PRESSEMITTEILUNGEN 2013

13.11.2013

Trend hält an: Immer mehr Genossenschaften werden gegründet

Jede zweite neue Genossenschaft im Bereich der erneuerbaren Energien – mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland – demografische Entwicklung fördert neue Genossenschaftsmodelle – Genossenschaftsbericht 2013 erschienen

Der Trend zu Neugründungen im Genossenschaftssektor hält an. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres wurden 169 neue Genossenschaften gegründet. Das waren nahezu so viele wie im ersten Halbjahr 2012, als mit 173 genossenschaftlichen Startups der bisherige Höchstwert erreicht wurde. Die Branchenschwerpunkte der Neugründungen liegen im Bereich der erneuerbaren Energien, der Dienstleistungen sowie bei Sozialgenossenschaften. Für das Gesamtjahr kann mit über 300 Genossenschaftsgründungen gerechnet werden. Während bei Ärztegenossenschaften inzwischen eine Marktsättigung eingetreten ist, wächst der Anteil der Neugründungen rund um das Thema erneuerbare Energien weiter. Mehr als die Hälfte aller jungen eingetragenen Genossenschaften sind Photovoltaikgenossenschaften, Nahwärmenetze, Bioenergiedörfer oder andere Energiegenossenschaften. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Bericht „Die deutschen Genossenschaften 2013“ hervor.

Im Sonderteil behandelt die Studie die Bedeutung der demografischen Entwicklung für den ländlichen Raum und die Genossenschaften. „Unter den Gründungen der letzten Jahre gibt es erste neue Genossenschaftsmodelle, die als Antwort auf die Herausforderungen des demografischen Wandels verstanden werden können“, so Michael Stappel, Volkswirt bei der DZ BANK und Autor des Genossenschaftsberichtes. Zu den Unternehmen, bei denen der Selbsthilfegedanke im Vordergrund steht, zählen Seniorengenossenschaften, Familiengenossenschaften, genossenschaftliche Dorfläden oder Wohnungsgenossenschaften, die sich auf die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen ausrichten.

Durch den anhaltenden Gründungsboom dürfte die Gesamtzahl genossenschaftlicher Unternehmen in Deutschland bis Ende des Jahres auf rund 7.900 steigen. Bereits im vergangenen Jahr konnte ein Zuwachs von 0,2 Prozent auf 7.881 Unternehmen registriert werden. Die Gründungsmitglieder neuer Genossenschaften sowie der wachsende Mitgliederzulauf bei den Kreditgenossenschaften dürften dazu beitragen, dass die Gesamtmitgliederzahl bis Jahresende auf 21,6 Millionen Personen zunimmt. Damit bleibt der genossenschaftliche Verbund die mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland.

„Die deutschen Genossenschaften 2013. Entwicklungen – Meinungen – Zahlen“, Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2013, 54 Seiten, ISSN 143-3533 Bericht 2013