PRESSEMITTEILUNGEN 2012

07.03.2012

Vorläufige Geschäftszahlen 2011 – DZ BANK Gruppe: gute operative Ergebnisentwicklung – starke Belastungen aus Staatsschuldenkrise

  • Operative Erfolge durch enge Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken
  • Belastungen aus Staatsschuldenkrise reduzieren Vorsteuer-Ergebnis auf 324 Mio. Euro
  • Kernkapitalquote steigt auf 11,7 Prozent trotz erhöhter regulatorischer Anforderungen
  • Dividende von 5 Cent je Aktie
  • Erfreulicher Start ins Geschäftsjahr 2012


Die DZ BANK Gruppe setzte auch im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre gute operative Geschäftsentwicklung fort. Auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen (IFRS) erzielte die DZ BANK Gruppe ein um Einflüsse aus der Staatsschuldenkrise bereinigtes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1,89 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt über dem guten Niveau des Vorsteuer-Ergebnisses aus dem Vorjahr (1,62 Milliarden Euro). "Diese guten operativen Leistungen sind das Resultat der weiter vertieften Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken", sagte Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG. "Damit hat die DZ BANK Gruppe abermals gezeigt, dass sie ein zuverlässiger und stabiler Partner für ihre Kunden und Eigentümer ist und über ein schlüssiges Geschäftsmodell als verbundfokussierte Allfinanzgruppe verfügt. Zudem weisen wir als Teil der genossenschaftlichen FinanzGruppe inzwischen mit einem von A+ auf AA- verbesserten Standard & Poor’s-Rating die höchste Kreditwürdigkeit in der deutschen Bankenlandschaft auf."

Den guten Leistungen standen im vergangenen Geschäftsjahr hohe Belastungen aus der europäischen Staatsschuldenkrise gegenüber. Einschließlich der Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 451 Millionen Euro und der weiteren temporären Bewertungsabschläge auf Anleihen der Euro-Peripherieländer in Höhe von 1,11 Milliarden Euro erreichte das Vorsteuer-Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 324 Millionen Euro. "Unser Ergebnis spiegelt das Spannungsverhältnis zwischen Erfolgen im Kundengeschäft und den Einflüssen der Staatsschuldenkrise wider. Unter dem Strich sind wir damit natürlich nicht zufrieden. Wir sehen aber auch, dass wir mit Blick auf unsere innere Ertragskraft in guter Verfassung sind", so Kirsch.


Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

Die DZ BANK AG sieht im Mittelstandsgeschäft erhebliche Wachstumspotenziale für die genossenschaftliche FinanzGruppe. Dies bestätigte sich auch im Geschäftsjahr 2011. Im Gemeinschaftskreditgeschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken konnte die Zahl der Neuanträge um 7 Prozent steigen, während sich das Kreditvolumen um 3 Prozent erhöhte.
Das Firmenkundengeschäft mit Großunternehmen und dem gehobenen Mittelstand stieg um 10 Prozent (Neuanträge) bzw. 14 Prozent (Volumen). Auch das Privatkundengeschäft der DZ BANK AG entwickelte sich trotz der Unsicherheiten an den Kapitalmärkten stabil. Das Absatzvolumen bei Zertifikaten und strukturierten Wertpapieren lag bei 5,2 Milliarden Euro und bewegte sich damit annähernd auf Vorjahresniveau (2010: 5,4 Milliarden Euro). Das Kapitalmarktgeschäft insbesondere mit Finanzinstitutionen verlief ebenfalls erfreulich. Im Primärmarktgeschäft hat die DZ BANK Euro-Anleihen im Volumen von 23 Milliarden Euro begleitet und ist damit die Nummer 2 unter den deutschen Banken.

