PRESSEMITTEILUNGEN 2017

07.03.2017

Vorläufige Geschäftszahlen 2016

DZ BANK Gruppe erreicht Ergebnis vor Steuern von 2,2 Milliarden Euro

  • Jahresziel eines Vorsteuerergebnisses oberhalb von zwei Milliarden Euro erreicht
  • Gute Entwicklung im Kundengeschäft
  • Positive Bewertungs- und Kapitaleffekte aus der Fusion
  • Harte Kernkapitalquote unter voller Berücksichtigung der CRR auf 14,5 Prozent gesteigert (Vorjahr: 13,0 Prozent)
  • Wolfgang Kirsch: "Wir haben eine hohe innere Ertragskraft bewiesen, die wir erneut auch zur Dividendenanhebung nutzen wollen.“

Die DZ BANK Gruppe erreichte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis vor Steuern von 2,2 Milliarden Euro. Damit wurde das anvisierte Ziel eines Vorsteuerergebnisses oberhalb von zwei Milliarden Euro sicher erreicht. Das Resultat wird maßgeblich getragen von einer guten Entwicklung im Kundengeschäft. Zudem spiegelt es die gelungene Fusion mit der WGZ BANK wider. Die im Ergebnis enthaltenen fusionsbezogenen Effekte lagen per saldo bei 256 Millionen Euro.

In der Gewinn- und Verlustrechnung sind die fusionsbedingten Erträge und Aufwendungen in der Position "Ergebnis aus Unternehmenszusammenschluss WGZ BANK“ ausgewiesen. In allen anderen Positionen ist die geschäftliche Entwicklung der DZ BANK Gruppe vor Fusion im ersten Halbjahr sowie die Entwicklung der fusionierten Bank im zweiten Halbjahr 2016 enthalten. Die Ergebnisse der DZ BANK Gruppe und der DZ BANK AG sind daher nicht mit denen früherer Jahre vergleichbar.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss dieses strategisch bedeutsamen Jahres dürfen wir mehr als zufrieden sein. Nach einem zügig und geräuschlos absolvierten Fusionsprozess haben wir gute Fortschritte bei der Integration der Bank gemacht. Zugleich haben wir mit der guten Entwicklung im Kundengeschäft unsere hohe innere Ertragskraft unter Beweis gestellt, die wir erneut auch zur Dividendenanhebung nutzen wollen“, erklärt Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG.  

Die gute Ergebnissituation nutzte die DZ BANK Gruppe erneut zur Thesaurierung. Im Zusammenwirken mit positiven Effekten aus der Fusion steigerte sie ihre harte Kernkapitalquote zum 31.12.2016 auf 14,5 Prozent unter voller Berücksichtigung der Kapitalrichtlinie CRR. Zum Ende des Vorjahres lag die harte Kernkapitalquote in der Betrachtung der DZ BANK Gruppe vor Fusion bei 13,0 Prozent. Die Leverage Ratio verbesserte sich unter voller Berücksichtigung der Kapitalrichtlinie CRR gegenüber dem Vorjahr von 4,0 (vor Fusion) auf 4,1 Prozent.

 

Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Einzelnen

Der Zinsüberschuss erreichte 2,66 Milliarden Euro, wobei sich insbesondere das Firmenkundengeschäft der DZ BANK AG positiv entwickelte. Demgegenüber wirkten sich bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall zusätzliche Rückstellungen für Zinsbonifikationen an Kunden in Höhe von 175 Millionen Euro negativ aus.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft lag bei 569 Millionen Euro und war wesentlich beeinflusst durch Belastungen im Schiffskreditportfolio der DVB Bank. In allen anderen
Segmenten blieb die Risikovorsorge unauffällig.

Der Provisionsüberschuss erreichte mit 1,7 Milliarden Euro abermals ein hohes Niveau. Maßgeblich dazu beigetragen haben eine erneut gute Geschäftsentwicklung bei Union Investment und Zuwächse bei der DZ BANK AG.

