PRESSEMITTEILUNGEN 2015

04.03.2015

Vorläufige Geschäftszahlen 2014

DZ BANK Gruppe erzielt Vorsteuerergebnis von 2,87 Milliarden Euro

  • Vorsteuerergebnis steigt um 29,1 Prozent auf neue Bestmarke von 2,87 Milliarden Euro
  • Gute operative Entwicklung der DZ BANK Gruppe
  • Robuste Konjunktur in Deutschland, entspanntes Kapitalmarktgeschehen und Sondereffekte begünstigen Ergebnis
  • Harte Kernkapitalquote liegt bei 12,2 Prozent zum Jahresende – unter Vollanwendung der CRR bei 11,4 Prozent
  • Dividendenvorschlag von 15 Cent je Aktie
  • Auftakt des Geschäftsjahres 2015 zufriedenstellend verlaufen
  • Wolfgang Kirsch: „Dieses Ergebnis erfüllt uns mit Stolz. Für 2015 rechnen wir mit einem Resultat unterhalb der beiden Vorjahre – entsprechend unserer inneren Ertragskraft“

Die DZ BANK Gruppe hat im Geschäftsjahr 2014 erneut ein Rekordergebnis erreicht. Auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen nach IFRS erzielte die DZ BANK Gruppe ein Ergebnis vor Steuern von 2,87 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 29,1 Prozent gegenüber dem Jahresabschluss 2013 (2,22 Milliarden Euro). „Dieser starke Jahresabschluss fußt wesentlich auf einer guten operativen Entwicklung innerhalb unserer Geschäftssegmente. Diese wurde begünstigt durch Faktoren wie die robuste Konjunktur in unserem deutschen Heimatmarkt und das vergleichsweise entspannte Kapitalmarktgeschehen“, sagt Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG. In diesem vergleichsweise freundlichen Umfeld reduzierte sich die bereits unauffällige Risikovorsorge auf ein nochmals niedrigeres Niveau. Weitere Wertaufholungen in den Staatsanleihebeständen, ein hohes Versicherungsergebnis sowie Sondereffekte schlugen sich zudem positiv nieder. „Im Resultat haben diese Effekte maßgeblich zu einem außerordentlichen Jahresergebnis oberhalb unserer Erwartungen beigetragen“, erklärt Kirsch.

Die gute Ertragsentwicklung hat die DZ BANK Gruppe für eine weitere Substanzstärkung aus eigener Kraft genutzt. Im Zusammenwirken mit der 2014 erfolgten Kapitalerhöhung im Volumen von 1,5 Milliarden Euro und einem unverändert sorgsamen Management der Risikoaktiva konnten die Kapitalquoten deutlich gesteigert werden. Die harte Kernkapitalquote erreichte zum Jahresende 12,2 Prozent (2013: 9,2 Prozent), unter Vollanwendung der Capital Requirements Regulation lag sie bei 11,4 Prozent (2013: 7,1 Prozent).

„Wir haben in der Verbesserung unserer Kapitalsituation weiter gute Fortschritte erzielt – bei einem gleichzeitigen Wachstum in den Geschäftssegmenten. Mit unserer gegenwärtigen Eigenmittelausstattung sind wir gut für zusätzliche Anforderungen gerüstet. Zugleich bleibt ein effektives Kapitalmanagement für uns eine zentrale Gestaltungsaufgabe“, sagt Kirsch. 

Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

Die DZ BANK AG steigerte ihr Ergebnis vor Steuern deutlich um 552 Millionen Euro auf 906 Millionen Euro. Die Grundlage dieses Resultats bildete die stabile operative Entwicklung. Zugleich wirkten sich eine sehr niedrige Risikovorsorge und der Wegfall von Belastungen im Handelsergebnis des Vorjahres positiv aus. Die DZ BANK AG verzeichnete insbesondere im Firmenkundengeschäft eine gute Geschäftsentwicklung. Das Bestandsvolumen im Kreditgeschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreswert um neun Prozent auf 35 Milliarden Euro. Auch dank der effektiven gemeinsamen Marktbearbeitung mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken konnte die Kundenzahl weiter gesteigert werden. Neben einer Ausweitung des Geschäftsvolumens wurden bestehende Geschäftsbeziehungen intensiviert. Im Kapitalmarktgeschäft mit Genossenschaftsbanken und institutionellen Kunden verlief die Entwicklung angesichts intensiven Wettbewerbs, gestiegener regulatorischer Anforderungen und des Niedrigzinsniveaus zufriedenstellend. Im Transaction Banking erreichte die DZ BANK mit 4,7 Milliarden abgewickelten Zahlungsverkehrstransaktionen erneut einen Rekordwert. Die verwahrten Vermögensgegenstände im Depotbankgeschäft stiegen um 17 Prozent auf über 117 Milliarden Euro. Im Privatkundengeschäft hat die DZ BANK ihre Marktposition im Geschäft mit strukturierten Produkten für Privatanleger weiter verbessert. Mit einer Steigerung des Marktanteils, gemessen am ausstehenden Volumen, um 1,7 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent liegt die Bank inzwischen auf Platz 2 des Gesamtmarktes. Der Absatz stieg um fünf Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Gemessen an den Börsenumsätzen liegt die DZ BANK auf dem dritten Platz.

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall erreichte ein Ergebnis vor Steuern von 379 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 23,5 Prozent und ist primär bedingt durch einen verbesserten Provisionsüberschuss infolge einer geänderten Provisionsabgrenzung. Das Bausparneugeschäft belief sich auf 31,1 Milliarden Euro und befindet sich damit unverändert in einem langfristigen Wachstumstrend. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert ist primär auf Vorzieheffekte im Jahr 2013 aufgrund einer Tarifumstellung zurückzuführen. Mit einem Marktanteil von 30 Prozent ist das Unternehmen weiter unangefochtener Marktführer. Beim Baufinanzierungsvolumen wurde mit 13,4 Milliarden Euro erneut eine Bestmarke in der Unternehmensgeschichte erreicht.

Union Investment verzeichnete einen Ergebniszuwachs von 21,8 Prozent und kam auf ein Resultat von 486 Millionen Euro. Die Assets under Management stiegen erneut kräftig und lagen zum Jahresultimo bei 232,1 Milliarden Euro (2013: 206,2 Milliarden Euro). Neben einer guten Performance der Fondspalette und einer positiven Marktentwicklung wirkte sich hier der starke Nettoabsatz sowohl an institutionelle Kunden (11,1 Milliarden Euro) als auch Privatkunden (5,1 Milliarden Euro) positiv aus.

Die R+V Versicherung erzielte ein Ergebnis von 788 Millionen Euro nach 311 Millionen Euro im Vorjahr. Die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich in allen Geschäftsfeldern und stiegen insgesamt um 10,1 Prozent auf 14 Milliarden Euro. Einen wesentlichen Beitrag zur Ergebnissteigerung leistete zudem der deutliche Anstieg des Kapitalanlageergebnisses. Die im Jahr 2013 außerordentlich hohe Belastung durch Elementarschäden ging im Jahr 2014 signifikant zurück.

Die TeamBank erreichte im Geschäftsjahr 2014 ein Ergebnis vor Steuern von 68 Millionen Euro (2013: 116 Millionen Euro). Die operative Entwicklung verlief unverändert erfolgreich. Der easyCredit-Bestand wuchs von 6,6 Milliarden Euro auf 6,8 Milliarden Euro, die Kundenzahl erhöhte sich auf 626.000. Maßgeblich beeinflusst ist das Ergebnis durch negative Sondereffekte in Höhe von rund -60 Millionen Euro. Insbesondere wirkten sich Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Kreditbearbeitungsgebühren aus.

Die DZ PRIVATBANK verzeichnete im abgelaufenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern von 54 Millionen Euro nach 88 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis ist beeinflusst durch einen geringeren Zinsüberschuss vor allem in Folge des niedrigen Zinsniveaus und eines geringeren Kreditvolumens. Demgegenüber erhöhte sich der Provisionsüberschuss. Die Assets under Management im Private Banking stiegen von 13,5 Milliarden Euro auf 14,2 Milliarden Euro und die Assets under Custody im Depotbankgeschäft erhöhten sich von 76,8 Milliarden Euro auf eine Rekordmarke von 85,9 Milliarden Euro.

