PRESSEMITTEILUNGEN 2014

05.03.2014

Vorläufige Geschäftszahlen 2013

DZ BANK Gruppe erreicht Vorsteuerergebnis in Höhe von 2,2 Milliarden Euro

  • Vorsteuerergebnis der DZ BANK Gruppe steigt um 68,5 Prozent auf Rekordwert von 2,2 Milliarden Euro
  • Gute operative Entwicklung in der gesamten DZ BANK Gruppe
  • Positiver Ergebniseffekt durch Wertaufholungen in Anleihebeständen der Euro-Peripheriestaaten bei der DG HYP
  • Harte Kernkapitalquote liegt bei 9,2 Prozent zum Jahresende – nach erstem Umsetzungsschritt von Basel III / CRR zum 1.1.2014 bei 8,6 Prozent
  • Dividendenvorschlag von 13 Cent je Aktie
  • Erfreulicher Start ins Geschäftsjahr 2014
  • Wolfgang Kirsch: „Begegnen regulatorischen Herausforderungen auf stabilem Fundament“

Die DZ BANK Gruppe hat im Geschäftsjahr 2013 ihr Ergebnis erneut deutlich gesteigert und damit eine neue Höchstmarke in der Geschichte der Institutsgruppe erreicht. Auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen liegt das Ergebnis vor Steuern nach IFRS bei 2,22 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 68,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert (2012: 1,32 Milliarden Euro). „Das Fundament für dieses starke Resultat bildet die stabile operative Ergebnisentwicklung in der gesamten DZ BANK Gruppe. Wir haben in allen Einheiten einen guten Geschäftsverlauf verzeichnet“, sagt Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG. „Das Ergebnis reflektiert in der erreichten Höhe auch die Entspannung in der europäischen Staatsschuldenkrise. Das gute Ergebnis ist aber vor allem Ausdruck der inneren Ertragskraft unseres Geschäftsmodells. Wir haben auch im Jahr 2013 gezeigt, dass wir Bankgeschäft als verlässlicher Partner der Realwirtschaft nachhaltig und erfolgreich betreiben können.“

Dank der positiven Ergebnisentwicklung und entsprechender Thesaurierung von Gewinnen konnte die DZ BANK Gruppe ihre Kapitalsituation weiter verbessern. Zum Jahresende 2013 lag die harte Kernkapitalquote bei zunächst 9,2 Prozent. Nach dem ersten Umsetzungsschritt von Basel III bzw. der Capital Requirements Regulation (CRR) zum 1.1.2014 läge die Quote bei 8,6 Prozent. Neben der Thesaurierung von Gewinnen trugen dazu ein sorgsames Management der Risikoaktiva und die weitere Fokussierung des Geschäfts bei. „Wir haben in der Stärkung unserer Kapitalbasis erfreuliche Erfolge erzielt. Nach derzeitigem Stand liegt unsere harte Kernkapitalquote sowohl oberhalb der Vorgaben von Basel III als auch über der im Asset Quality Review geforderten Mindestgröße von acht Prozent“, so Kirsch.

Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

Die DZ BANK AG kann erneut auf ein gutes Geschäftsjahr insbesondere im Firmenkundengeschäft zurückblicken. Dabei trägt vor allem die gemeinsame Marktbearbeitung in der genossenschaftlichen FinanzGruppe Früchte. Im Kreditgeschäft mit Firmenkunden bewegte sich das Kreditvolumen der DZ BANK mit 26,5 Milliarden Euro auf dem bereits hohen Niveau des Vorjahres (26,3 Milliarden Euro). In der Exportfinanzierung wurde ein Anstieg des Neugeschäftsvolumens um 19 Prozent erreicht. Im gehobenen Mittelstand konnte die Bank ihre Kundenzahl um sieben Prozent steigern. Eine gute Entwicklung verzeichnete die DZ BANK auch im Transaction Banking. Die Zahl der abgewickelten Zahlungsverkehrstransaktionen stieg um 5,8 Prozent auf einen neuen Rekordwert von 4,5 Milliarden. Trotz des herausfordernden Niedrigzinsumfelds entwickelte sich das  Kapitalmarktgeschäft, das noch konsequenter auf das Geschäft mit den Genossenschaftsbanken ausgerichtet wurde, solide. So konnte etwa das Primärmarktgeschäft mit inländischen Emittenten weiter gesteigert werden. Im Privatkundengeschäft schlug sich die anhaltende Verunsicherung der Anleger nieder in einem leichten Rückgang des Absatzes strukturierter Produkte von 4,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 4,0 Milliarden Euro. Ausbauen konnte die DZ BANK indes ihre Marktposition bei den Börsenumsätzen. Hier festigte die Bank mit einem auf 8,0 Prozent gewachsenen Marktanteil (Vorjahr: 7,1 Prozent) ihre Stellung als Nummer 3 im Markt.

