NEWS-ARCHIV DER EHEMALIGEN WGZ BANK

19.03.2013

WGZ BANK mit guten Jahresergebnissen 2012

  • Rücklagen und Reserven insgesamt um rund 250 Mio. € gestärkt. Kernkapitalquote der WGZ BANK-Gruppe auf 12 % angestiegen
  • Jahresüberschuss vor Steuern: 167 Mio. € in der WGZ BANK und 552 Mio. € in der WGZ BANK-Gruppe
  • Substanzstärkung vor Ausschüttung, Dividende mit 5 % auf hohem Niveau
  • Cost Income Ratio in der WGZ BANK bei 43,6 %, in der Gruppe bei 33,5 %

Die WGZ BANK erzielte in ihrem aufsichtsrechtlich und handelsrechtlich maßgeblichen HGB-Abschluss beim Jahresüberschuss vor Steuern mit 167,3 Mio. € ihr operativ bisher bestes Ergebnis. In der WGZ BANK-Gruppe stieg das Ergebnis vor Steuern nach IFRS deutlich auf 551,6 Mio. €. Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK: „In keinem Jahr zuvor in der langen Geschichte der WGZ BANK haben wir bessere Resultate erreicht. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Außergewöhnliches geleistet.“

Die WGZ BANK stärkt aus ihrem Ergebnis die Rücklagen und Reserven, und damit das Eigenkapital, mit rund einer viertel Milliarde Euro. Damit erreicht die WGZ BANK-Gruppe eine harte Kernkapitalquote von 12 %. Böhnke: „Weder bedingt durch die Regulatorik noch durch die Finanzkrise haben wir die Zufuhr neuen Kapitals benötigt. In beeindruckender Geschlossenheit haben unsere Anteilseigner, der Stärkung der Solidität und inneren Substanz ihrer WGZ BANK stets den Vorrang gegeben. Dafür sind wir dankbar.“ Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe erhöht sich von 2,7 Mrd. € auf 3,1 Mrd. €. Das Kernkapital besteht dabei ausschließlich aus sog. hartem Kernkapital: Grundkapital, Rücklagen und Fonds für allgemeine Bankrisiken. Es enthält keine hybriden Kapitalbestandteile, wie z. B. stille Einlagen oder Tier-1-Anleihen, die unter Basel III nicht mehr als Kernkapital anerkannt werden.

Die Cost Income Ratios weisen mit 43,6 % für die WGZ BANK bzw. 33,5 % für die Gruppe einen im Branchenvergleich sehr vorzeigbaren Wert auf.

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Böhnke, dass die WGZ BANK in den ersten Wochen über alle Geschäftsbereiche hinweg positive Ergebnisse erzielt habe. Insofern blicke man insgesamt mit Zuversicht auf den weiteren Verlauf des Jahres 2013. Gleichwohl sei man zurückhaltend, denn die Unwägbarkeiten und Risiken des aktuellen Umfeldes seien unverändert hoch.

Böhnke sieht die WGZ BANK – nicht zuletzt dank der Reservenbildung der vergangenen Jahre – auch weiterhin solide aufgestellt und auf verlässlichem Kurs unterwegs: „Wir haben unsere Kosten im Griff, und wir haben unsere Risiken im Griff. Darauf werden wir auch weiterhin achten, an unseren Zielen machen wir keine Abstriche. Wir bleiben vorsichtig und agieren unverändert konservativ. Unsere Kernkapitalquote liegt deutlich über den Basel III-Anforderungen und auch über jener Mindestgröße, die für den letzten EBA-Stresstest angesetzt wurde. Unsere gute Kapitalausstattung eröffnet uns Raum für weitere Wachstumsinitiativen. Auch in den kommenden Jahren wollen wir unsere Kapitalbasis aus eigener Kraft weiter stärken.“

Mit Blick auf die Regulatorik führt Böhnke aus: „Nicht nur uns in der WGZ BANK und in der genossenschaftlichen FinanzGruppe erfüllt zunehmend eine Sorge: Der regulatorische Aktionismus schießt inzwischen weit über das Ziel hinaus. Dieses erhebliche Mehr an undifferenzierter Regulatorik, mit dem wir uns konfrontiert sehen, wird unsere Volkswirtschaften jedenfalls nicht sicherer machen. Wir gehören im Übrigen nicht zu den Verursachern der Finanzkrise. Unser Geschäftsmodell und unsere dezentralen Strukturen haben in den vergangenen Jahren weithin stabilisierend gewirkt. Wir wünschen uns daher eine Regulatorik, die dies auch berücksichtigt. Augenmaß und Proportionalität sind gefordert.“

Ertragslage der WGZ BANK 2012 nach HGB

Der Zinsüberschuss ist leicht gesunken, und zwar um 3,2 % auf 191,0 Mio. €. Der Rückgang im Zinsergebnis, der geringer ausfiel als erwartet, ist auf einen im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Strukturbeitrag zurückzuführen. Die flache Zinsstrukturkurve begrenzte im gesamten Jahresverlauf die Möglichkeit, nennenswerte Überschüsse aus der Fristentransformation zu erzielen. Dagegen haben sich die sog. Konditionsbeiträge aus dem weiter expandierenden Firmenkundengeschäft erhöht.

