NEWS-ARCHIV DER EHEMALIGEN WGZ BANK

30.08.2011

1. Halbjahr 2011: WGZ BANK mit gesteigerten Ergebnissen weiter auf solidem Kurs

  • Wesentliche Kennziffern verbessert
  • Bankenabgabe belastet
  • Weiterhin Vorsicht angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten


Die WGZ BANK hat im ersten Halbjahr 2011 die Vergleichszahlen des Vorjahres übertroffen. Trotz erneuter und streckenweise bemerkenswerter Verwerfungen an den Finanzmärkten konnte die Bank bei wesentlichen Kennziffern zulegen. Die WGZ BANK wie auch die WGZ BANK-Gruppe steigerten ihre Ergebnisse und konnten zugleich in den Märkten und bei den Kunden ihre Positionen weiter verbessern. Gleichwohl bleibt die WGZ BANK angesichts des schwierigen Umfelds in ihrer Einschätzung für den weiteren Jahresverlauf vorsichtig. Werner Böhnke, Vorsitzender des Vorstands: „Wir sind zufrieden mit unseren erzielten Ergebnissen. Sie sind angesichts der Lage an den Märkten alles andere als selbstverständlich. Es zeigt sich, wie stark die Kombination aus solider Kapitalausstattung, enger Zusammenarbeit mit den Kunden und zugleich vorsichtigem Agieren, wie wir es praktizieren, auch in der Krise sein kann. Dennoch bleiben wir wachsam. Die Krise mit all ihren Auswirkungen wird auch das 2. Halbjahr belasten. Damit müssen wir umgehen.“

Die Bank hat ihre Verbindungen zu vielen Kunden weiter ausbauen und festigen können. Böhnke ist zuversichtlich, diesen Kurs für die zweite Hälfte des Jahres fortsetzen zu können, betont aber zugleich, dass die Unwägbarkeiten derzeit eher größer würden.

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK 2011 (nach HGB)

Der Zinsüberschuss ist gegenüber dem Vorjahr erwartungsgemäß zurückgegangen, und zwar um 9,9 % auf 157,5 Mio. €. Die wesentliche Ursache dafür ist die veränderte Zinsstruktur. Das Ergebnis liegt gleichwohl über den Planzahlen der Bank.

Der Provisionsüberschuss der WGZ BANK ist kräftig gestiegen, und zwar um 12,6 % auf 43,9 Mio. €. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf die Steigerung der Geschäftsabschlüsse und Umsätze im Kreditgeschäft, im Zahlungsverkehr und im Geschäft mit den Mitgliedsbanken zurück. Individuelle und bedarfsgerechte Beratung, die laufende Verbesserung der Serviceleistungen und erneut optimierte technische Abläufe machen sich dabei positiv bemerkbar.

Der Nettoertrag des Handelsbestandes ging von 61,3 Mio. € auf 31,1 Mio. € zurück. Der Rückgang beruht überwiegend auf Bewertungsabschlägen im Wertpapiergeschäft.

Der Verwaltungsaufwand ist um 3,6 Mio. € auf 105,7 Mio. € angestiegen. Dies ist im Wesentlichen eine Folge der erstmals für das Gesamtjahr zu zahlenden Bankenabgabe in Höhe von rund 9,1 Mio. €. Der zeitanteilige Betrag von rund 4,6 Mio. € ist im Verwaltungsaufwand auszuweisen. Die Personalkosten haben sich – auch aufgrund von Neueinstellungen – leicht um 1,9 % auf 53,4 Mio. € erhöht, während die anderen Verwaltungskosten gesunken sind. Zum 30. Juni waren 1.217 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die WGZ BANK tätig. Damit beschäftigt sie rund 50 Personen mehr als zur Mitte des vorigen Jahres.

Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge nahm erwartungsgemäß ab, und zwar um 47,2 Mio. € auf 127,6 Mio. €. Das Ergebnis liegt damit über den Planwerten für dieses Jahr.

Bei der Risikovorsorge wurde mit 32,5 Mio. € ein deutlich niedrigerer Wert als in den beiden Vorjahren eingestellt. Hier macht sich unter anderem die positive konjunkturelle Entwicklung in Deutschland bemerkbar.

Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge liegt über dem Vergleichswert des Vorjahres. Es nahm um 5,3 Mio. € auf 95,1 Mio. € zu.

Unter Berücksichtigung des Saldos aus dem sonstigen Geschäft von -1,6 Mio. € sowie des Steueraufwands verbesserte sich der Halbjahresüberschuss nach Steuern auf 79,7 Mio. € (+16,7 %).

Die Cost-Income-Ratio der WGZ BANK erreichte mit 45,3 % nach 36,9 % erneut einen guten Wert.

Halbjahresergebnisse der WGZ BANK Gruppe 2011 (nach IFRS)

Der Zinsüberschuss stieg in der WGZ BANK-Gruppe um 13,9 % auf 225,0 Mio. €.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft weist mit 10,1 Mio. € zum Halbjahr einen positiven Saldo aus. Hierin zeigt sich unter anderem auch die breite Diversifizierung des Portfolios der WGZ BANK-Gruppe.

Der Provisionsüberschuss nahm um 2,5 Mio. € auf 38,4 Mio. € ab. Verantwortlich dafür sind im Wesentlichen positive Sondereffekte in 2010, die im laufenden Jahr nicht wieder anfielen. Bei der WL BANK ist der Provisionsüberschuss traditionell aufgrund der Provisionsaufwendungen für das Vermittlungsgeschäft der Mitgliedsbanken negativ.

Das Handelsergebnis weist einen positiven Saldo von 5,7 Mio. € aus. Zu diesem Ergebnis haben vor allem die WGZ BANK und die WGZ BANK Ireland beigetragen. Das Handelsergebnis der WL BANK ist dagegen auch im ersten Halbjahr 2011 negativ. Die WL BANK ist das Kompetenzcenter der Gruppe für öffentliche Kunden und hält in dieser Funktion auch Staatsanleihen europäischer Länder. Bei den Staatsanleihen, die in der WL BANK ganz überwiegend der Kategorie Fair Value zugeordnet sind, waren erneut erhebliche Kursrückgänge zu berücksichtigen.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen stieg um 73,6 Mio. € auf 74,1 Mio. €. Es wird vor allem geprägt durch die Entkonsolidierung der WGZ BANK Luxembourg und durch Abschreibungen auf das Staatsanleihenportfolio der WL BANK. Insgesamt 85 Mio. € mussten auf das Griechenlandportfolio der WL BANK ergebniswirksam wertberichtigt werden. Dem steht in gleicher Höhe eine Entlastung der Neubewertungsrücklage gegenüber, da der Wertverlust dieses Anleihebestandes bereits in den Vorjahren gegen das Eigenkapital gerechnet wurde. „Damit haben wir auch zum 30.06.2011 die derzeitigen Wertbeeinträchtigungen der europäischen Staatsanleihen nahezu vollständig verarbeitet. Wir gehen aber davon aus, mit unserer vorsichtigen Bilanzierung über Wertaufholungspotenzial in der Zukunft zu verfügen“, erläutert Böhnke.

Der Verwaltungsaufwand nahm auch in der Gruppe aufgrund der erstmals zu zahlenden Bankenabgabe um 3,8 % auf 140,3 Mio. € zu. In der Gruppe belastet die Bankenabgabe den Verwaltungsaufwand in diesem Jahr mit insgesamt 11,3 Mio. €. Ohne deren zeitanteilige Erfassung läge der Verwaltungsaufwand in der Gruppe auf nahezu unverändertem Niveau.

Das sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich von 5,4 Mio. € auf 13,5 Mio. €.

Das IFRS-Ergebnis vor Steuern in der WGZ BANK-Gruppe beträgt 222,8 Mio. €. Nach Steuern beläuft sich der Halbjahresüberschuss der WGZ BANK-Gruppe auf 225,5 Mio. €.

