IM PORTRÄT: DER VERMITTLER

Seit über 10 Jahren gibt der DZ Bänker Horst Senzel Auszubildenden und Schülern Einblicke in die Finanzwelt.

Wer glaubt, dass das Bankgeschäft ein trockener Bürojob ist, der hat sich noch nicht mit Horst Senzel unterhalten. Der Gruppenleiter verantwortet im Handel der DZ BANK das Sekundärmarktgeschäft mit Anleihen deutscher Bundesländer und supranationalen Organisationen. Auch nach 25 Jahren sprühen immer noch die Funken, wenn er von seinem Job erzählt. Seine liebsten Zuhörer sind ihm junge Menschen. Der Vater dreier Kinder weiß, wie er komplexe Sachverhalte veranschaulichen kann.

„Es macht mir einfach Spaß, Jugendliche für unseren Beruf zu begeistern“, sagt Senzel. „Wenn ich nur mit Bankern über den Job rede, dann habe ich immer den gleichen Blickwinkel. Junge Leute aber stellen manchmal Fragen, die mich überraschen oder zum Neudenken anregen.“ 

Horst Senzel weiß, wie er jungen Menschen Themen rund um die Finanzwelt auf anschauliche Weise näherbringen kann

Seinen ersten Vortrag, erinnert er sich, hielt er 2004 vor Auszubildenden der DZ BANK. Doch dabei blieb es nicht: „Auf dem Weg zur Arbeit sprach mich in der Bahn die Mutter eines Mitschülers meiner Tochter an und fragte, ob ich in der Schulklasse über das Finanzsystem sprechen könnte.“ Bald darauf stand er im Friedrich-August-Genth-Gymnasium in Wächtersbach vor rund 80 Jugendlichen, denen er die Welt des Geldes erklären sollte. „Ich habe ihnen erstmal gezeigt, wie ein Geldschein aufgebaut ist.“

Sein Talent, junge Leute für die Finanzwirtschaft zu interessieren, sprach sich schnell herum. Seitdem hat Senzel rund ein Dutzend Vorträge vor Schülern und Auszubildenden gehalten. Er berichtet ihnen von der Lehman-Krise, dem europäischen Gedanken, wie Theo Waigel den Namen für den Euro erfand und erläutert das Thema Minuszinsen. Stolz sagt er: „In den vielen Jahren habe ich es niemals erlebt, dass die Schüler abgeschaltet haben.“

Am Ende interessiert die Schüler aber vor allem, „was man als Banker so verdient“, wieviel Zeit Senzel bei der Arbeit verbringt, was er den ganzen Tag macht und „wieviel Gewinn er jeden Tag für die Bank machen muss“. Eine gute Gelegenheit für Senzel, den Jugendlichen etwas von Margen, der Verrechnung von Gewinnen und der Subventionierung von Preisen zu erzählen. „Beim Autohändler geht ja auch nicht jeder Gebrauchtwagen mit Gewinn vom Hof.“ Auf die häufig gestellte Frage, warum er eigentlich Banker geworden sei, antwortet Senzel lachend: „Mein Vater hat im Freien gearbeitet und kam häufig pitschnass nach Hause. Darum war für mich klar, dass ich später mal in einem trockenen Büro mein Geld verdienen möchte.“