NEWS-ARCHIV DER EHEMALIGEN WGZ BANK

27.08.2013

WGZ BANK mit guten Halbjahresergebnissen

  • Halbjahresergebnis der WGZ BANK deutlich über Plan
  • WGZ BANK-Gruppe mit weiteren Ergebniszuwächsen
  • Cost-Income-Ratio in der Bank bei 47,2 Prozent, in der Gruppe bei 35,1 Prozent
  • „Harte" Kernkapitalquote von 11,4 Prozent

Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres konnte die WGZ BANK über alle Geschäftsbereiche hinweg positive Entwicklungen verzeichnen. Erwartungsgemäß liegt das Betriebsergebnis vor Steuern zum 30. Juni 2013 nach HGB in Höhe von 101,4 Mio. € (30.06.2012: 138,4 Mio. €) unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Grund dafür ist das sehr gute Handelsergebnis des Vorjahres, das sich im laufenden Jahr wieder auf Normalniveau eingependelt hat. „Das Betriebsergebnis liegt aber über dem Planwert und unterstreicht damit die nachhaltige operative Stärke der WGZ BANK", so Hans-Bernd Wolberg, Vorsitzender des Vorstands. Das IFRS-Ergebnis vor Steuern der WGZ BANK-Gruppe in Höhe von 258,4 Mio. € (30.06.2012: 195,3 Mio. €) konnte insbesondere infolge einer weiteren Beruhigung der Staatsschuldenkrise und einer damit einhergehenden Entspannung an den Kapitalmärkten deutlich gesteigert werden. Wolberg: „Die positive und stabile Ergebnisentwicklung aus dem Geschäft der WGZ BANK mit ihren Mitgliedsbanken, den mittelständischen Firmenkunden und ihren Kapitalmarktpartnern ist Beleg für ihr tragfähiges Geschäftsmodell."

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK AG 2013 (nach HGB)

Der Zinsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr um 2,1 % auf 137,3 Mio. € gestiegen. Wesentliche Ursachen dafür sind verringerte Zinsaufwendungen sowie gestiegene Dividendeneinnahmen und Gewinnausschüttungen aus den Beteiligungen der WGZ BANK.

Der Provisionsüberschuss der WGZ BANK stieg um 4,1 % auf 54,3 Mio. €. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf Geschäftszuwächse im Kreditgeschäft, im Zahlungsverkehr und im Geschäft mit den Mitgliedsbanken zurück.

Der Nettoertrag des Handelsbestandes ist gegenüber dem außergewöhnlich guten Vorjahresergebnis erwartungsgemäß gesunken. Er verringerte sich um 46,9 Mio. € auf 43,8 Mio. €. Damit hat diese wichtige Ertragsposition wieder Normalniveau erreicht.

Der Verwaltungsaufwand hat sich erhöht, und zwar um 5,1 % auf 112,4 Mio. €. Dies resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Personalaufwendungen infolge eines gezielten Personalaufbaus und tariflich bedingter Gehaltsanpassungen. Darüber hinaus stiegen auch die Aufwendungen zur Erfüllung der vielfältigen regulatorischen Anforderungen. Hinzu kommt die Bankenabgabe, für die die WGZ BANK im Gesamtjahr 2013 voraussichtlich 8,7 Mio. € aufzuwenden haben wird, das sind noch einmal 200 T€ mehr als im Vorjahr.

Die Cost-Income-Ratio der WGZ BANK stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,8 Prozentpunkte auf 47,2 %, sie erreicht damit unverändert einen Wert, der sich in der Branche sehen lassen kann.

Das Risikoergebnis wurde einem konservativen Ansatz entsprechend im HGB-Ergebnis der WGZ BANK mit seinem Planwert von 30 Mio. € angesetzt. Bis zur Jahresmitte sind per Saldo keine Wertberichtigungen auf Forderungen angefallen. An den strengen, ausgesprochen vorsichtigen Bewertungskriterien der WGZ BANK hat sich selbstverständlich nichts geändert.

Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge erreicht 95,5 Mio. €. Es liegt erwartungsgemäß um 43,8 Mio. € unter dem Vorjahreswert. Die eigenen Planungen konnten dabei aber um 29 Mio. € deutlich übertroffen werden.

