DZ BANK NACHWUCHSKRAFT GEWINNT HACKATHON DER BUNDESREGIERUNG

Wir-bleiben-liqui.de wurde unter die Top 20 von etwa 1.500 Projekten des #WirVsVirus-Hackathon gewählt

Ludwig Gröber ist als dualer BWL-Student Nachwuchskraft der DZ BANK

Vom 20. bis 22. März hatten sich im Rahmen des „#WirVsVirus-Hackathon“ insgesamt 42.000 Teilnehmer getroffen – natürlich nur online via Chats und Videotelefonaten. Der bis dahin weltweit größte Hackathon – unter der Schirmherrschaft der Bundesregierung – sollte digitale Lösungen für Probleme finden, die durch die Corona-Krise entstehen, wie etwa bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Selbstständigen. Ein großes Thema ist dabei die Suche nach Finanzierungen. Die mittlerweile vielen Hilfsprogramme koordiniert der Lösungsweg „wir-bleiben-liqui.de“, der es unter die Top-20 von etwa 1500 Projekten des Hackathons geschafft hat. Die Idee dafür hatte Ludwig Gröber. Der 22-jährige ist als dualer BWL-Student seit Oktober 2017 Nachwuchskraft der DZ BANK.

Wir haben mit Ludwig Gröber gesprochen – über seinen Erfolg, wie es mit dem Projekt weitergeht und ob sich jetzt sein Leben verändert hat.


Herr Gröber, was hat Sie motiviert, am Hackathon teilzunehmen?

In erster Linie ist es mein Beitrag zur Lösung aktueller Corona-Probleme, die über das Zuhause bleiben und das regelmäßige Händewaschen hinausgehen. Zudem war es eine perfekte Möglichkeit, unsere genossenschaftliche Werte zu leben – wie etwa Solidarität. Letztlich ist der Hackathon eine Sternstunde für das Ehrenamt, da alle Teilnehmer in ihrer Freizeit unterwegs waren.  

Wie kommt man auf die Idee, eine Website für Finanzhilfen zu bauen, bei der jeder denkt, dass es so etwas doch schon gibt?

Einzelne Selektionshilfen sind online verfügbar, keine davon informiert jedoch umfassend und bis auf Landesebene. Mir war klar, dass vor allem kleine und mittelständische Unternehmen Probleme haben werden, einen Überblick über Zuschüsse, Darlehen, Bürgschaften, Beteiligungen, Steuerstundungen, Kurzarbeit und Sozialbeiträge zu behalten. Daraufhin habe ich meine Idee beim #WirvsVirus Hackathon der Bundesregierung eingereicht.

Welche Hürden musste Ihr Team überwinden, wenn man sich persönlich nicht treffen kann?

Gerade mit einem Team aus 30 Teilnehmern ist es wichtig, jeden zu Wort kommen zu lassen und gleichzeitig eine gewisse Struktur zu behalten. Und das vor dem Hintergrund, dass dieses Projekt ehrenamtlich und in der Freizeit umsetzt werden sollte. Aus meiner Sicht war die größte Hürde, die Teilnehmer für meine Idee zu begeistern, auch über das Hackathon-Wochenende hinaus.

… und mit welchen Tools haben sich die Teilnehmer in Corona-Zeiten ausgetauscht?

Die 42.000 Teilnehmer sind einem Slack-Workspace beigetreten. Slack ist eine Nachrichten-Plattform und vereinfacht die digitale Zusammenarbeit durch die Organisation von Nachrichten in Channels. Daneben wurden weitere Tools zur digitalen Organisation und Kommunikation wie Zoom und Meistertask genutzt. Das hat alles sehr gut geklappt.

Wohin läuft „wir-bleiben-liqui.de“, wenn es noch weiter an Fahrt gewinnt?

Das Projekt wurde als eines der 20 besten Projekte im Hackathon in das von der Bundesregierung initiierte „Solution Enabler Programm“ aufgenommen. Das bedeutet, dass wir ab jetzt finanzielle und fachliche Unterstützung zum Ausbau unserer Idee erhalten. Seit nun etwa einem Monat arbeitet das Team weiter an der Entwicklung der Idee. Wir möchten mit der Lösung so vielen Unternehmen wie möglich helfen und deshalb unsere Reichweite ständig erweitern.

Was hat sich für Sie geändert seit der Prämierung von wir-bleiben-liqui.de?

Es freut mich, dass wir unter die Top 20 von etwa 1.500 Projekten gewählt wurden. Neben der Aufmerksamkeit für das Projekt, ist die Unterstützung der Bundesregierung ein Riesengewinn. Wir konnten bereits einige namhafte Partner, wie etwa die Anwaltskanzlei Linklaters LLP gewinnen, die unser Projekt pro Bono unterstützt. Aktuell stehen wir in Gesprächen mit zahlreichen anderen Unternehmen, die bei uns einsteigen wollen.

Was nehmen Sie mit aus dem #wirvsvirus Hackathon, persönlich und für den Job?

Den wohl größten Hackathon der Welt zu gewinnen, ist ein besonderes Erlebnis. Persönlich bleibt mir der Moment in Erinnerung, als ich zu Beginn mit allen anderen Teilnehmern dem großen Slack-Workspace beigetreten bin. Es war eindrucksvoll zu sehen, dass sich 42.000 engagierte Bürger trotz der Krisen-Situation zusammenfinden, um zu helfen. Das hat mir erneut gezeigt, wie stark und wichtig das Ehrenamt ist. Letztlich sind es die Methoden und Möglichkeiten der digitalen Zusammenarbeit, die ich in meiner täglichen Arbeit gerne mit anderen Kollegen in der DZ BANK teilen möchte. Aus der Führungsrolle im Projekt kann ich außerdem viel für meine Engagements bei den Trendscouts und als Jugendbetriebsrat mitnehmen. Persönlich hat sich für mich neben der gestiegenen Anzahl an LinkedIn Anfragen nicht viel geändert und das erwarte ich auch nicht – es ist und bleibt ein Ehrenamt.


Weitere Informationen:
Wie hilft #liquidebleiben? wir-bleiben-liqui.de
Das #WirVsVirus Umsetzungsprogramm: wirvsvirushackathon.org

Ein Teil des Hackathon-Teams mit Ludwig Gröber (links unten) von "wir.bleiden.liqui.de". Unter ihnen sind IT-ler, Juristen, aber auch Designerinnen und Kreative, von Studierenden bis Berufserfahrenen