NEWS-ARCHIV DER EHEMALIGEN WGZ BANK

28.08.2012

Halbjahresergebnisse 2012: WGZ BANK sehr gut behauptet

  • WGZ BANK mit gutem Halbjahres-Abschluss
  • WGZ BANK-Gruppe mit weiter verbesserten operativen Ergebnissen
  • Cost-Income-Ratio in der Bank bei 39,4 Prozent, in der Gruppe bei 42,0 Prozent
  • „Harte“ Kernkapitalquote von 10,4 Prozent, gute Reservenausstattung
  • Vorstandsvorsitzender Böhnke: „Nicht unzufrieden, bleiben aber vorsichtig“

Die WGZ BANK hat in den ersten sechs Monaten bei allen wesentlichen Kennziffern zulegen sowie ihre Positionen im Markt und bei ihren Kunden weiter ausbauen können. Die Bank weist mit einem Halbjahresergebnis vor Steuern von 138,4 Mio. € (30.06.2011: 93,5 Mio. €) das beste Halbjahresergebnis ihrer Geschichte aus. Werner Böhnke, Vorsitzender des Vorstands: „In einem äußerst schwierigen und volatilen Umfeld ist es uns gelungen, unsere Positionen in den Märkten auszuweiten sowie die Zusammenarbeit mit unseren Kunden weiter zu festigen und auszubauen. Es gab im laufenden Jahr wieder eine Reihe von Erfolgen und Entwicklungen in unseren Geschäftsfeldern, die durchaus Freude bereitet haben. Wir sind nicht unzufrieden. Unsere Resultate sind Beleg unserer nachhaltigen operativen Stärke und unseres soliden Geschäftsmodells sowie der Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten erfolgreich arbeiten zu können. Angesichts der unverändert bedrohlichen Rahmenbedingungen bleiben wir aber vorsichtig.“

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern der WGZ BANK-Gruppe in Höhe von 195,3 Mio. € (30.06.2011: 215,0 Mio. €) ist im Gegensatz zum Vorjahr nicht von Sondereffekten geprägt. So war die Ertragslage des ersten Halbjahres 2011 durch einen einmaligen Ertrag als Folge der Entkonsolidierung der WGZ BANK Luxembourg in Höhe von rund 180 Mio. € beeinflusst. Ohne positiv wirkende Sondereffekte konnte die WGZ BANK-Gruppe ihr operatives Ergebnis im bisherigen Verlauf des Jahres deutlich verbessern. Erneute Kurswertabschläge auf das von der WL BANK gehaltene Staatsanleihenportfolio sind in diesem Ergebnis bereits verarbeitet. „Das Ergebnis zeigt, dass unsere Gruppe auch im gegenwärtig herausfordernden Umfeld gut aufgestellt ist“, so Böhnke. Er betonte, dass die weitere Stärkung der Kapitalbasis durch Reservenbildung und Gewinnthesaurierung in dem schwierigen und alles andere als stabilen Umfeld nach wie vor höchste Priorität für die WGZ BANK habe.

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK AG 2012 (nach HGB)

Der Zinsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß zurückgegangen, und zwar um 14,6 % auf 134,4 Mio. €. Wesentliche Ursachen dafür sind das unverändert niedrige Zinsniveau sowie die flache Zinsstrukturkurve. Das Ergebnis liegt gleichwohl über den Planzahlen der Bank.

Der Provisionsüberschuss der WGZ BANK hat sich kräftig erhöht, und zwar um 18,9 % auf 52,2 Mio. €. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf die Steigerungen im Kreditgeschäft, im Zahlungsverkehr und im Geschäft mit den Mitgliedsbanken zurück. Die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Produktpalette, die weitere Verbesserung der Serviceleistungen und die Optimierung technischer Abläufe machen sich dabei positiv bemerkbar.

Der Nettoertrag des Handelsbestandes verdreifachte sich nahezu. Er stieg von 31,1 Mio. € auf 90,7 Mio. € an. Das Geschäft mit den Handelspartnern, insbesondere in Rentenpapieren, hat sich deutlich ausgeweitet. Es führte zu einem der umsatzstärksten Halbjahre der WGZ BANK.

Der Verwaltungsaufwand ist nur leicht angestiegen, und zwar um 1,1 % auf 106,9 Mio. €. Dies resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Beiträgen zur Garantieeinrichtung der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Aufwandsmindernd wirkt sich die Anpassung der Beitragsbemessung für die Bankenabgabe im Vergleich zum Vorjahr aus. Nachdem künftig das Förderkreditgeschäft nicht mehr in die Bemessungsgrundlage einbezogen wird, reduziert sich die von der WGZ BANK zu zahlende Bankenabgabe für das Gesamtjahr 2012 um rund 1,3 Mio. € auf nunmehr 8,5 Mio. €. Die Personalkosten sind nahezu unverändert geblieben.

