PRESSEMITTEILUNGEN 2015

22.10.2015

Die Stipendiaten 2015/16 der DZ BANK Kunstsammlung stehen fest

Einvernehmliche Entscheidung der Jury für Laura Bielau und Bruno Zhu

Die DZ BANK Kunstsammlung hat erneut zwei Arbeitsstipendien an herausragende Künstlerinnen und Künstler vergeben, die mit dem Medium Fotografie arbeiten.

Die Entscheidung der Juroren fiel auf zwei Künstler, die in ihrer Herangehensweise nicht unterschiedlicher sein könnten. Einvernehmlich kam die Jury zu dem Ergebnis, dass Laura Bielau und Bruno Zhu aus den rund 40 Bewerbungen mit ihren eingereichten Projektideen am überzeugendsten waren. Zur Auswahl der ersten fünf Kandidaten zählen zudem Jana Müller, Andrezej Steinbach und Oriol Vilanova, die ebenfalls herausragende Bewerbungen einreichten.

Der aktuellen Jury gehörten neben den beiden letztmaligen Stipendiaten Ulrich Gebert (Künstler, München) und Andrej Krementschouk (Künstler, Leipzig) auch Kunstvermittler Dr. Johannes Janssen (Direktor, Museum Sinclair-Haus, Bad Homburg), Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung, Thomas Seelig (Direktion/Kurator, Fotomuseum Winterthur, Zürich, Schweiz), Thomas D. Trummer (Direktor, Kunsthaus Bregenz, Österreich) und Thomas Weski (Kurator, Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt, Berlin) an.

Alle zwei Jahre schlägt eine wechselnde siebenköpfige Jury die Kandidaten vor, die für das Projektstipendium f/12.2 der DZ BANK Kunstsammlung in Frage kommen. Diese werden eingeladen, sich mit Arbeitsproben und Projektideen zu bewerben, die im weitesten Sinne mit fotografischen Bildern zu tun haben sollen. Mit dem Stipendium wird Künstlern die Möglichkeit geboten, für ein Jahr intensiv an einem künstlerischen Projekt zu arbeiten. Eine Auswahl der entstanden Werke wird zudem für die DZ BANK Kunstsammlung erworben; eine Förderung im doppelten Sinne.

Laura Bielau (*1981, Halle/Saale, lebt und arbeitet in Berlin) hat nicht nur eine fundierte künstlerische Ausbildung bei Professoren wie Peter Piller und Timm Rautert genossen, sondern sie ist darüber hinaus eine von der Pike auf ausgebildete Fotografin. In ihrer Arbeit hinterfragt Bielau stets das Medium als solches. Sie beschäftigt sich mit den Entstehungsprozessen von Fotografie, indem sie beispielsweise die Doppeldeutigkeit des Begriffs Darkroom visualisiert, wenn sie eine Dunkelkammer zur Kulisse von Striptease-Tänzerinnen werden lässt. Sie setzt sich bildnerisch mit Positionen der Fotogeschichte auseinander, indem sie sich auf Künstler wie Marcel Duchamp oder Albert Renger-Patzsch bezieht. In ihren Arbeitsprozessen reflektiert sie auch immer wieder ihre Rolle als Fotografin und Geschichtenerzählerin.

Bielau ist sich der gesellschaftlichen Reflektionsmöglichkeiten der Fotografie sehr bewusst und wird in ihrem eingereichten Projekt den Menschen in seiner jeweiligen Arbeitswelt untersuchen. Sie selbst formuliert, ihr Anliegen sei es, die Realität nicht interpretiert darzustellen, sondern möglichst neutral zu berichten. Es ist davon auszugehen, dass sie auch mit dieser Serie vielschichtige Bildwelten schaffen wird, die den Betrachter und seinen Erfahrungshorizont herausfordern und zum Nachdenken über den Zusammenhang von Sujet und Künstler(in) anregen.

Bruno Zhu (*1991, Portugal, lebt und arbeitet in Amsterdam), der jüngste Bewerber, steht kurz vor dem Master of Fine Arts. Obwohl Zhu noch am Anfang seiner künstlerischen Karriere steht, sahen alle sieben Juroren hohes Entwicklungspotential in seiner Arbeit. Sein unkonventioneller Umgang mit der Fotografie, die Zhu beispielsweise in Installationen als zweidimensionale Aufkleber sowie als dreidimensionale, marginale Skulpturen im Raum präsentiert, überzeugte das Fachgremium. Zhu untersucht Phänomene der digitalen Welt, wie etwa die Ausdrucksformen und Findungsprozesse Heranwachsender im World Wide Web. Als „digital native“ zeigt er einen zeitgenössischen Umgang mit der digitalen Welt, kann dabei aber eine reflektierte Haltung einnehmen und die Ergebnisse seiner Forschung in die reale Welt überführen. Zhu untersucht Atmosphären und Ideen von Schein und Sein, von fiktiver und realer Welt. Themen, die ihm vermutlich schon während seines Modedesign-Studiums in London begegnet sind. Das bevorstehende Projekt beschäftigt sich mit Illusionen und Ideen von Lifestyle, wie sie Modemagazine und IKEA-Kataloge schaffen. Der Konsument kauft nicht nur einen abgebildeten Tisch oder eine Lampe, sondern erhofft sich zudem das Leben, das durch die Inszenierung der Dinge suggeriert wird, auf sich selbst zu übertragen. In seiner Arbeit dekonstruiert er diese Vorstellung, indem er Möbelstücke aus dem Katalog in Lebensgröße printet und sie dann zu dreidimensionalen Skulpturen formt und präsentiert.

Die beiden Künstler erhalten über ein Jahr monatlich jeweils 1.000 € sowie den Ankauf ausgewählter Arbeiten aus ihrem Projekt. Die Ergebnisse der beiden Stipendiaten werden im Dezember 2016, gemeinsam mit ausgewählten Arbeiten von Jana Müller, Andrezej Steinbach und Oriol Vilanova im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung gezeigt. Die Ausstellung wird durch eine Broschüre begleitet.

DZ BANK Kunstsammlung
Im ART FOYER zeigt die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main auf rund 300 qm Ausstellungsfläche vier wechselnde Ausstellungen im Jahr. Die Sammlung des Spitzen-instituts der Volksbanken Raiffeisenbanken umfasst mehr als 7000 Werke von rund 800 Künstlern und widmet sich dem fotografischen Bild in der internationalen, zeitgenössischen Kunst.

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Weitere Informationen unter www.dzbank-kunstsammlung.de