Die Bausparkasse Schwäbisch Hall erreichte 2013 erneut einen Rekordwert im Neugeschäft und schloss Bausparverträge mit einem Volumen von insgesamt 36,0 Milliarden Euro ab (+ 9,6 Prozent). Mit einem weiteren Ausbau des Marktanteils von 30,2 auf 32,3 Prozent konnte die Bausparkasse ihre Position als Marktführer weiter festigen. 

Union Investment verzeichnete Nettomittelzuflüsse von insgesamt 10,1 Milliarden Euro und steigerte die Assets under Management zum 31.12.2013 um 8,2 Prozent auf 206,2 Milliarden Euro (31.12.2012: 190,5 Milliarden Euro). Im Geschäft mit institutionellen Kunden lag der Nettoabsatz bei 6,4 Milliarden Euro, im Privatkundengeschäft bei 3,7 Milliarden Euro. Besonders starke Zuflüsse verzeichnete das Altersvorsorge-Produkt UniProfiRente mit einer Steigerung des Bestandsvolumens um rund ein Viertel auf 9,6 Milliarden Euro.

Die R+V Versicherung steigerte die verdienten Beiträge aus dem Versicherungsgeschäft um 7,7 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Zuwächse verzeichneten dabei die Sparten Lebens-/Krankenversicherung (+12,1 Prozent) und Schaden-/Unfallversicherung (+4,3 Prozent). Dem standen um 5,4 Prozent erhöhte Versicherungsleistungen gegenüber, insbesondere aufgrund von Belastungen durch Großschäden aus Unwettern und Hochwasser.  

Die TeamBank steigerte das Kreditvolumen in ihrem Ratenkreditangebot easyCredit um 5,4 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro und erhöhte die Kundenzahl um 5,1 Prozent auf 621.000.

Die DZ PRIVATBANK akquirierte im Rahmen des Marktantritts in Deutschland erneut Bruttoneugelder von rund 2 Milliarden Euro. Die Assets under Management beliefen sich zum Bilanzstichtag auf 13,5 Milliarden Euro und bewegten sich damit auf Vorjahresniveau. Das verwaltete Fondsvolumen erreichte 76,8 Milliarden Euro nach 70,8 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die DG HYP hat ihre führende Marktposition in der gewerblichen Immobilienfinanzierung erneut unter Beweis gestellt. Das Neugeschäftsvolumen im inländischen gewerblichen Immobilienkreditgeschäft betrug 5,3 Milliarden Euro. Das Neugeschäftsvolumen im gemeinsam mit den Genossenschaftsbanken betriebenen Kreditgeschäft konnte um 30,2 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro erhöht werden.

Die VR LEASING liegt mit ihrer Restrukturierung im Plan und weist für das abgelaufene Geschäftsjahr ein positives Ergebnis in zweistelliger Millionenhöhe aus. Dank der Fokussierung auf den deutschen Markt konnte der Zinsüberschuss im Inland gesteigert werden. Die Risikovorsorge wurde insbesondere in Osteuropa deutlich zurückgeführt.

Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Einzelnen

Der Zinsüberschuss der DZ BANK Gruppe verringerte sich um 4,4 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro. Zuwächsen im Zinsüberschuss bei der DG HYP und der TeamBank stand unter anderem ein marktinduziert geringeres Ergebnis aus der Liquiditätssteuerung in der DZ BANK AG gegenüber.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich leicht gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent auf -540 Millionen Euro und blieb damit weiterhin in einem unauffälligen Bereich.

Der Provisionsüberschuss wuchs insbesondere dank eines sehr guten Geschäftsverlaufs bei Union Investment um 7,8 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.  

Das Handelsergebnis ging um 77,5 Prozent auf 148 Millionen Euro zurück (Vorjahr: 659 Millionen Euro), wobei der Handelsbeitrag bei der DZ BANK AG im Vorjahr aufgrund von Spreadeinengungen außergewöhnlich hoch ausgefallen war.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich deutlich um 72,6 Prozent auf -121 Millionen Euro (2012: -442 Millionen Euro). Diese Verbesserung ist wesentlich bedingt durch gegenüber dem Vorjahreszeitraum geringere Belastungen aus dem ABS-Portfolio.

Das Sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten betrug im Berichtszeitraum 1,10 Milliarden Euro nach -276 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Maßgeblich dafür waren insbesondere die Wertaufholungen in den Anleihebeständen der Euro-Peripheriestaaten bei der DG HYP.

Die Verwaltungsaufwendungen lagen um 2,9 Prozent höher als im Vorjahr und erreichten 2,94 Milliarden Euro. Die Steigerung der Personalaufwendungen um 2,4 Prozent und die Erhöhung der Sachaufwendungen um 3,3 Prozent sind dabei in erster Linie auf gestiegene regulatorische Anforderungen sowie marktbezogene Investitionen zurückzuführen. 

