aber auch jüngere Plattformen wie Instagram und Snapchat standen ebenfalls auf dem Programm. „Wir haben uns die verschiedenen Netzwerke zusammen näher angeschaut. Dadurch lernt man sich noch mal anders kennen“, so Dinter. Besonders der Kurznachrichtendienst Twitter hat es Stutz angetan. „In der Flut von Informationen, die jeden Tag auf uns einströmen, möchte ich jederzeit den Durchblick behalten – egal, wo ich bin. Bei Twitter habe ich meinen individuellen Stream mit aktuellen Themen, die für mich und meine Arbeit wichtig sind.“ Doch nicht alle Netzwerke wird Stutz in Zukunft nutzen. „Mir geht es darum, die richtige Auswahl an Medien und Technologien zu treffen. Sie sollen kurz und kompakt relevante Informationen liefern.“ Denn gerade in der Regulatorik tut sich derzeit viel und auch die Umstrukturierung der Finanz-Bereiche forderte den gebürtigen Saarländer. „Mir hat das nochmals vor Augen geführt, wie wichtig es ist, up to date zu sein und auch zu bleiben.“