NEWS-ARCHIV DER EHEMALIGEN WGZ BANK

21.03.2011

Erfolgreiches Jahr 2010 für WGZ BANK

  • WGZ BANK erzielt Spitzenergebnis nach HGB. Jahresüberschuss vor Steuern steigt um 55 %
  • Reserven und Rücklagen erneut kräftig gestärkt
  • Cost Income Ratio der Bank bei 39 %
  • Wertanpassungen der Staatsanleihen durch strikte fair-value-Bewertung in der WGZ BANK-Gruppe verarbeitet
  • Kernkapitalquote legt auf 10,3 % zu
  • Dividende bleibt auf unverändert hohem Niveau
  • Ordentlicher Start in das Jahr 2011


Düsseldorf, 21. März 2011. Die WGZ BANK hat im Geschäftsjahr 2010 ihren erfolgreichen Kurs fortsetzen und bei wesentlichen wirtschaftlichen Eckdaten nochmals zulegen können. In einem schwierigen und wettbewerbsintensiven Umfeld hat die Bank ihre Ertragskraft erneut deutlich gesteigert. Die Kosten konnten weiter gesenkt und das Kundengeschäft ausgebaut werden. Die guten Ergebnisse erlauben nicht nur eine erneute kräftige Stärkung der Reserven und Rücklagen, sie ermöglichen es auch, den Anteilseignern eine unverändert hohe Dividende von 7 € vorzuschlagen.

Die WGZ BANK erzielte in ihrem aufsichtsrechtlich und aktienrechtlich maßgeblichen HGB-Abschluss beim Jahresüberschuss vor Steuern mit 174,1 Mio. € das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. In der WGZ BANK-Gruppe ist der Jahresüberschuss vor Steuern mit 163,6 Mio. € aufgrund der strikten Mark-to-Market-Bewertung des nach fair value eingruppierten Staatsanleihenportfolios der WL BANK rückläufig. Bei einer weithin branchenüblichen, weniger strengen Eingruppierung der Staatsanleihen hätte auch das IFRS-Gruppenergebnis über dem Vorjahreswert gelegen.

Werner Böhnke, Vorstandsvorsitzender der WGZ BANK: „Wir sind mit unseren Resultaten des Jahres 2010 zufrieden. Wir sind operativ sehr gut aufgestellt, verfügen über ein erfolgreiches Geschäftsmodell und haben die Kosten im Griff. Unsere starke Position erlaubt es uns, die Rücklagen zu stärken, unsere Anteilseigner am Erfolg zu beteiligen und darüber hinaus die Wertanpassungen der Staatsanleihen im IFRS-Gruppenabschluss zu verarbeiten.“

Die Cost Income Ratio der Bank verbesserte sich nochmals auf 39,0 %.

Das bilanzielle Eigenkapital der WGZ BANK-Gruppe stieg auf 3,1 Mrd. €. Die Gesamtkennziffer gemäß Solvabilitätsverordnung legte von 12,3 % auf 13,9 % ebenso deutlich zu wie die Kernkapitalquote, die sich von 9,2 % auf 10,3 % verbesserte. Das Kernkapital besteht dabei ausschließlich aus sog. hartem Kernkapital: Grundkapital, Rücklagen und Fonds für allgemeine Bankrisiken. Damit zeigt sich die WGZ BANK auch für Basel III gut gerüstet.

Mit Blick auf das laufende Jahr sagte Böhnke: „In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres konnte die WGZ BANK an die gute Entwicklung des Vorquartals anknüpfen. Die stabile konjunkturelle Lage in Deutschland gibt Grund zu verhaltener Zuversicht für das Gesamtjahr. Gleichwohl sind auch Belastungen der wirtschaftlichen Entwicklung keineswegs auszuschließen.

Die Bank blicke deshalb mit Optimismus, aber auch mit Vorsicht auf den weiteren Jahresverlauf. Die Auswirkungen der ökologischen, politischen und ökonomischen Veränderungen ließen sich derzeit nur schwer abschätzen. Und nicht zuletzt würden die neuen regulatorischen Maßnahmen die Ertragsrechnungen der Banken belasten.

Ertragslage der WGZ BANK 2010 nach HGB

Der Zinsüberschuss ist aufgrund der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) geänderten Verbuchungen der Erträge nicht mit dem Vorjahr vergleichbar. Der ausgewiesene Rückgang beruht darauf, dass Ergebnisse aus Handelsbeständen in Höhe von 78 Mio. € aufgrund des BilMoG nicht mehr im Zinsüberschuss, sondern im Nettoertrag des Handelsbestands auszuweisen waren. Zinsüberschuss und Nettoertrag des Handelsbestands zusammen stiegen um 6,3 % auf 431,5 Mio. €.