Die DG HYP erzielte mit einer erfolgreichen Entwicklung im Kerngeschäft, der gewerblichen Immobilienfinanzierung, ein Ergebnis von 579 Millionen Euro (2013: 1,2 Milliarden Euro). Die im Vorjahr prägenden Wertaufholungen im Staatsanleihenportfolio setzten sich fort, waren jedoch in der Tendenz deutlich rückläufig. Das Neugeschäft in der gewerblichen Immobilienfinanzierung war aufgrund des intensiven Wettbewerbs und einer konservativen Risikopolitik leicht rückläufig, entwickelte sich aber weiterhin auf hohem Niveau. 

Die VR LEASING war im Geschäftsjahr 2014 stark durch die geänderte Rechtslage in Ungarn belastet, der zufolge Gesetzesänderungen rückwirkend bis 2004 erfolgten. Infolge entsprechender Aufwendungen in Höhe von 130 Millionen Euro kam die VR LEASING auf ein Ergebnis vor Steuern von -86 Millionen Euro. Die bereits 2012 eingeleitete Rückführung des Osteuropa-Geschäfts verläuft unterdessen planmäßig. Das operative Geschäft entwickelte sich dank der strategischen Ausrichtung auf die Genossenschaftsbanken erfolgreich. So stieg etwa das Neugeschäft im Mobilienleasing deutlich von 835 Millionen Euro auf rund eine Milliarde Euro.

Die DVB Bank erreichte ein Ergebnis von 104 Millionen Euro gegenüber 124 Millionen Euro im Vorjahr. Der Zinsüberschuss verminderte sich infolge des Wegfalls eines Einmaleffektes aus Asset-Verkäufen im Vorjahr, hoher vorzeitiger Tilgungen und eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks. Die Nettozuführung zur Risikovorsorge im Bereich Shipping Finance verminderte sich dank eines konsequenten Risikomanagements. Operativ verzeichnete die DVB BANK im schwierigen Marktumfeld eine erfreuliche Entwicklung. Das Neugeschäftsvolumen und die Zahl der akquirierten Transaktionen im Kerngeschäft Transport Finance wurden deutlich ausgebaut.

Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Einzelnen

Der Zinsüberschuss der DZ BANK Gruppe ermäßigte sich um 2,2 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Der Rückgang resultiert im Wesentlichen aus den Folgen des Niedrigzinsniveaus.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank um 65 Prozent auf -191 Millionen Euro. Insbesondere in der DZ BANK AG, der DVB Bank und der DG HYP ergab sich jeweils eine deutliche Verbesserung des Risikovorsorgesaldos.

Der Provisionsüberschuss stieg insbesondere aufgrund der erneut starken Geschäftsentwicklung bei Union Investment um 28 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.   

Das Handelsergebnis erhöhte sich auf 471 Millionen Euro (2013: 148 Millionen Euro). Dieser Anstieg geht im Wesentlichen zurück auf den Wegfall von Effekten aus der Bewertung eigener Emissionen, die im Vorjahr das Ergebnis belastet hatten.  

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich erneut und erreichte 109 Millionen Euro nach
-124 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür waren die Veräußerung der Anteile an Natixis sowie Erlöse aus dem Verkauf von Asset Backed Securities.

Das Sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten verringerte sich nach einem durch starke Wertaufholungen im Staatsanleihenportfolio der DG HYP geprägten Vorjahr auf nun 327 Millionen Euro (2013: 1,1 Milliarden Euro).  

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 5,1 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Hierin sind zum einen Investitionen in das weitere Wachstum des Kundengeschäfts, insbesondere im Firmenkundengeschäft, enthalten. Zum anderen sind die Personal- und Projektkosten im Zusammenhang mit den regulatorischen Anforderungen weiter gestiegen. 