Unter Berücksichtigung des Saldos aus dem sonstigen Geschäft in Höhe von 5,8 Mio. € beläuft sich der Halbjahresüberschuss vor Steuern der WGZ BANK auf 101,4 Mio. €. Unter Berücksichtigung der Steuern in Höhe von 25,6 Mio. € beträgt der Halbjahresüberschuss nach Steuern 75,8 Mio. €.

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK Gruppe 2013 (nach IFRS)

In der WGZ BANK-Gruppe stieg der Zinsüberschuss um 10,6 % auf 262,2 Mio. €. Die positive Entwicklung ist überwiegend auf gestiegene Zinsüberschüsse in der WGZ BANK und der WL BANK zurückzuführen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft weist – wie schon im Vergleichszeitraum des Vorjahres – auch zum 30.06.2013 einen positiven Saldo aus. In diesem Ergebnis spiegeln sich sowohl die Granularität, die breite Diversifizierung als auch die gute Qualität der Kreditportfolien der WGZ BANK-Gruppe wider. Natürlich kommt darin ebenfalls die weitgehend entspannte konjunkturelle Situation zum Ausdruck. Das Geschäft mit den mittelständischen Firmenkunden verläuft unverändert erfolgreich. Die Kreditausleihungen an diese Kundengruppe konnten erneut gesteigert werden.

Der Provisionsüberschuss nahm um 1 Mio. € auf 32,4 Mio. € zu, im Wesentlichen bedingt durch gestiegene Provisionseinnahmen im Mutterhaus.

Das Handelsergebnis zeigte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert. Es stieg von 70,3 Mio. € auf 112,1 Mio. € an. Zu dieser positiven Entwicklung hat insbesondere die WL BANK beigetragen. Hier haben sich die Bewertungsergebnisse der in der Fair-Value-Kategorie gehaltenen Wertpapiere und Staatsanleihen infolge der günstigen Marktentwicklungen deutlich verbessert.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen hat sich von -25,7 Mio. € auf -7,1 Mio. € verbessert. Das Finanzanlageergebnis des ersten Halbjahres 2013 wurde durch Bewertungsverluste aus der Veräußerung von nicht in der Fair-Value-Kategorie gehaltenen Finanzinstrumenten belastet. Der hohe Vorjahreswert resultierte dagegen aus der Wertkorrektur auf Restbestände griechischer Wertpapiere.

Der Verwaltungsaufwand nahm in der Gruppe im Wesentlichen aufgrund erhöhter Projektaufwendungen zur Umsetzung regulatorischer Vorgaben um 1,8 % auf 138,9 Mio. € zu. Die Cost-Income-Ratio verbesserte sich dennoch von 42,0 % auf 35,1 %.

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern beläuft sich zum 30.06.2013 unter Einschluss des sonstigen betrieblichen Ergebnisses in Höhe von 8,3 Mio. € auf 258,4 Mio. € – ein Anstieg um 32,3 % gegenüber dem 1. Halbjahr 2012.

Unter Berücksichtigung der Steuern in Höhe von 61,5 Mio. € ergibt sich für die WGZ BANK-Gruppe ein respektabler Halbjahresüberschuss nach Steuern von 196,9 Mio. €.

Bilanz der WGZ BANK-Gruppe

Die Bilanzsumme der WGZ BANK-Gruppe reduzierte sich gegenüber dem 31.12.2012 um 2,8 Mrd. € oder 2,9 % auf 93,3 Mrd. €. Dieser gewollte Rückgang wurde maßgeblich durch die WL BANK verursacht und resultiert im Wesentlichen aus dem konsequenten Abbau des dortigen Staatsanleihenportfolios.