Die Cost-Income-Ratio der WGZ BANK erreicht mit 39,4 % nach 45,3 % im Vorjahreszeitraum einen auch im Branchenvergleich beachtlichen Wert.

Die genannten Entwicklungen in den Ertragspositionen führen zu einem Anstieg des Betriebsergebnisses vor Risikovorsorge um 28,7 % auf 164,3 Mio. €. Das Halbjahresergebnis liegt damit über den Planwerten der Bank.

Bei der Risikovorsorge wurde mit 25,0 Mio. € ein niedrigerer Wert als im Vorjahr eingestellt. Die positive Entwicklung bei den Wertpapieren der Liquiditätsreserve sowie die Stabilität des Kreditportfolios der Bank haben dazu geführt, dass der kalkulatorisch angesetzte Wert zur Jahresmitte nicht ausgeschöpft wird.

Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge erreicht 139,3 Mio. € und liegt um 44,2 Mio. € deutlich über dem Vorjahreswert.
Unter Berücksichtigung des Saldos aus dem sonstigen Geschäft beläuft sich der Halbjahresüberschuss vor Steuern auf 138,4 Mio. €. Das ist ein Plus von 48 %. Auch infolge der steuerlichen Teilanrechnung der Verlustübernahme der WL BANK im laufenden Jahr fällt im HGB-Abschluss kein Steueraufwand an.

Der Halbjahresüberschuss nach Steuern beträgt demnach ebenfalls 138,4 Mio. €.

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK Gruppe 2012 (nach IFRS)

Der Zinsüberschuss stieg in der WGZ BANK-Gruppe um 9,3 % auf 237,1 Mio. €. Die positive Entwicklung ist überwiegend auf gestiegene Beteiligungserträge bei der WGZ BANK und auf einen höheren Zinsüberschuss bei der WL BANK zurückzuführen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft weist mit 7,0 Mio. € zum Halbjahr einen positiven Saldo aus. In diesem Ergebnis zeigen sich die breite Diversifizierung und die gute Qualität der Kreditportfolien der WGZ BANK-Gruppe. Das Geschäft mit den mittelständischen Firmenkunden hat sich erneut erfolgreich entwickelt. Die WGZ BANK hat ihre Kreditausleihungen an diese Kundengruppe abermals gesteigert.

Der Provisionsüberschuss nahm um 7 Mio. € auf 31,4 Mio. € ab. Zurückzuführen ist dies auf den Wegfall der Provisionserträge der WGZ BANK Luxembourg, die im vergangenen Jahr mit der Private Banking-Einheit der DZ BANK zur DZ PRIVATBANK fusionierte. Dem steht ein gestiegener Provisionsüberschuss bei der WGZ BANK gegenüber. Bei der WL BANK ist der durch die Provisionsaufwendungen für das Vermittlungsgeschäft der Mitgliedsbanken traditionell negative Provisionsüberschuss infolge verstärkter Vertriebsaktivitäten gestiegen.

Das Handelsergebnis zeigte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich verbessert. Es stieg von 5,7 Mio. € auf 70,3 Mio. € an. Zu dieser positiven Entwicklung hat vor allem die WGZ BANK beigetragen. Das Handelsergebnis der WL BANK ist dagegen aufgrund der Bewertungsnotwendigkeiten bei den in der Fair-Value-Kategorie gehaltenen Wertpapieren und Staatsanleihen auch im ersten Halbjahr 2012 negativ.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen lieferte mit -25,7 Mio. € wie erwartet einen negativen Ergebnisbeitrag. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass in der Vergleichsperiode des Vorjahres neben Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von rund 85 Mio. € auch der Ergebnisbeitrag aus der Fusion zur DZ PRIVATBANK in Höhe von rund 180 Mio. € enthalten war. „Die WGZ BANK-Gruppe hat die belastenden Auswirkungen der europäischen Staatsschuldenkrise in ihrem Staatenportfolio auch im ersten Halbjahr 2012 verarbeitet. Unser Staatsanleihenportfolio haben wir unverändert nahezu ausschließlich in der Fair-Value-Kategorie eingruppiert. Soweit die Rückzahlungsversprechen der europäischen Finanzminister eingehalten werden, ergäben sich für uns in der Zukunft beträchtliche Wertaufholungspotentiale“, erläutert Böhnke.

Der Verwaltungsaufwand nahm in der Gruppe im Wesentlichen aufgrund der Entkonsolidierung der WGZ BANK Luxembourg um 2,8 % auf 136,4 Mio. € ab.