Das Handelsergebnis belief sich auf 780 Millionen Euro und war geprägt durch einen guten Verlauf im Kapitalmarktgeschäft der DZ BANK AG.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen erreichte 127 Millionen Euro und enthält einen Ertrag aus der Veräußerung von Anteilen an VISA Europe in Höhe von 98 Millionen Euro.

Das Sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten lag bei 51 Millionen Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen in der DZ BANK Gruppe betrugen 3,6 Milliarden Euro. Ihre Entwicklung reflektiert insbesondere ein regulatorisch und fusionsbedingt umfangreiches Projektportfolio, die Abführung der Bankenabgabe in Höhe von  57 Millionen Euro sowie fortgesetzte Investitionen in den Ausbau des Kundengeschäfts.

Das Ergebnis aus Unternehmenszusammenschluss WGZ BANK lag bei 256 Millionen Euro. Hierin enthalten sind Erträge aus der Konsolidierung von vor der Fusion bestehenden Geschäftsbeziehungen in Höhe von 344 Millionen Euro sowie ein IFRS-bedingter positiver Bewertungseffekt in Höhe von 159 Millionen Euro. Außerdem enthält die Position Aufwendungen für Restrukturierung, Transaktion und Migration in Höhe von 247 Millionen Euro.

Die Aufwand-Ertrags-Relation erreichte einen Wert von 58,9 Prozent.

Das Konzernergebnis vor Steuern betrug 2,2 Milliarden Euro.

Das Konzernergebnis lag bei 1,6 Milliarden Euro.

 

Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

Die DZ BANK AG erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 702 Millionen Euro. Dieses gute Resultat fußt maßgeblich auf einer positiven operativen Entwicklung. Im Firmenkundengeschäft entwickelte sich das Kreditvolumen in einem anspruchsvollen Wettbewerbsumfeld weiter positiv und stieg auf 52,6 Milliarden Euro. Das gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken betriebene Kreditgeschäft legte ebenfalls merklich zu und erreichte 9,2 Milliarden Euro. Die Margen konnten dabei stabil gehalten werden. Zudem wurde sowohl die Anzahl der Kunden als auch die Tiefe der Geschäftsbeziehungen ausgebaut. Dieses Vertrauen der Firmenkunden in die DZ BANK kommt zudem in der gewachsenen Zahl der Hausbankbeziehungen zum Ausdruck.

Im institutionellen Kapitalmarktgeschäft verzeichnete die Bank eine Steigerung des Geschäftsvolumens im Primär- und Sekundärmarkt für Anleihen sowie bei Derivaten, etwa zur Zins- und Währungsabsicherung. Außerdem konnte das Volumen bei Verbriefungen, beispielsweise von Handels- und Leasingforderungen von Firmenkunden, erneut gesteigert werden. Im Kapitalmarktgeschäft mit Privatkunden wurde der Absatz auf 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,3 Milliarden Euro) erhöht. Gemessen am ausstehenden Volumen stärkte die DZ BANK damit ihre Stellung als marktführender Emittent. Im Geschäft mit fortlaufend emittierten Produkten lag sie gemessen an Börsenumsätzen mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 11,0 Prozent (Vorjahr: 9,2 Prozent) auf Platz 3. Im Transaction Banking untermauerte die DZ BANK ihre starke Marktposition als Verwahrstelle und erhöhte die Assets under Depository auf 184 Milliarden Euro. Positiv wirkte sich auch die "Wachstumsinitiative Karten" aus, die zu einer deutlichen Steigerung der ausgegebenen Kreditkarten führte.

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall kam auf ein Ergebnis vor Steuern von 158 Millionen Euro (Vorjahr: 341 Millionen Euro). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf zusätzliche Rückstellungen für Zinsbonuszahlungen an Kunden in Höhe von 175 Millionen Euro zurückzuführen. Das Kundengeschäft entwickelte sich mit einem Bausparneugeschäft von 29,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 35 Milliarden Euro) und einem Baufinanzierungsneugeschäft von 13,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 14,4 Milliarden Euro) weiterhin erfreulich, nachdem das Vorjahr durch eine insgesamt überdurchschnittliche Marktentwicklung begünstigt gewesen war.