Bilanz der WGZ BANK-Gruppe

Die Bilanzsumme der WGZ BANK-Gruppe sank gegenüber dem 31.12.2010 um 2,8 Mrd. € (3,0 %) auf 91,3 Mrd. €. Dieser Rückgang hat seine Ursache in der Entkonsolidierung der WGZ BANK Luxembourg. Ohne diesen Effekt ergäbe sich aufgrund der Ausweitung des Mitgliedsbankengeschäfts, des Geschäfts mit den mittelständischen Firmenkunden sowie der Aktivitäten am Interbankenmarkt ein leichter Zuwachs der Bilanzsumme. Insbesondere die Geschäfte mit den mittelständischen Firmenkunden und das gewerbliche Immobiliengeschäft weisen erneut deutliche Steigerungsraten auf. Die Zusammenarbeit mit den mittelständischen Firmenkunden verläuft unverändert erfolgreich. Die WGZ BANK hat ihre Kreditausleihungen erneut steigern können. Im ersten Halbjahr hat sie 134 mittelständische Firmen als neue Kunden gewinnen können.

Solide Kapitalausstattung

Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe beträgt zur Jahresmitte 3,2 Mrd. € nach 3,0 Mrd. € im Jahr zuvor. Die Gesamtkennziffer der WGZ BANK-Gruppe gemäß Solvabilitätsverordnung stieg im Vergleich zum Vorjahreswert von 12,8 % auf 13,9 %. Die Kernkapitalquote nahm im gleichen Zeitraum von 9,2 % auf 10,2 % zu. Das Kernkapital besteht ausschließlich aus ‚hartem’ Kernkapital, es enthält keine sogenannten hybriden Kapitalbestandteile, wie beispielsweise stille Einlagen oder Tier-1-Anleihen. Angesichts dieser nach wie vor guten quantitativen und qualitativen Kapitalausstattung und der soliden Reservenausstattung sieht sich die Gruppe auch für die Zukunft gut aufgestellt.

Ausblick

Die Entwicklungen im ersten Halbjahr und die dramatische Zuspitzung der Lage an den Finanz- und Kapitalmärkten in den letzten Wochen haben deutlich gezeigt, dass die Finanzkrise nicht vorüber ist. Böhnke: „Die WGZ BANK und mit ihr die gesamte Gruppe haben die Turbulenzen dieser Krise bislang vergleichsweise gut gemeistert. Wir bleiben aber unverändert vorsichtig. Unser Umfeld ist nach wie vor schwierig. Wir sind jedoch auch für den Fall einer erneuten Verschärfung der Finanzkrise gerüstet.“ Der Verlust an Vertrauen und die Zweifel an der Verlässlichkeit der politischen Entscheidungen belaste ebenso wie erste Signale, die auf eine Abschwächung der Konjunktur hindeuteten. Das führe zu einer vorsichtigen Einschätzung hinsichtlich des weiteren Jahresverlaufs. Dennoch erwartet die WGZ BANK aus heutiger Sicht ein Ergebnis, das es erlaubt, erneut sowohl die Vorsorgereserven zu stärken als auch eine angemessene Dividende an die Anteilseigner auszuschütten.

Ertragslage der WGZ BANK AG zum 30.06.2011 nach HGB

30.06.10
Mio. €
30.06.11
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss174,8157,5-9,9
Provisionsüberschuss39,043,912,6
Nettoertrag des Handelsbestands61,331,1-49,3
Sonstiges betriebliches Ergebnis1,80,8-55,6
Verwaltungsaufwand102,1105,73,5
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge174,8127,6-27,0
Risikovorsorge-85,0-32,5-61,8
Betriebsergebnis89,895,15,9
Saldo sonstiges Geschäft18,1-1,6<-100
Ergebnis vor Steuern107,993,5-13,4
Steuern-39,6-13,8-65,2
Halbjahresüberschuss nach Steuern68,379,716,7
Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe zum 30.06.11 nach IFRS

30.06.10
Mio. €
30.06.11
Mio. €
Veränderung in %
Zinsüberschuss197,5225,013,9
Risikovorsorge im Kreditgeschäft-10,510,1<-100
Provisionsüberschuss40,938,4-6,1
Handelsergebnis-94,15,7<-100
Ergebnis aus Finanzanlagen0,574,1>100
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen-8,7-3,7-57,5
Verwaltungsaufwand-135,1-140,33,8
Sonstiges betriebliches Ergebnis5,413,5>100
Ergebnis vor Steuern-4,1222,8<-100
Steuern16,12,7-83,2
Halbjahresüberschuss12,0225,5>100