Der Provisionsüberschuss legte deutlich zu. Zum Ertragsanstieg hat insbesondere eine Intensivierung des Wertpapiergeschäftes mit Kunden beigetragen. Zugelegt haben auch die Kreditprovisionen sowie infolge eines gestiegenen Geschäftsumfanges die Provisionserträge im Zahlungsverkehrsgeschäft.

Der kräftige Anstieg im Nettoertrag des Handelsbestands ist auf den genannten Effekt des BilMoG zurückzuführen. Um diesen Effekt bereinigt läge das Handelsergebnis immer noch über dem Vorjahreswert.

Der Rückgang beim sonstigen betrieblichen Ergebnis hat seine wesentliche Ursache ebenfalls in einer geänderten bilanziellen Erfassung. Aufwendungen im Rahmen der Aufzinsung der Pensionsverpflichtungen, die bisher im Personalaufwand verbucht wurden, sind nunmehr hier erfasst.

Der Verwaltungsaufwand nahm deutlich ab. Einem leichten Anstieg der Personalkosten (+1,2 %) stehen erheblich gesunkene Sachaufwendungen gegenüber. Entlastend hat sich hier der Abschluss einiger umfangreicher Projekte bemerkbar gemacht. Der höhere Personalaufwand geht auf normale Gehaltssteigerungen und eine leichte Aufstockung der Zahl der Mitarbeiter zurück. Die Bank hat ihre Kosten weiter im Griff.

Das um 20,4 % verbesserte Betriebsergebnis vor Risikovorsorge erlaubt es, die ausgewiesene Risikovorsorge für das Jahr 2010 auf einem unverändert hohen Niveau zu belassen. Der deutlich überwiegende Teil betrifft in Höhe von 135 Mio. € eine Dotierung der stillen Vorsorge-Reserven nach § 340f HGB. „Mit dieser erneuten Aufstockung unserer Reserven stellen wir uns bereits heute auf die verschärften Eigenkapitalanforderungen nach Basel III ein“, so Böhnke.

Das Betriebsergebnis nach Risikovorsorge stieg gegenüber dem bereits guten Vorjahresergebnis um 56,7 % auf den neuen Spitzenwert von 149,5 Mio. €.

Der kräftige Anstieg des Steueraufwands beruht auf einem steuerlichen Sondereffekt des Vorjahres. Der Jahresüberschuss nach Steuern liegt mit 89,8 Mio. € nahezu exakt auf Vorjahresniveau.

Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung der WGZ BANK am 21. Juni 2011 die Zahlung einer unveränderten Dividende in Höhe von 7 € je Aktie im Nennwert von 100 € vorschlagen. Die Gesamtausschüttung beläuft sich auf 45,5 Mio. €. Darüber hinaus wird die WGZ BANK ihre Gewinnrücklagen mit 44,3 Mio. € dotieren.

Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe 2010 nach IFRS

Zum deutlich gestiegenen Zinsüberschuss haben alle Unternehmen der Gruppe beigetragen. Analog den Umbuchungen beim Zinsertrag im HGB-Abschluss der WGZ BANK aufgrund des BilMoG werden Zinsergebnisse der Handelsbestände nunmehr im Handelsergebnis und nicht wie in den Vorjahren im Zinsüberschuss ausgewiesen. Die Vergleichswerte für 2009 wurden entsprechend angepasst.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft nahm auch in der Gruppe deutlich ab. Wesentliche Ursachen hierfür sind die konjunkturelle Erholung und die damit einhergehende verbesserte Lage der mittelständischen Firmenkunden.

Der Provisionsüberschuss ist in der Gruppe weniger stark als in der WGZ BANK gestiegen. Dies beruht darauf, dass die WL BANK aus dem Vermittlungsgeschäft stets einen negativen Provisionsüberschuss ausweist. Der dortige Anstieg des Provisionsaufwands ist in erster Linie auf die weiteren intensiven Vermittlungstätigkeiten der Partnerbanken für die WL BANK zurückzuführen.

Der Rückgang des Handelsergebnisses betrifft überwiegend die WL BANK. Die WL BANK ist in der Gruppe das Kompetenzcenter für öffentliche Kunden und hält als Pfandbriefbank den mit Abstand größten Teil der europäischen Staatsanleihen. Diese sind vollständig nach fair value eingruppiert. „Wir haben alle Staatsanleihen Mark-to-Market bewertet. Damit haben wir die gegenwärtigen Wertbeeinträchtigungen vollständig im Ergebnisausweis verarbeitet“, stellte Böhnke fest. Bei einer weithin als branchenüblich anzusehenden weniger strengen Bewertung, hätte sich ein deutlich positives Handelsergebnis ergeben.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen zeigt sich aufgrund geringerer Abschreibungen und Verluste aus Wertpapieren mit einem positiven Saldo wieder verbessert.