Die R+V Versicherung steigerte ihr Ergebnis vor Steuern von 625 Millionen Euro auf 681 Millionen Euro. Die Verdienten Beiträge aus dem Versicherungsgeschäft wuchsen auf 14,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 14,4 Milliarden Euro). Ein Anstieg bei Sach- und Rückversicherungen überkompensierte dabei einen Rückgang bei Lebensversicherungen. Das Kapitalanlageanlageergebnis stieg gegenüber dem Vorjahr deutlich an.

Das Ergebnis vor Steuern von Union Investment erreichte mit 468 Millionen Euro (Vorjahr: 556 Millionen Euro) erneut ein sehr gutes Niveau. Maßgeblich dafür ist der unverändert hohe Provisionsüberschuss, der mit 1,21 Milliarden Euro annähernd den sehr guten Wert von 2015 erreichte. Die Assets under Management stiegen, primär angetrieben durch einen hohen Nettoabsatz in allen Kundensegmenten, auf den neuen Rekordwert von 292,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 260,8 Milliarden Euro) zum Jahresende.

Die DG HYP erzielte ein Ergebnis vor Steuern von 237 Millionen Euro nach 447 Millionen Euro im Vorjahr. Wesentlich dafür waren negative Bewertungseffekte aus dem Abbauportfolio infolge der Ausweitung von Credit Spreads, nachdem in den Vorjahren erhebliche Wertaufholungen verzeichnet worden waren. Am Markt konnte sich die DG HYP mit einer kräftigen Steigerung des Neugeschäfts in der gewerblichen Immobilienfinanzierung von 5,7 Milliarden Euro auf 7,4 Milliarden Euro sowie im gemeinsam mit Genossenschaftsbanken betriebenen Geschäft von 2,8 Milliarden Euro auf 3,2 Milliarden Euro weiter erfolgreich positionieren.

Das Ergebnis vor Steuern der WL BANK, die erstmals in die Berichterstattung der DZ BANK Gruppe einbezogen wurde, lag für das zweite Halbjahr 2016 bei 118 Millionen Euro. Die WL BANK entwickelte sich positiv in ihren Kerngeschäftsfeldern Wohnungswirtschaft, Kommunalfinanzierung und private Baufinanzierung, steigerte trotz einer vorsichtigen Risikopolitik den Gesamtbestand in der Immobilienfinanzierung von 17,9 auf  20,1 Milliarden Euro und profitierte zudem von Bewertungseffekten im Wertpapierbestand.

Die TeamBank verbesserte ihr Ergebnis vor Steuern auf 143 Millionen Euro (Vorjahr: 132 Millionen Euro). Trotz eines intensiven Verdrängungswettbewerbs im Markt steigerte die TeamBank die Zahl ihrer Kunden von 622.000 auf 638.000 und baute ihr easyCredit-Neugeschäft auf 2,41 Milliarden Euro aus (Vorjahr: 2,23 Milliarden Euro).

Das Ergebnis vor Steuern der DZ PRIVATBANK lag bei drei Millionen Euro gegenüber 38 Millionen Euro im Jahr 2015. Ursächlich für den Rückgang waren ein vermindertes Handelsergebnis nach einem durch währungsbedingte Sondereffekte beeinflussten hohen Vorjahreswert, erhöhte Rückstellungen sowie der anhaltende Margendruck im Private Banking. Die operative Entwicklung war indes durch eine erfreuliche Erhöhung der Assets under Management auf 16,9 Milliarden Euro (Vorjahr: 15,6 Milliarden Euro) und einen weiteren Anstieg des verwalteten Fondsvolumens im Custody-Geschäft gekennzeichnet.

Die VR LEASING ist mit der Fokussierung ihres Geschäfts weiter gut vorangekommen und erreichte ein Ergebnis vor Steuern von sieben Millionen Euro (Vorjahr: minus 19 Millionen Euro). Das Neugeschäft blieb nahezu konstant auf solidem Niveau.