Die harte Kernkapitalquote lag zum 31.12.2014 bei 12,2 Prozent. Unter Vollanwendung der Kapitalrichtlinie CRR erreichte die harte Kernkapitalquote 11,4 Prozent (2013: 7,1 Prozent).  

Das Konzernergebnis vor Steuern stieg auf 2,87 Milliarden Euro (2013: 2,22 Milliarden Euro).

Das Konzernergebnis nach Steuern stieg um 47 Prozent auf 2,16 Milliarden Euro nach 1,47 Milliarden Euro im Vorjahr. 

Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 15 Cent je Aktie nach 13 Cent im Vorjahr vorgeschlagen werden. „Mit diesem Dividendenvorschlag schaffen wir einen angemessenen Ausgleich zwischen Eigentümerinteressen einerseits und einer weiteren Stärkung der Kapitalsituation andererseits“, erklärt Kirsch. 

Ausblick

Nach dem guten Abschluss des Geschäftsjahres 2014 und der erfolgreichen Bewältigung des Comprehensive Assessment steht für die DZ BANK Gruppe im Jahr 2015 die kontinuierliche Weiterentwicklung des operativen Geschäfts im Vordergrund. „Unsere Industrie als Ganzes befindet sich inmitten eines Gezeitenstroms aus immer strikterer Regulierung, dauerhaft niedrigen Zinsen und der Digitalisierung. Die Beschäftigung mit den unmittelbaren Auswirkungen der Regulierung darf und wird uns daher nicht den Blick auf die Entwicklung unseres Bankgeschäfts verstellen“, sagt Wolfgang Kirsch. „Dem Ertragsdruck durch die Niedrigzinsen begegnen wir mit einer weiteren Intensivierung der Marktbearbeitung mit den Genossenschaftsbanken. Im Wettbewerb mit bekannten und neuen Herausforderern müssen wir mit innovativen und kundenfreundlichen Verfahren unsere gute Marktposition verteidigen. Und nicht zuletzt müssen wir den steigenden regulierungsbedingten Aufwendungen ein striktes Kostenmanagement und Effizienzsteigerungen entgegenstellen“, ergänzt Kirsch.

Erneut leichten Rückenwind für die Geschäftsentwicklung erwarten die Volkswirte der DZ BANK von der soliden Konjunktur in Deutschland. Zwar belasten geopolitische Krisen und politische Spannungen innerhalb Europas das Wirtschaftsklima. Unterstützend wirken dagegen der geringe Ölpreis und der niedrige Eurokurs. Im Ergebnis dürfte das BIP-Wachstum in Deutschland im Jahr 2015 bei 1,8 Prozent liegen. „Für uns ist der Start ins laufende Geschäftsjahr zufriedenstellend verlaufen. Nach zwei herausragenden Ergebnissen in den Jahren 2013 und 2014, die durch Effekte wie Wertaufholungen und eine geringe Risikovorsorge begünstigt waren, dürften wir uns im Jahr 2015 auf ein Ergebnisniveau unterhalb der beiden Vorjahre zubewegen, das primär unsere innere Ertragskraft reflektiert“, so Kirsch.

Dokumente zur Bilanzpressekonferenz:

Rede Wolfgang Kirsch (PDF, 0,13 MB)

Präsentation (PDF, 0,32 MB)

 

Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

In Mio. Euro

2014

2013

Veränderung in %

Zinsüberschuss

3.049

3.118

-2,2

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

-191

-540

-64,6

Provisionsüberschuss

1.415

1.104

28,2

Handelsergebnis

471

148

>100,0

Ergebnis aus Finanzanlagen

109

-124

>100,0

Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten

327

1.100

-70,3

Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft

940

375

>100,0

Verwaltungsaufwendungen

-3.088

-2.937

5,1

Sonstiges betriebliches Ergebnis

-165

-23

>100,0

Konzernergebnis vor Steuern

2.867

2.221

29,1

Ertragsteuern

-710

-754

-5,8

Konzernergebnis

2.157

1.467

47,0

Cost Income Ratio [in %]

50,2

51,5

-1,3%-Punkte

Bilanzsumme [in Mrd. Euro]

402,5

385,4

4,4