Der Rückgang des Verwaltungsaufwandes in der WGZ BANK prägt maßgeblich auch jenen in der WGZ BANK-Gruppe. Bei den übrigen Banktöchtern ist der Verwaltungsaufwand dagegen moderat gestiegen. Die Cost Income Ratio stieg auf einen immer noch vorzeigbaren Wert von 58,1 %.

Das Ergebnis vor Steuern zeigt sich mit +163,6 Mio. € nach 358,2 Mio. € im Jahr zuvor entsprechend rückläufig. Das Ergebnis nach Steuern, beläuft sich auf 142,0 Mio. € nach 287,9 Mio. € im Jahr zuvor.

Nr. 1-Strategie für Rheinland und Westfalen

Deutlich vorangekommen ist die Bank bei ihrem Ziel, die Nummer 1 im Rheinland und in Westfalen bei der Kundenzufriedenheit, bei den Marktanteilsgewinnen und beim wirtschaftlichen Erfolg zu werden. Im mittelständischen Förderkreditgeschäft erzielte die Genossenschaftliche FinanzGruppe in NRW 2010 bereits Marktanteile von über 50 %. Böhnke sieht die WGZ BANK wie auch die gesamte Genossenschaftliche FinanzGruppe gut aufgestellt: „Wir haben uns auch während der Finanzkrise als verlässlicher und solider Partner unserer Kunden erwiesen. Unser Kreditengagement und das der Volksbanken und Raiffeisenbanken haben zu keiner Zeit in Frage gestanden. Dies haben auch die Kunden anerkannt. Dieses Vertrauen wollen wir nutzen und unsere Erfolge auf allen Geschäftsfeldern weiter auszubauen.“

Erneut gefestigt wurde die enge Partnerschaft der WGZ BANK mit dem Mittelstand. 2010 wurden mehr als 500 neue Kredite mit einem Volumen von über 1,7 Mrd. € vergeben. Insgesamt, also inklusive der Prolongationen, wuchs das durchschnittliche Volumen der Kredite an mittelständische Firmenkunden um 2,3 % auf nahezu 6,6 Mrd. €. Mit 223 neuen Firmenkunden wurde ein neuer Spitzenwert bei der Neukundengewinnung erzielt.

Neue Höchstwerte erreichte die WGZ BANK auch bei der Bewertung durch ihre Kunden. Im Rahmen einer aktuell wieder von einem renommierten Meinungsforschungsinstitut durchgeführten Kundenbefragung gaben 87 % der Befragten an, mit den Leistungen der WGZ BANK sehr zufrieden zu sein (2007: 84 %). 93 % bezeichnen die WGZ BANK als verlässlichen Partner (2007: 91 %) und ebenfalls 93 % (2007: 91 %) gaben an, dauerhaft Kunde der WGZ BANK bleiben zu wollen.

Ertragslage der WGZ BANK 2010 (nach HGB)

31.12.09
Mio. EUR
31.12.10
Mio. EUR
Veränderung in %
Zinsüberschuss369,3323,4-12,4
Provisionsüberschuss68,587,5+27,7
Nettoertrag des Handelsbestands36,5108,1>+100
Sonstiges betriebliches Ergebnis11,24,4-60,7
Verwaltungsaufwand-220,1-203,9-7,4
Betriebsergebnis vor Risikovorsorge265,4319,5+20,4
Risikovorsorge-170,0-170,00,0
Betriebsergebnis nach Risikovorsorge95,4149,5+56,7
Saldo sonstiges Geschäft17,724,6+39,0
Steuern-22,6-84,3>+100
Jahresüberschuss nach Steuern90,589,8-0,8
Cost Income Ratio in %45,339,0 
Ertragslage der WGZ BANK-Gruppe 2010 (nach IFRS)

31.12.09
Mio. EUR
31.12.10
Mio. EUR
Veränderung in %
Zinsüberschuss345,8414,9+20,0
Risikovorsorge im Kreditgeschäft-127,0-28,1-77,9
Provisionsüberschuss69,579,0+13,7
Handelsergebnis364,4-38,7<-100,0
Ergebnis aus Finanzanlagen-10,97,4<-100,0
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen-5,0-11,0>+100,0
Verwaltungsaufwand-280,4-266,0-5,1
Sonstiges betriebliches Ergebnis1,86,1>+100,0
Ergebnis vor Steuern358,2163,6-54,3
Steuern-70,3-21,6-69,3
Ergebnis nach Steuern287,9142,0-50,7
Cost Income Ratio in %36,658,1