PRESSEMITTEILUNGEN 2012

01.11.2012

Religion & Riten: Die DZ BANK Kunstsammlung zeigt Werke von internationalen Fotografen zum Thema Glauben

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ Einer klaren Antwort wich Goethes Faust bekanntlich aus, weshalb die Gretchenfrage bis heute ungeklärt ist – nicht nur in der Weltliteratur. Ohne Auseinandersetzung mit der eigenen Existenz, mit Werten, Zeremonien und Traditionen wäre die Welt, wären Kultur und Kunst kaum denkbar.

Der Vielfalt von Vorstellungen und Handlungen, die Menschen normativ beeinflussen, spürt die Ausstellung Religion & Riten der DZ BANK Kunstsammlung nach. Rund 130 fotografische Arbeiten von annähernd 30 renommierten internationalen Künstlerinnen und Künstlern aus 16 Ländern bilden ein breites Spektrum ab.

Zu sehen ist die Schau vom 9. November 2012 bis 26. Januar 2013 im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main.

Vertreten sind u.a. Nobuyoshi Araki, Miroslaw Balka, Hannah Collins, Mario Cravo Neto, Lucinda Devlin, Jan Dibbets, Johanna Diehl, Lalla Essaydi, Elger Esser, Giorgia Fiorio, Miklos Gaál, Cristina Garcia Rodero, Andreas Gefeller, Jochen Gerz, Axel Hütte, Isaac Julien, Barbara Klemm, Andrej Krementschouk, Armin Linke, Edgar Lissel, Robert Longo, Loredana Nemes, Anne & Patrick Poirier, Timm Rautert, Miguel Rothschild, Fabrice Samyn, Andres Serrano, Thomas Wrede.

„2012 haben wir vier Ausstellungen zu ganz unterschiedlichen Themen gezeigt, deren Klammer subjektive Empfindungen zu Dasein und Identität bilden. Es freut mich im besonderen Maße, dass in Religion & Riten wieder einmal viele Verbindungslinien zwischen Malerei, Skulptur, Film und Fotografie zu entdecken sind, womit der Schwerpunkt unserer Sammlungstätigkeit erneut deutlich in Erscheinung tritt“, erläutert Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung.

Im religiösen Kontext werden in der Ausstellung Menschenbilder mit Architekturaufnahmen sowie mit Motiven aus Natur und Spiritualität kontrastiert.

Kathedralen, Hutterer, Schamanen
Dramatik scheinbar stürzender Säulen verleiht der Amerikaner Robert Longo (*1953) seinen schwarz-weißen Großformaten von gotischen Kathedralen. Armin Linke (*1966), zuhause in Berlin und Mailand, stellt dem dominanten Rot der Priesterweihe in der römischen St. Peterskirche das von blauem Grund beherrschte Freitagsgebet in der Moschee der Ewigen Stadt gegenüber.

Neun Jahre lang war die italienische Künstlerin Giorgia Fiorio (*1967) auf ihren Reisen mit der Kamera Zeugin von Ritualen, wobei sie sich vor allem für den menschlichen Körper interessiert: in der Türkei für den Derwisch, der einen Jungen auf das „Sema“-Ritual vorbereitet. In den peruanischen Anden für die Opferungen der Schamanen an den Bergseen „Las Huaringas“ in 4000 Metern Höhe.

Der Brasilianer Mario Cravo Neto (1947-2009) befasste sich als Dokumentarist intensiv mit dem Exotismus der afro-brasilianischen Kultur seiner Heimat Bahia. Dass Cravo Neto auch ausgebildeter Bildhauer war, macht sich bemerkbar durch eine skulpturale Ausstrahlung, die von den Modellen seiner Studiofotografien ausgeht.

Ob es Sünde sei „Bildl obzunehme oder nicht“ diskutierte Timm Rautert (*1941) mit den Hutterern im in die USA mitgebrachten frühen Neuhochdeutsch, bevor er die Gemeindemitglieder bei ihrem devoten Alltagsleben ablichtete. Die Serie des in Essen und Leipzig lebenden Künstlers stammt aus dem Jahr 1978.

Körperdetails in der Malerei inspirierten den belgischen Konzeptkünstler Fabrice Samyn (*1981) zu zwei jeweils 2,5 m2 messenden Vergrößerungen der abfotografierten Bauchnabel von „Adam und Eva“ auf dem gleichnamigen Gemälde von Peter Paul Rubens aus dem 17. Jahrhundert. Die Arbeit stammt aus Samyns Serie „Ombilics originels“.

Natur und Architektur
Aus spezifischer Perspektive betrachtet der niederländische Künstler Jan Dibbets (*1941) berühmte Bauwerke von der Antike bis zur Gegenwart. Seine Arbeit „Ten Cupolas“ lässt die fotografierten Kuppeln wie Augen erscheinen, die den Blick des Betrachters erwidern.

Die biblische Losung „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ mag man in Lucinda Devlins (*1947) Aufnahmen erkennen, obwohl niemand zu sehen ist und nicht bewertet wird. Einem Altar vor Kirchenbänken gleicht der elektrische Stuhl, einer Kanzel das Pult neben der Pritsche – Räume von erschreckender Anonymität, die die Amerikanerin in Stätten zum Vollzug der Todesstrafe fotografierte.

Tiefe Symbolik von Werden und Vergehen spricht aus den Blüten, die der Japaner Nobuyoshi Araki (*1940) in den 1990er Jahren ins Bild setzte. Das französische Künstlerehepaar Anne & Patrick Poirier (*1942) dagegen beschriftet seine Vanitasmotive mit Blütenstaub.


DZ BANK Kunstsammlung
Im ART FOYER der DZ BANK veranstaltet die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank in Frankfurt am Main regelmäßig Ausstellungen. Die Bank verfügt über eine weltweit anerkannte Kunstsammlung zeitgenössischer Fotografie und visueller Medien mit mehr als 6500 Werken von über 700 Künstlern.

Religion & Riten
Nobuyoshi Araki, Miroslaw Balka, Hannah Collins, Mario Cravo Neto, Lucinda Devlin, Jan Dibbets, Johanna Diehl, Lalla Essaydi, Elger Esser,
Giorgia Fiorio, Miklos Gaál, Cristina Garcia Rodero, Andreas Gefeller, Jochen Gerz, Axel Hütte, Isaac Julien, Barbara Klemm,
Andrej Krementschouk, Armin Linke,
Edgar Lissel, Robert Longo, Loredana Nemes,
 Anne & Patrick Poirier, Timm Rautert, Miguel Rothschild, Fabrice Samyn, Andres Serrano, Thomas Wrede u.a.


Presse-Vorbesichtigung: Donnerstag, 08.11.2012, 17.30 Uhr
mit Dr. Christina Leber, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung

Eröffnung: Donnerstag, 08.11.2012, 19.00 Uhr
Begrüßung: Lars Hille, Mitglied des Vorstands DZ BANK AG
Einführung: Prof. Dr. Ansgar Franz, Professor für Liturgiewissenschaft und Homiletik Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Anwesend sind die Künstler: Johanna Diehl, Elger Esser, Barbara Klemm, Andrej Krementschouk, Armin Linke, Loredana Nemes, Miguel Rothschild



Öffnungszeiten:
16.08.2012 – 27.10.2012
Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr

Öffentliche Führungen:
Jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr. Um Voranmeldung wird gebeten.
Telefon: +49 69 7447-2386 oder E-Mail: kunst@dzbank.de

DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“