Damit beläuft sich das operative IFRS-Ergebnis vor Steuern unter Einschluss des sonstigen betrieblichen Ergebnisses in Höhe von 10,0 Mio. € auf 195,3 Mio. €.

Unter Berücksichtigung der Ertragsteuern in Höhe von 22,8 Mio. € ergibt sich für die WGZ BANK-Gruppe ein Halbjahresüberschuss von 172,5 Mio. €.

Bilanz der WGZ BANK-Gruppe

Die Bilanzsumme der WGZ BANK-Gruppe stieg gegenüber dem 31.12.2011 um 2,3 Mrd. € auf 96,2 Mrd. €. Dieser Anstieg resultiert aus der Ausweitung des Mitgliedsbankengeschäfts und des Firmenkundengeschäfts sowie aus erweiterten Aktivitäten am Interbankenmarkt.

Solide Kapitalausstattung

Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe beträgt zur Jahresmitte 2,8 Mrd. € nach 2,7 Mrd. € im Jahr zuvor. Die Gesamtkennziffer der WGZ BANK-Gruppe gemäß Solvabilitätsverordnung beläuft sich auf 12,1 %. Die Kernkapitalquote der Gruppe nahm im Vergleich zum Vorjahr von 10,2 % auf 10,4 % zu. Die stillen versteuerten Reserven der WGZ BANK sind in dieser Kernkapitalquote noch nicht enthalten. Das Kernkapital besteht unverändert ausschließlich aus „hartem“ Kernkapital, es enthält keine sogenannten hybriden Kapitalbestandteile wie beispielsweise stille Einlagen oder Tier-1-Anleihen.

Ausblick

Auch in einem weiterhin herausfordernden Umfeld konnte die WGZ BANK im ersten Halbjahr des laufenden Jahres über alle Geschäftsbereiche hinweg positive Ergebnisse erzielen. Böhnke: „Sowohl die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsbanken als auch die mit unseren mittelständischen Firmenkunden führte auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres zu spürbaren Impulsen für unsere geschäftliche Entwicklung. Darüber freuen wir uns und dafür sind wir dankbar. So liegen wir gegenwärtig deutlich über unseren Planwerten.“ Entscheidend für den weiteren Jahresverlauf werde sein, ob es der Politik gelingen wird, die richtigen Lösungsansätze für die Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise umzusetzen. Es bedürfe einer stärkeren Koordinierung von Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik der EURO-Mitgliedsländer mit dem Ziel, die strukturellen Ungleichgewichte im gemeinsamen Währungsraum auszugleichen. Eine vertiefte politische Kohärenz sei die Voraussetzung für die Stabilisierung des Wirtschaftsraumes und des Finanzsystems. Sie werde auch für die genossenschaftliche FinanzGruppe und damit für die WGZ BANK von Bedeutung sein. „Wir wissen um den Einfluss der konjunkturellen und europapolitischen Rahmenbedingungen auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung, gleichwohl gehen wir nicht ohne Optimismus in den weiteren Jahresverlauf“, stellt Böhnke fest.

Ertragslage der WGZ BANK AG zum 30.06.12 nach HGB

30.06.11
Mio. €
30.06.12
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss157,5134,4-14,6
Provisionsüberschuss43,952,218,9
Nettoertrag des Handelsbestands31,190,7>100
Sonstiges betriebliches Ergebnis0,8-6,2<-100
Verwaltungsaufwand-105,7-106,91,1
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge127,6164,328,7
Risikovorsorge-32,5-25,023,1
Betriebsergebnis95,1139,346,4
Saldo sonstiges Geschäft-1,6-0,943,8
Ergebnis vor Steuern93,5138,448,0
Steuern-13,80,0>100
Halbjahresüberschuss nach Steuern79,7138,473,7
Cost-Income-Ratio in %45,339,4
Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe zum 30.06.12 nach IFRS

30.06.11
Mio. €
30.06.12
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss217,0237,19,3
Risikovorsorge im Kreditgeschäft10,17,0-30,7
Provisionsüberschuss38,431,4-18,2
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen-3,7-5,137,8
Handelsergebnis5,770,3>100
Finanzanlageergebnis74,1*-25,7<-100
Ergebnis aus Equity-Methode8,66,7-22,1
Verwaltungsaufwand-140,3-136,4-2,8
Sonstiges betriebliches Ergebnis5,110,096,1
Ergebnis vor Steuern*215,0195,3-9,2
Steuern5,1-22,8<-100
Halbjahresüberschuss*220,1172,5-21,6
Cost-Income-Ratio in %40,642,0