Die laufenden Erträge haben sich um 32,4 % auf 93,6 Mio. € reduziert. Der Rückgang ist dabei überwiegend auf den von Sondereffekten geprägten hohen Vergleichswert des Vorjahres zurückzuführen.

Der Provisionsüberschuss legte kräftig zu. Dazu haben gestiegene Umsätze im Zahlungsverkehr, im Derivategeschäft und im Kreditgeschäft sowie aus dem Angebot der WGZ BANK an Leistungen zur Geldwäscheverhinderung für mittlerweile 287 Volksbanken und Raiffeisenbanken in Deutschland beigetragen. Auch in der Entwicklung der Provisionsergebnisse zeigt sich die weiter gewachsene operative Stärke der WGZ BANK.

Der Nettoertrag des Handelsbestands hat sich besser entwickelt als erwartet. In dem deutlichen Anstieg um rund 70 Mio. € findet auch die insgesamt positive Entwicklung an den Finanzmärkten im abgelaufenen Jahr ihren Ausdruck. Darüber hinaus konnten die Zins- und Provisionserträge aus Handelsgeschäften infolge ausgeweiteter Handelsaktivitäten deutlich erhöht werden.

Der Verwaltungsaufwand ist 2012 moderat angestiegen. Der Personalaufwand hat aufgrund normaler Gehaltssteigerungen, veränderter Eingruppierungen und Neueinstellungen zugenommen. „Exorbitante Boni hat es bei uns nie gegeben – und sie wird es auch nicht geben. Zutiefst ärgerlich, dass die Fehlentwicklungen in einzelnen Instituten den Gesetzgeber auf den Plan gerufen haben, nun auch noch die Gehaltssysteme der Banken – Stichwort: Institutsvergütungsverordnung – zu reglementieren“, so Böhnke. Die anderen Verwaltungsaufwendungen sind insbesondere aufgrund erhöhter Projektkosten, u.a. zur Bewältigung der regulatorischen Anforderungen, gestiegen. Die Belastungen aus der Bankenabgabe betragen 8,5 Mio. € nach 9,1 Mio. € im Vorjahr.

Die Cost Income Ratio lag mit 43,6 % (Vorjahr: 43 %) weiterhin deutlich unter der internen Obergrenze von 50 %. Dieser im Branchenvergleich sehr vorzeigbare Wert zeigt die Effizienz und die hohe Produktivität der WGZ BANK.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge konnte im Vergleich zum schon guten Vorjahreswert nochmals um 8,6 Mio. € auf 289,0 Mio. € gesteigert werden.

Die Risikovorsorge beläuft sich auf 23,0 Mio. €. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich das Risikoergebnis damit weiter verbessert. In dem Ergebnis ist auch eine Zuführung zu den sogenannten stillen Reserven nach § 340f HGB enthalten.

Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge stieg um 37,3 Mio. € bzw. 16,3 % auf 266,0 Mio. €.

Im Saldo aus dem sonstigen Geschäft sind ein Ertrag aus dem Zusammenschluss der WGZ Initiativkapital mit der DZ Equity Partner zur VR Equitypartner GmbH sowie Aufwendungen aus einem Ertragszuschuss an die VR Leasing in Höhe von rund 40 Mio. € enthalten. Des Weiteren ist in dieser Position eine Dotierung der § 340g HGB-Reserven in Höhe von 100 Mio. € erfasst. „Diese weitere Stärkung des harten Kernkapitals halten wir insbesondere auch vor dem Hintergrund der zukünftigen Anforderungen nach Basel III für geboten. Das gute Jahresergebnis 2012 versetzt uns in die Lage, unsere Substanz deutlich zu stärken“, so Böhnke.
Unter Berücksichtigung des Steueraufwandes von 34,8 Mio. € erreicht die WGZ BANK im Geschäftsjahr 2012 einen Jahresüberschuss nach Steuern in Höhe von 132,5 Mio. €.

