AUSTAUSCH ZUM THEMA NACHHALTIGKEIT FÜR GENOSSENSCHAFTSBANKEN

Praktische Tipps und ein Überblick über die politischen Entwicklungen zu Sustainable Finance

Bereits zum vierten Mal organisierte das Nachhaltigkeitsteam der DZ BANK eine Nachhaltigkeitskonferenz, um den Austausch mit und unter den Genossenschaftsbanken zu fördern. Praktische Tipps von Volksbanken für Volksbanken und ein Überblick über die politischen Entwicklungen zu Sustainable Finance bildeten die wichtigsten Programmpunkte.  

 

Stimmen zur Nachhaltigkeitskonferenz – „Mir hat gefallen, …“

„… dass man sich mit den Kollegen austauschen konnte…“

Martin Eich, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Mainzer Volksbank:   

 

„… dass die Best-Practice-Beispiele wirklich aus der Realität gegriffen sind…“

Nicole Urbach, Nachhaltigkeitsbeauftrage der Sparda-Bank West:

 

Der Erfahrungsaustausch zur sogenannten „CSR-Berichtspflicht“ war ein Schwerpunkt der Nachhaltigkeitskonferenz. Seit dem Geschäftsjahr 2017 müssen Unternehmen in Deutschland mit mehr als 500 Mitarbeitern nicht nur zu ihrem finanziellen, sondern auch zu ihrem sozialen und ökologischen Handeln Rechenschaft ablegen. Auch 41 Genossenschaftsbanken sind aktuell davon betroffen – mit steigender Tendenz im Hinblick auf anstehende Fusionen.

Kai Schäfer und Anna-Lena Wagner von der Volksbank Mittelhessen (im Bild zu sehen) berichteten von ihren Erfahrungen bei der Erstellung der Nichtfinanziellen Erklärung – angefangen von der Interpretation des Gesetzes bis hin zur Prüfung durch den Prüfungsverband. Da das Thema für alle Teilnehmer neu war, diskutierten sie offen und lebhaft mit den Kollegen der Volksbank Mittelhessen und der Wiesbadener Volksbank, die in ihren Vorträgen auch von Stolpersteinen auf dem Weg zum ersten nichtfinanziellen Bericht erzählten.

Wie wirkt sich Nachhaltigkeit auf das Kerngeschäft aus und welche Anforderungen werden hier zukünftig auf uns zukommen? Duy Ton, Portfoliomanager Nachhaltigkeit & Engagement bei Union Investment, erläuterte die Herangehensweise bei nachhaltigen Investments und das große Geschäftspotenzial. Inzwischen verwalte Union Investment 42 Mrd. Euro in dieser Asset-Klasse. Allein der Anteil von nachhaltigen Investmentfonds sei im vergangenen Jahr auf 30 Mrd. Euro und damit um etwa 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Mit welcher Dynamik das Thema Sustainable Finance inzwischen im globalen Kontext und auf EU-Ebene verfolgt wird, wurde vielen Teilnehmern nach dem Vortrag von Volker Heegemann, EU-Beauftragter des BVR in Brüssel, bewusst. Mittels konkreter Regelungen möchte die Europäische Kommission etwa institutionelle Investoren und Assetmanager dazu bringen, Kapital zukünftig verstärkt in klimaschonende Investments zu leiten, Nachhaltigkeit stärker ins Risikomanagement zu integrieren und die Transparenz grüner Investments zu erhöhen. Auf Rückfragen von Teilnehmern verdeutlichte Heegemann, dass die Frage nicht sei, ob die geplanten Regelungen tatsächlich in geltendes Recht umgesetzt würden, sondern wann sie in Kraft treten. Dies zeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Finanzbranche eine neue Dimension angenommen hat. Viele Teilnehmer aus Genossenschaftsbanken, Verbänden und den Unternehmen der DZ BANK Gruppe bekräftigten, wie wichtig der Austausch und ein abgestimmtes Handeln in der FinanzGruppe sei, um sowohl zukünftige Herausforderungen zu meistern als auch Geschäftspotenziale besser auszunutzen.