Die harte Kernkapitalquote lag zum Bilanzstichtag bei 9,2 Prozent. Nach dem ersten Umsetzungsschritt von Basel III bzw. CRR zum 1.1.2014 läge die Quote bei 8,6 Prozent.

Das Vorsteuerergebnis erreichte 2,22 Milliarden Euro (2012: 1,32 Milliarden Euro). Das  Konzernergebnis nach Steuern stieg um 51,4 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro nach 969 Millionen Euro im Vorjahr. 

Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 13 Cent je Aktie nach 10 Cent im Vorjahr vorgeschlagen werden. „Mit der vorgeschlagenen Dividende beteiligen wir unsere Eigentümer angemessen am Erfolg des abgelaufenen Geschäftsjahres und finden zugleich eine ausgewogene Balance zwischen der Stärkung des Kernkapitals und den Interessen unserer Eigentümer“, erklärt Kirsch. 

Ausblick

Die DZ BANK Gruppe steht wie alle europäischen Großbanken im Jahr 2014 vor einem Umbruch in der Aufsichtsarchitektur: Die Europäische Zentralbank (EZB) übernimmt die Aufsicht über alle Banken, deren Bilanzsumme mehr als 30 Milliarden Euro oder 20 Prozent der Wirtschaftsleistung ihres Heimatlandes beträgt. „Die Übernahme der Aufsicht durch die EZB und insbesondere der ‚Asset Quality Review‘ (AQR) sowie der erneute Stresstest werden uns in diesem Jahr intensiv beschäftigen. Mit der erfolgreichen Stärkung unserer Kapitalbasis aus eigener Kraft begegnen wir diesen Anforderungen auf einem stabilen Fundament“, sagt Wolfgang Kirsch. „Zugleich sind die genauen Parameter von AQR und Stresstest noch nicht abschätzbar. Gleiches gilt für die möglichen Folgen der zahlreichen neuen Gesetzesinitiativen zur Bankenregulierung, die derzeit in Vorbereitung sind. Unsere Kapitalerhöhung im Umfang von 1,5 Milliarden Euro bildet vor diesem Hintergrund die notwendige Absicherung unserer Kapitalbasis für die Anforderungen der Regulierung. Der Vorstand der DZ BANK ist überzeugt, dass unsere Organisation diese besondere Herausforderung im Interesse aller Beteiligten schafft und jeder seinen Beitrag leisten wird“, so Kirsch.

Aus dem konjunkturellen Umfeld erwarten die Volkswirte der DZ BANK im Geschäftsjahr 2014 positive Impulse. Sie rechnen nach zwei Jahren geringer Zuwächse mit einem Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung um 3,5 Prozent. In Deutschland dürfte das Wachstum in den beiden kommenden Jahren bei jeweils mehr als zwei Prozent liegen. Und auch für den gesamten Euro-Raum mehren sich die Anzeichen für ein leicht positives Wachstum. „Der Start ins Geschäftsjahr 2014 verläuft bislang erfreulich. Wir werden die Ergebnisdynamik des abgelaufenen Jahres – auch aufgrund der einmaligen Bewertungseffekte – zwar nicht im gleichen Maße fortschreiben können. Als Teil unserer erfolgreichen genossenschaftlichen FinanzGruppe in unserem prosperierenden Heimatmarkt Deutschland sehen wir aber gute Chancen, das laufende Geschäftsjahr etwa auf einem Ergebnisniveau im Korridor der beiden Vorjahre abzuschließen“, so Kirsch.

Dokumente zur Bilanzpressekonferenz:

Rede Wolfgang Kirsch (PDF, 0,11 MB)

Präsentation (PDF, 0,26 MB)

 

Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

In Mio. Euro

2013

2012

Veränderung in %

Zinsüberschuss

3.118

3.260

-4,4

Risikovorsorge im Kreditgeschäft

-540

-527

2,5

Provisionsüberschuss

1.104

1.024

7,8

Handelsergebnis

148

659

-77,5

Ergebnis aus Finanzanlagen

-121

-442

-72,6

Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten

1.100

-276

>100,0

Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft

373

532

-29,9

Verwaltungsaufwendungen

-2.937

-2.855

2,9

Sonstiges betriebliches Ergebnis

-23

-56

-58,9

Konzernergebnis vor Steuern

2.222

1.319

68,5

Ertragsteuern

-755

-350

>100,0

Konzernergebnis

1.467

969

51,4

Cost Income Ratio [in %]

51,5

60,7

-9,2%-Punkte

Bilanzsumme [in Mrd. Euro]

387,0

407,2

-5,0