PRESSEMITTEILUNGEN 2012

23.10.2012

Genossenschaftsbericht 2012

Genossenschaftsbericht 2012: Zahl der Genossenschaften steigt zum vierten Mal in Folge – ein Fünftel der Genossenschaften in Deutschland nach Jahrtausendwende gegründet – neue Betätigungsfelder erschlossen – mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland

In Deutschland gründen immer mehr Menschen Genossenschaften: So gab es in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 173 Neugründungen – drei Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Neben der zunehmenden Dynamik des Neugründungsgeschehens beeindruckt die Vielfalt neuer Genossenschaften, die teilweise vollkommen neue Betätigungsfelder erschließen. Schwerpunkte sind die Bereiche erneuerbare Energien, Gesundheitswesen, Dorfläden und diverse Dienstleistungen. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Genossenschaftsbericht: Die deutschen Genossenschaften 2012.

Im Gesamtjahr 2012 dürften die Neugründungen den Rückgang durch Fusionen und Unternehmensauflösungen überkompensieren. Nach Jahrzehnten des Rückgangs sollte die Zahl der Genossenschaften einschließlich Zentralunternehmen zum vierten Mal in Folge steigen – auf rund 8.100 Unternehmen bis Ende des Jahres. Das geht aus der neuesten Statistik hervor, die die DZ BANK in der Studie veröffentlicht. Von dieser Entwicklung und vom anhaltenden Zulauf, den die Kreditgenossenschaften registrieren, profitiert die Gesamtmitgliederzahl. Diese hat bereits 2011 die 21-Millionen-Marke überschritten und dürfte bis Jahresende auf 21,3 Millionen genossenschaftliche Anteilseigner wachsen. Damit baut der genossenschaftliche Verbund seine Position als mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland weiter aus. Rund ein Viertel der Bevölkerung ist Mitglied einer oder mehrerer Genossenschaften. Es gibt fünfmal soviel Genossenschaftsmitglieder wie Aktionäre.

„Die ‚2000er-Genossenschaften’, die nach der Jahrtausendwende gegründet wurden, neue Betätigungsfelder erschließen und für den aktuellen Neugründungsboom stehen, machen inzwischen rund ein Fünftel aller Genossenschaften in Deutschland aus“, so Michael Stappel, Volkswirt und Autor des Genossenschaftsberichtes. Mit den jungen Genossenschaften verändert sich allmählich die Genossenschaftsorganisation, die bisher vor allem in traditionellen Sektoren wie Landwirtschaft, Handwerk, Handel, Bankensektor oder Wohnungswesen aktiv ist. Die neuen Photovoltaikgenossenschaften, Bioenergiedörfer, Nahwärmenetze, Ärztegenossenschaften und Dorfläden besitzen bisher zwar noch ein geringes ökonomische Gewicht. Sie wirken jedoch zunehmend auf den Bekanntheitsgrad und das Image der Rechtsform.


„Die deutschen Genossenschaften 2012. Entwicklungen – Meinungen – Zahlen“, Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2012, 56 Seiten, ISSN 143-3533 Bericht 2012

Die Deutschen Genossenschaften 2012 AUSZUG.pdf (350 KB)