Dividende weiterhin auf hohem Niveau

Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung der WGZ BANK am 18. Juni 2013 die Zahlung einer Dividende in Höhe von 5,00 € je Aktie im Nennwert von 100 € vorschlagen. Die Gesamtausschüttung beliefe sich damit auf 32,5 Mio. €. Darüber hinaus ist eine Dotierung der Gewinnrücklagen mit 100 Mio. € vorgesehen. Böhnke: „Wir erhöhen im Jahresabschluss 2012 die Rücklagen und Reserven der WGZ BANK um rund 250 Mio. €. Damit schaffen wir für unsere Eigentümer erneut zusätzliche Werte. Im Übrigen haben wir unseren Eigentümern zu danken, denn sie geben der Substanzstärkung den Vorrang vor der Ausschüttung.“

Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe 2012 nach IFRS

Der Anstieg des Zinsüberschusses in der WGZ BANK-Gruppe ist sowohl auf die Ausweitung des operativen Geschäfts als auch auf die insgesamt verbesserte Refinanzierungsbasis der Gruppenunternehmen zurückzuführen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft ist wie in der WGZ BANK auch in der Gruppe deutlich zurückgegangen. Wesentliche Ursachen hierfür sind die stabile konjunkturelle Entwicklung und die gute Lage der mittelständischen Firmenkunden.

Der Rückgang des Provisionsüberschusses in der Gruppe ist beeinflusst durch die Entwicklung in der WL BANK. Die WL BANK weist aus dem Vermittlungsgeschäft mit den Mitgliedsbanken stets einen negativen Provisionsüberschuss aus. Der dortige Anstieg des Provisionsaufwandes ist auf die gestiegenen Vermittlungsaktivitäten der Partnerbanken für die WL BANK zurückzuführen.

Die Verbesserung des Handelsergebnisses ist Folge deutlich erhöhter Umsätze in der WGZ BANK sowie der Wertaufholungen im von der WL BANK gehaltenen Portfolio europäischer Staatsanleihen.

Der Verwaltungsaufwand ist auch in der WGZ BANK-Gruppe moderat gestiegen. Ausschlaggebend hierfür sind der gestiegene Personalaufwand bei der WGZ BANK und der WL BANK, ebenso wie die gestiegenen Projektkosten, u.a. zur Erfüllung regulatorischer Anforderungen.

Das Ergebnis vor Steuern ist infolge der deutlichen Verbesserung im Handelsergebnis um knapp eine Milliarde Euro auf 551,6 Mio. € gestiegen. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 380,7 Mio. €.

WGZ BANK ist gefragter Geschäftspartner

2012 wurden den mittelständischen Firmen- und Immobilienkunden der WGZ BANK insgesamt neue Kredite mit einem Volumen von 2,6 Mrd. € zur Verfügung gestellt, davon allein 953 Mio. € zur Finanzierung gewerblicher Immobilien. Das Bestandsvolumen der Unternehmenskredite der WGZ BANK erhöhte sich um 2,9 % auf insgesamt 7,6 Mrd. €. Nahezu 200 Unternehmen konnten als neue Kunden gewonnen werden. Das Neugeschäftsvolumen im Bereich der erneuerbaren Energien stieg 2012 erstmals über die Marke von 200 Mio. €.

Bei den gewerblichen Förderprogrammen der KfW, dem klassischen Unternehmerkredit und den Programmen "Erneuerbare Energien", bleiben die Volksbanken und Raiffeisenbanken in Nordrhein-Westfalen mit einem Anteil von 51 % bzw. 71 % weiterhin die Nr. 1 im Markt. Insgesamt wuchs das Bestandsvolumen der ausgereichten Fördermittel auf einen Rekordwert von knapp 13 Mrd. €.

Ertragslage der WGZ BANK AG zum 31.12.12 nach HGB

31.12.11
Mio. €
31.12.12
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss197,3191,0-3,2
Laufende Erträge138,693,6-32,4
Provisionsüberschuss89,5102,915,0
Nettoertrag des Handelsbestands61,8131,4>100
Sonstiges betriebliches Ergebnis4,9-6,5<-100
Verwaltungsaufwand-211,7-223,45,5
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge280,4289,03,1
Risikovorsorge-51,7*-23,055,4
Betriebsergebnis nach Risikovorsorge228,7266,016,3
Saldo sonstiges Geschäft-176,8*-98,744,1
Steuern-1,8-34,8>100
Jahresüberschuss nach Steuern50,1132,5>100
Cost Income Ratio in %43,043,6
* ohne Umwidmung von § 340f in § 340g HGB Reserven
Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe zum 31.12.12 nach IFRS

31.12.11
Mio. €
31.12.12
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss431,9486,212,6
Risikovorsorge im Kreditgeschäft-9,2-1,6-82,6
Provisionsüberschuss63,559,0-7,1
Handelsergebnis-653,4272,2>100
Ergebnis aus Finanzanlagen-22,8-19,1-16,2
Ergebnis aus at equity-Beteiligungen9,814,649,0
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen-4,2-16,9>100
Verwaltungsaufwand-268,4-278,93,9
Sonstiges betriebliches Ergebnis22,536,160,4
Ergebnis vor Steuern-430,3551,6>100
Steuern192,6-170,9>100
Ergebnis nach Steuern-237,7380,7>100
Cost Income Ratio in %---33,5