EINE FRAGE: WAS KANN EIN KREDITKARTENCHIP?

Thorsten Trillitzsch, Produktmanager Kreditkarten DG VERLAG, erklärt den "Maschinenraum" moderner Bezahlkarten

Thorsten Trillitzsch ist beim DG VERLAG Produktmanager Kreditkarten im Geschäftsbereich Cards & Security

Alle girocards und Kreditkarten der Genossenschaftsbanken besitzen einen EMV-Chip. Für Thorsten Trillitzsch, Produktmanager Kreditkarten beim DG VERLAG, ist der winzige, nur wenige Millimeter große Hochleistungsprozessor der „Maschinenraum“ jeder modernen Bezahlkarte. EMV steht für den Standard „Europay International, Mastercard und VISA“. Seit 2003 werden girocards und seit 2006 die Kreditkarten mit dem Chip ausgestattet, da der bis dahin eingesetzte Magnetstreifen nicht mehr ausreichend sicher war.

Die Chips der heutigen Generation sind mit eigenem Karten-Betriebssystem SECCOS (Secure Chip Card Operating System) der Deutschen Kreditwirtschaft und starken kryptografischen Fähigkeiten ausgestattet. Sie bieten eine Multifunktionalität, die im digitalen Banking nicht mehr wegzudenken ist: vom Einsatz im girocard-System über Geldautomaten bis zum Online-Banking und dem kontaktlosen Bezahlen. Das Herzstück bilden die Sicherheitsfunktionen. So prüft das bei Chip-und-PIN verwendete EMV-Verfahren die Echtheit der Karte und die Authentizität des Karteninhabers.

Rechenleistung? Der Arbeitsspeicher heutiger Chips bietet etwa die dreifache Rechenleistung, die 1969 für die Apollo-11-Mission zur Verfügung stand.

Kann man den Chip sehen? Den eigentlichen Chip sieht man von außen nicht. Er liegt hinter der silber- oder goldfarbenen Kontaktfläche auf der Kartenvorderseite.

Woher holt der Chip seine Energie? Die Energie für seine Rechenleistung erhält der Chip vom Terminal, bei kontaktlosen Karten per Induktion „over the air“.

Fälschungssicher? Durch die komplexe Verschlüsselung der Chips gibt es keine Möglichkeit, diese zu fälschen.

Manipulationen der Daten? Keine Chance: Die verschlüsselten Werte werden im Terminal geprüft.

Manipulationen des Chips? Nicht möglich: Der Chip akzeptiert nur Kommandos, die von autorisierten Terminals durchgeführt werden können.