Solide Kapitalausstattung

Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe ist gegenüber dem 31.12.2012 um 5,9 % auf 3,2 Mrd. € gestiegen. Aufgrund der soliden Kapitalausstattung werden auch zum 30.06.2013 die Solvabilitätsanforderungen komfortabel erfüllt. Die Gesamtkennziffer der WGZ BANK-Gruppe beläuft sich auf 12,7 %. Die Kernkapitalquote der Gruppe beträgt 11,4 %. Das Kernkapital besteht unverändert ausschließlich aus „hartem" Kernkapital, es enthält keine sogenannten hybriden Kapitalbestandteile wie beispielsweise stille Einlagen oder Tier-1-Anleihen. Qualität und Umfang der Kapitalausstattung haben für die WGZ BANK-Gruppe heute und in Zukunft höchste Priorität. Etwaige Kapitalmaßnahmen werden daher vor dem Hintergrund sich weiter verschärfender regulatorischer Anforderungen nicht ausgeschlossen.

Ausblick

Wolberg: „Sowohl im Geschäft mit unseren Mitgliedsbanken als auch mit unseren mittelständischen Firmenkunden und Kapitalmarktpartnern wachsen wir weiter. Dabei stellt sich die Risikosituation weiterhin entspannt dar. Mit unserem bewährten Geschäftsmodell befinden wir uns nach wie vor auf stabilem Kurs." Daher blicke der Vorstand – trotz aller Unwägbarkeiten und Risiken des aktuellen Umfelds – mit Zuversicht dem weiteren Verlauf des Jahres 2013 entgegen. Wichtige Voraussetzung für eine fortgesetzt positive Geschäftsentwicklung sei natürlich, dass die Krisenländer in der Eurozone ihre Konsolidierungs- und Reformbemühungen konsequent fortsetzten und hierdurch erneute Unruhen an den Finanz- und Kapitalmärkten vermieden würden. Unter solchen Bedingungen gehe der Vorstand davon aus, operativ an das gute Ertragsniveau des Vorjahres anknüpfen zu können.

„Wir in der WGZ BANK nehmen für uns in Anspruch, seit vielen Jahrzehnten einen Pfad der Kontinuität und der Solidität zu beschreiten. Die WGZ BANK ist in der Vergangenheit kein Haus der spektakulären Strategiewechsel gewesen, und das wird sie auch in Zukunft nicht sein. Verlässlichkeit und Leistungsstärke, verbunden mit der konsequenten geschäftlichen Ausrichtung auf unsere Zielkunden, waren, sind und bleiben die tragenden Elemente unserer Geschäftspolitik. Die WGZ BANK ist – trotz der herausfordernden Rahmenbedingungen für unsere Branche – für den wieder zunehmenden Wettbewerb gut gerüstet. Dabei kann sie sich nicht nur auf ihr stabiles Zahlenwerk, sondern insbesondere auf eine klasse Mannschaft verlassen, die hoch motiviert und engagiert bei der Arbeit ist", resümiert Wolberg am Ende seiner ersten Pressekonferenz als neuer Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK.

Ertragslage der WGZ BANK AG zum 30.06.13 nach HGB

30.06.12
Mio. €
30.06.13
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss134,4137,32,1
Provisionsüberschuss52,254,34,1
Nettoertrag des Handelsbestands90,743,8-51,7
Sonstiges betriebliches Ergebnis-6,22,5>100
Verwaltungsaufwand-106,9-112,45,1
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge164,3125,5-23,6
Risikovorsorge-25,0-30,020,0
Betriebsergebnis139,395,5-31,4
Saldo sonstiges Geschäft-0,95,8>100
Ergebnis vor Steuern138,4101,4-26,7
Steuern0,0-25,6<100
Halbjahresüberschuss nach Steuern138,475,8-45,2
Cost-Income-Ratio in %39,447,2
Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe zum 30.06.13 nach IFRS

30.06.12
Mio. €
30.06.13
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss237,1262,210,6
Risikovorsorge im Kreditgeschäft7,01,3-81,4
Provisionsüberschuss31,432,43,2
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen-5,1-22,7>100
Handelsergebnis70,3112,159,5
Finanzanlageergebnis-25,7-7,172,4
Ergebnis aus Equity-Methode6,710,861,2
Verwaltungsaufwand-136,4-138,91,8
Sonstiges betriebliches Ergebnis10,08,3-17,0
Ergebnis vor Steuern195,3258,432,3
Steuern-22,8-61,5>100
Halbjahresüberschuss172,5196,914,1
Cost-Income-Ratio in %42,035,1