PRESSEMITTEILUNGEN 2014

19.11.2014

DZ BANK Research Jahresprognose 2015: Deutsche Wirtschaft wächst um 1,0 Prozent / „Deutsche Konjunktur bleibt kraftlos“ / DAX Ende 2015 bei 9.500 Punkten

Deutschland ist nicht mehr die Wachstumslokomotive Europas. Dies ist eine der zentralen Aussagen des DZ BANK Research bei der Vorstellung der Jahresprognose 2015. „Die deutsche Konjunktur bleibt im kommenden Jahr kraftlos. Und auch die übrige Eurozone wächst weiterhin sehr verhalten. Mit signifikanten positiven Impulsen für die Aktienmärkte rechnen wir daher nicht. Vielmehr dürften uns intensive Schwankungen und zwischenzeitliche Korrekturen bevorstehen“, sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research & Volkswirtschaft der DZ BANK. Das DZ BANK Research prognostiziert für die Wirtschaft in Deutschland ein Wachstum von 1,0 Prozent im Jahr 2015. Für den Deutschen Aktienindex (DAX) erwarten die Experten einen Stand von 9.500 Punkten zum Ende des Jahres 2015. Bei der Inflation rechnen sie mit einem Anstieg von 0,9 auf 1,5 Prozent, sodass die Deflationssorgen zunächst unbegründet bleiben. „Ob Europa im Jahr 2016 wieder auf den Pfad nachhaltiger Prosperität zurückkehren kann, wird wesentlich von der Umsetzung struktureller Reformen abhängen. Die Notenbanken werden wohl in den Kauf von Staatsanleihen einsteigen und so noch ein wenig Zeit erkaufen können, doch ihr Einfluss auf die Wirtschaft schwindet. Zudem dürfte die Diskussion über neue Konjunkturimpulse finanziert durch höhere Haushaltsdefizite an Dynamik gewinnen“, sagt Bielmeier.

Europa vor leichter Erholung „im Windschatten der Weltkonjunktur“

Im Windschatten einer anziehenden Weltkonjunktur wird sich die Wirtschaft der Eurozone im Jahr 2015 leicht aus der Rezession erholen, so die Meinung von Michael Holstein, Leiter Volkswirtschaft der DZ BANK. „Wir rechnen mit positiven Wachstumsraten in allen EWU-Ländern“, sagt Holstein. „Das Tempo des Aufschwungs fällt jedoch langsamer aus als noch vor einem Jahr angenommen. Die ausbleibenden Reformen der Haushalts- und Arbeitsmarktpolitik in großen Volkswirtschaften wie Frankreich und Italien wirken sich hier bereits aus.“ Für die Weltwirtschaft sieht das DZ BANK Research im Jahr 2015 ein Wachstum von 3,75 Prozent nach 3,25 Prozent im Jahr 2014. Die Eurozone hingegen werde einen BIP-Zuwachs von lediglich 0,8 Prozent erzielen. Für Unterstützung sorgen die expansive Geldpolitik und das niedrige Zinsniveau, das zu entsprechenden Investitionsanreizen für die Unternehmen führt. In Deutschland wirkt sich zudem die stabile Lage am Arbeitsmarkt positiv auf die Konsumnachfrage aus. So erwarten die Experten der DZ BANK im Jahr 2015 eine nur leichte Erhöhung der Arbeitslosenquote von 6,7 auf 6,9 Prozent und ein gleichbleibend hohes Verbrauchervertrauen. Dennoch bleibt im Jahr 2016 der Wachstumsausblick für Deutschland eher verhalten, die Experten der DZ BANK gehen von einer Zuwachsrate des deutschen Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent aus.

An Aktien führt kein Weg vorbei – Anleihen historisch sehr teuer bewertet

„Angesichts fehlender Anlagealternativen im Niedrigzinsumfeld führt auch im Jahr 2015 kein Weg an Aktien vorbei. Insbesondere Anleihen sind inzwischen historisch sehr teuer bewertet“, erklärt Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ BANK. „Allerdings wird es mit Blick auf den verhaltenen Konjunkturaufschwung immer wichtiger für Anleger, selektiv einzelne Chancen zu ergreifen. Denn ein breiter Aufschwung an den Aktienmärkten dürfte im kommenden Jahr ausbleiben.“ Stattdessen sei zunächst noch einmal ein Kursrückgang möglich, bevor dann eine moderate Erholung in Richtung 9.500 Punkte zu erwarten sei. Dieser Wert entspricht auch den Kursprognosen der DZ BANK für den DAX zur Jahresmitte und zum Jahresende 2015. Die Experten rechnen dabei mit Schwankungen in einem Band zwischen 8.500 und 10.000 Punkten. Zudem sei der DAX in einem wachstumsschwachen Umfeld anfällig für Korrekturen, wenn sich beispielsweise die hohen Bewertungen in den USA auf ein niedrigeres Niveau begeben würden.

Anlagechancen bei Dividendentiteln

Interessante Möglichkeiten für konservative Anleger bieten nach Ansicht von Christian Kahler die sogenannten Dividendenaristokraten, also Unternehmen die in den vergangenen Jahren ihre Ausschüttungen kontinuierlich erhöht haben. Gerade einige DAX-Unternehmen sollten Investoren im Jahr 2015 mit ihrer hohen Bilanzqualität, stabilen Dividenden und einem soliden Gewinnwachstum überzeugen. Das Kurspotenzial sei jedoch auch hier begrenzt, da die Entwicklung der Aktienkurse den Gewinnen vorausgelaufen sei. „Einstiegsmöglichkeiten könnten sich für kurzfristig orientierte Anleger zudem im ersten Quartal 2015 bei Zyklikern, also beispielsweise Industrieunternehmen oder Automobilkonzernen, ergeben. Diese Unternehmen könnten von der Euroschwäche profitieren“, sagt Kahler. „Solche taktischen und zeitlich begrenzten Investitionen gewinnen in einem unsicheren Umfeld an Bedeutung, um auskömmliche Renditen zu erwirtschaften.“

Kursprognosen des DZ BANK Research im Überblick:

 

31.12.2014

30.06.2015

31.12.2015

DAX

9.000 Punkte

9.500 Punkte

9.500 Punkte

Euro Stoxx 50

3.000 Punkte

3.200 Punkte

3.300 Punkte