Die DVB Bank verzeichnete ein Ergebnis vor Steuern von minus 285 Millionen Euro (Vorjahr: 46 Millionen Euro). Ursächlich dafür ist eine deutlich erhöhte Risikovorsorge für Altengagements in der Schiffs- und Offshorefinanzierung. Bei gleichzeitig stabiler und werthaltiger Geschäftsentwicklung in der Transportfinanzierung erzielte die DVB Bank ein Neugeschäft in Höhe von 6,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,2 Milliarden Euro).

 

Ausblick

Das wirtschaftliche und politische Umfeld bleibt herausfordernd. Dazu zählen gewachsene politische Risiken, vor allem die offen zu Tage tretenden Veränderungen in den transatlantischen Beziehungen und die bislang ungelöste Identitätskrise Europas. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die konjunkturellen Stimmungsindikatoren im Euroraum merklich aufgehellt haben. Die wirtschaftliche Dynamik in Deutschland ist verhalten positiv. Die Volkswirte des DZ BANK Research prognostizieren für 2017 ein Wachstum von 1,2 Prozent.

"Der Auftakt des Geschäftsjahres 2017 ist vielversprechend verlaufen. Zugleich wird das laufende Jahr durch weitere strukturelle Arbeiten in Folge der Fusion geprägt sein, während die Synergien erst in den Folgejahren voll zum Tragen kommen. Wir rechnen daher mit einem Ergebnis vor Steuern oberhalb von 1,5 Milliarden Euro. In den Folgejahren wollen wir uns dann im Rahmen unserer nachhaltigen Ergebnisspanne von 1,5 bis zwei Milliarden Euro wieder steigern", sagt Wolfgang Kirsch.

Der nächste Schritt für die Aufstellung der DZ BANK Gruppe ist die Weiterentwicklung in Richtung einer Holdingstruktur. Die Grundlagen dafür werden im laufenden Jahr erarbeitet. Darüber hinaus strebt die DZ BANK Gruppe eine Neuordnung ihrer Immobilienaktivitäten an. Das gemeinsame Ziel dieser Maßnahmen ist eine hohe Effektivität in der Steuerung und zugleich eine bestmögliche Konzentration der einzelnen Einheiten auf die Weiterentwicklung ihres jeweiligen Leistungsangebots.

Wolfgang Kirsch: "Die erfolgreiche Fusion und die laufendenden strukturellen Arbeiten sichern langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unserer starken Allfinanzgruppe. Zugleich arbeiten wir weiter konzentriert an unserem Markterfolg. Die solide Ausstattung mit Kapital und Liquidität, die gute Reputation, eines der besten Bankenratings in Europa und das mit der Fusion komplettierte Leistungsangebot sind Argumente, mit denen wir überzeugen können. Der Zuspruch unserer Kunden, insbesondere im Firmenkundengeschäft, bestärkt uns darin."

 

Dokumente zur Bilanzpressekonferenz:

Rede Wolfgang Kirsch (PDF, 0,1 MB)

Präsentation (PDF, 0,9 MB)


 
Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

in Mio. Euro

2016

2015
DZ BANK
Gruppe vor
Fusion

Zinsüberschuss

2.660

2.870

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

-569

-153

Provisionsüberschuss

1.698

1.632

Handelsergebnis

780

369

Ergebnis aus Finanzanlagen

127

59

Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten

51

300

Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft

760

676

Verwaltungsaufwendungen

-3.600

-3.252

Sonstiges betriebliches Ergebnis

34

-48

Ergebnis aus Unternehmens-zusammenschluss WGZ BANK

256

./.

Konzernergebnis vor Steuern

2.197

2.453

Ertragsteuern

-591

-657

Konzernergebnis

1.606

1.796

Cost Income Ratio [in %]

58,9

55,5

Bilanzsumme [in Mrd. Euro]

509,4

408,3