Bei den Tochtergesellschaften hat die Bausparkasse Schwäbisch Hall 2011 ihre Marktführerschaft deutlich auf rund 30 Prozent ausgebaut. Das Bausparneugeschäft wuchs mit rund 900.000 Verträgen um 10,5 Prozent oder 3 Milliarden Euro auf eine Bausparsumme von 31,7 Milliarden Euro. Die R +V Versicherung verzeichnete 2011 bei den gebuchten Bruttobeiträgen ein Plus von insgesamt 2,1 Prozent auf 11,3 Milliarden Euro und setzte damit ihren Wachstumskurs fort. Besonders erfreulich war der Beitragszuwachs bei den Schaden- und Unfallversicherungen (+ 5,6 %). Bei Union Investment beliefen sich die Assets under Management per 31.12.2011 auf rund 170 Milliarden Euro gegenüber dem historischen Höchststand des Vorjahres von rund 177 Milliarden Euro. Der Fondsanbieter der genossenschaftlichen FinanzGruppe bleibt weiterhin mit großem Abstand Nummer Eins bei wertgesicherten Anlagen und fondsbasierten Riester-Lösungen. Die TeamBank hat mit ihrem Konsumentenkredit ‚easyCredit’ den Darlehensbestand um rund 16 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro ausgeweitet und konnte damit erneut deutlich stärker als der Gesamtmarkt wachsen. Bei der DZ PRIVATBANK erhöhten sich die verwalteten Anlagemittel unter anderem durch die Zusammenlegung der Private Banking-Einheiten von DZ BANK und WGZ BANK auf 12,7 Milliarden Euro. Mit der Fusion ist ein gemeinsamer subsidiärer Partner für die Genossenschaftsbanken in einem wichtigen und wachstumsträchtigen Markt entstanden. Mit über 1 Milliarde Euro Neugeschäftsvolumen ist die Marktinitiative VR Private Banking gut gestartet.

Der Zinsüberschuss lag mit 3,14 Milliarden Euro um rund 15 Prozent über dem bereits sehr guten Vorjahreswert von 2,73 Milliarden Euro. Bei der TeamBank, der Bausparkasse Schwäbisch Hall und der DVB Bank waren substanzielle Steigerungen des Zinsergebnisses zu verzeichnen. Die Erhöhung im operativen Zinsüberschuss ist auch auf das von der guten Kreditnachfrage getriebene Mittelstandsgeschäft der DZ BANK AG mit den Genossenschaftsbanken zurückzuführen.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft erhöhte sich in der DZ BANK Gruppe auf 395 Millionen Euro (Vorjahr: 258 Millionen Euro). Die weiterhin rückläufige Einzelrisikovorsorge wird durch eine höhere Zuführung zur Portfolio-Risikovorsorge überkompensiert.

Der Provisionsüberschuss reduzierte sich um 13,5 Prozent auf 963 Millionen Euro (Vorjahr: 1,11 Milliarden Euro). Dies ist maßgeblich auf die höheren Provisionsaufwendungen bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall zurückzuführen, die aber wiederum Ausdruck des sehr erfolgreichen Bausparneugeschäfts sind. Zugleich lag bei der Union Investment Gruppe die erfolgsabhängige Verwaltungsvergütung angesichts der Kapitalmarktsituation im vergangenen Jahr unter dem hohen Vorjahreswert.

Das Handelsergebnis der DZ BANK Gruppe lag mit 398 Millionen Euro rund 61 Prozent unter dem Vorjahreswert von 1,02 Milliarden Euro. Das Handelsergebnis der Gruppe war insbesondere in der DZ BANK AG vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfeldes von deutlich niedrigeren Bewertungen der Wertpapierbestände geprägt.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich von -708 Millionen Euro auf -333 Millionen Euro. Hierin sind Wertberichtigungen auf griechische Staatsanleihen in Höhe von 386 Millionen Euro berücksichtigt.

Das sonstige Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten war mit einem Betrag von
-999 Millionen Euro nach -88 Millionen Euro ebenfalls maßgeblich durch die Spreadausweitungen bei den Anleihen der europäischen Peripheriestaaten geprägt. Hier schlug insbesondere das Staatenportfolio der DG HYP zu Buche.

Die Verwaltungsaufwendungen lagen in der DZ BANK Gruppe mit 2,72 Milliarden Euro um 5,2 Prozent höher als im Vorjahr (2010: 2,59 Milliarden Euro). "Bei einem gleichbleibend hohen Kostenbewusstsein in der DZ BANK Gruppe haben wir 2011 auch gezielt in Wachstumsfelder, insbesondere bei der Union Investment und der DZ PRIVATBANK investiert", so Kirsch. Bei den Verwaltungsaufwendungen ist die Bankenabgabe in Höhe von 19,2 Millionen Euro berücksichtigt.

Die risikogewichteten Aktiva lagen per Ende 2011 in der DZ BANK Gruppe mit rund 100 Milliarden Euro selbst unter Berücksichtigung der jetzt greifenden und deutlich RWA-erhöhenden CRD III-Umsetzung bereits rund 20 Milliarden niedriger als noch 2008.

Die Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) erreichte bei der DZ BANK Gruppe zum 31. Dezember 2011 11,7 Prozent (inkl. Thesaurierung aus dem Geschäftsjahr 2011 sowie der Umbuchung der § 340 f HGB Reserven) nach 10,6 Prozent zum Vorjahresstichtag. Darin ist auch der CRD III-Effekt bereits berücksichtigt. Ohne diesen lag die Kernkapitalquote Ende 2011 bei 13,0 Prozent.

Das Konzernergebnis betrug 609 Millionen Euro (2010: 1,13 Milliarden Euro). Der Grund für die Steigerung gegenüber dem Vorsteuerergebnis sind höhere aktive latente Steuern als Folge von aufgelösten Wertberichtigungen.

Der Hauptversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 5 Cent je Aktie (Vorjahr: 12 Cent) vorgeschlagen werden. "Wir werden damit eine Dividende ausschütten, die eine gute Abwägung aus Aktionärsinteressen und Kapitalbildung der DZ BANK Gruppe darstellt", sagt Kirsch.


Ausblick

Das Zusammenwirken politischer, regulatorischer und wirtschaftlicher Anforderungen wird die Arbeit der DZ BANK Gruppe wie der gesamten Finanzbranche auch 2012 prägen. "Dabei arbeiten wir schon jetzt mit Hochdruck an der Umsetzung eines regulatorischen Pflichtenheftes, das in der jüngeren Vergangenheit ohne Vergleich ist", erklärt Kirsch. Die Anforderungen an die Kapital- und Liquiditätsausstattung änderten sich dadurch grundlegend. "Bei der Stärkung unserer Kapitalbasis kommen wir gut voran. Seit 2008 haben wir unsere Kernkapitalquote um 4,3 Prozentpunkte erhöht – trotz der bereits erhöhten Anforderungen gemäß des jetzt gültigen Regelwerks von ‚Basel 2.5’. Die Kapitallücke aus dem letzten Blitz-Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht EBA in Höhe von rund 350 Millionen Euro konnten wir bereits per Ende Dezember 2011 annähernd aus eigener Kraft schließen, insbesondere durch Thesaurierung und Beteiligungsmaßnahmen", so Kirsch.

Während die Unwägbarkeiten hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen weiter bestehen bleiben, entwickelt sich die Konjunktur in den großen globalen Wirtschaftsräumen unterschiedlich herausfordernd. "Unsere Volkswirte schätzen die Wachstumschancen für Deutschland günstiger ein als für den übrigen Euroraum. Das Wachstum der deutschen Wirtschaft, insbesondere des Mittelstands, werden wir weiter finanzieren", sagt Kirsch. "Mit Blick auf unseren deutschen Heimatmarkt sind wir daher geschäftlich positiv gestimmt. Wir dürfen uns auch in unserer strategischen Ausrichtung bestätigt fühlen. Sie wird sich im laufenden Jahr weiter auszahlen, sofern sich uns nicht unerwartete Hindernisse, insbesondere mit Blick auf die Staatsschuldenkrise, in den Weg stellen. Der Jahresauftakt 2012 – bei aller Vorsicht zu diesem Zeitpunkt – gestaltet sich ausgesprochen erfreulich. Ich sehe keinen Grund, warum eine Institutsgruppe wie wir im ‚Normalbetrieb’, also ohne exogene Verwerfungen wie die Staatschuldenkrise, im Vorsteuer-Ergebnis nicht an den Ergebnispfad des Jahres 2010 anknüpfen könnte."

Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

 
  2011
in Mio. Euro
2010
in Mio. Euro
Veränderung
in %
Zinsüberschuss 3.137 2.732 14,8
Risikovorsorge im Kreditgeschäft -395 -258 53,1
Provisionsüberschuss 963 1.113 -13,5
Handelsergebnis 398 1.015 -60,8
Ergebnis aus Finanzanlagen -333 -708 -53,0
Sonstiges Bewertungsergebnis aus Finanzinstrumenten -999 -88 >100,0
Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft 348 406 -14,3
Verwaltungsaufwendungen -2.722 -2.588 5,2
Sonstiges betriebliches Ergebnis -73 -6 >100,0
Konzernergebnis vor Steuern 324 1.618 -80,0
Ertragsteuern 285 -493 >100,0
Konzernergebnis 609 1.125 -45,9
Cost Income Ratio [in %] 79,1 58,0 36,4
Bilanzsumme [in Mrd. Euro] 405,9 383,5 5,9