PRESSEMITTEILUNGEN 2011

22.08.2011

Trend zu passiven Investments ungebrochen

Branchenexperten sehen nur bei Zertifikaten und börsennotierten Indexfonds weiteres Wachstum / Gesellschaftspolitische Themen erreichen den Zertifikatemarkt / Ergebnisse Trendbarometer Zertifikate 2011 der Steinbeis-Hochschule Berlin

In den Depots der privaten Anleger wird in den kommenden drei Jahren allein der Anteil von passiven Anlageprodukten weiter steigen, und zwar um je 2 Prozentpunkte. Dies ergab das Trendbarometer Zertifikate 2011, eine repräsentative Befragung der Steinbeis Hochschule Berlin im Auftrag der DZ BANK unter rund 200 Vermögensverwaltern, Bankberatern und Wertpapierspezialisten. Nahezu jeder zweite Branchenexperte erwartet zudem für Zertifikate ein zukünftiges Marktwachstum von 5 bis 15 %. „Das erwartete Marktwachstum geht einher mit der Rehabilitation der Produktkategorie als solche. War die Imageverbesserung von Zertifikaten im Jahr 2009 noch für jeden zweiten Bankberater und Vermögensverwalter ein wichtiger Faktor für die Erhöhung des Investitionsvolumens, ist dies 2011 nur noch für jeden zehnten relevant“, sagt Matthias Kinttof, Leiter Produktentwicklung bei der DZ BANK. Zugleich haben die Branchenexperten Erneuerbare Energien und Energieeffizienz als maßgebliches Zukunftsthema im Zertifikatemarkt ausgemacht.

Nach der Erhebung sollen der Anteil an Zertifikaten in den Depots der privaten Anleger von derzeit 10 auf 12% im Jahr 2014 sowie der Anteil an passiven Investmentfonds von 7 auf 9 % steigen. Die Anteile an aktiv gemanagten Investmentfonds werden dagegen nach Meinung der Befragten von 32 auf 30 % zurückgehen. Auch der Anleihenanteil wird sinken (von 29 auf 27%). Aktien (16%) und geschlossenen Fonds (4%) werden auf dem heutigen Stand verharren.

Renaissance der Bonuszertifikate – Garantieprodukte weiterhin gefragt

Die Erwartung zur Absatzentwicklung von Bonuszertifikaten hat sich deutlich verbessert. Gingen 2010 noch 29 % der Befragten von steigenden Absätzen bei diesen Teilschutzzertifikaten aus, waren es in der aktuellen Studie 41 %, ein Plus von 12 Prozentpunkten. Die meisten der befragten Vermögensverwalter und Bankberater (55 %) trauen nach wie vor Garantiezertifikaten Wachstum zu. Doch sinkt dieser Wert seit Jahren kontinuierlich. Dagegen weisen neben den Bonuszertifikaten, auch Aktienanleihen und Discountzertifikate steigende Werte in den Absatzerwartungen auf. „Die Bonuszertifikate sind wieder zurück. Dieser Kategorie wird – über alle Zertifikatestrukturen hinweg – neben Aktienanleihen das attraktivste Rendite-Risiko-Profil beigemessen“, erklärt Kinttof.

Energiewende beflügelt – stärkstes Wachstum für Energierohstoffe und Edelmetalle

Nicht zuletzt aufgrund der Energiewende ist die Bedeutung von gesellschaftspolitischen Investmentthemen im Zertifikatevertrieb sprunghaft gestiegen. Im Ranking der langfristigen Investmenttrends erreichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz die höchsten Werte. Sahen 2010 noch 76 bzw. 57 % der Befragten eine steigende Relevanz dieser Themenzertifikate, sagen dies 2011 bereits 83 bzw. 71 %. Investments in Rohstoffe haben im Assetklassenvergleich ihren Spitzenplatz behauptet, wobei Energierohstoffe und Edelmetalle in ihrer Bedeutung als Zukunftsthemen die höchsten Zuwächse verzeichnen. Rund 70 % der Befragten messen auch den Emerging Markets eine steigende Relevanz unter den Anlageregionen zu.

Produktflut beeinträchtigt das Zertifikategeschäft

Noch nie gab es so viele Zertifikate wie heute, doch nur 10 % der Bankberater und Vermögensverwalter profitieren davon, hat die Studie ermittelt. Die Mehrheit (66 %) sieht die breite Produktpalette problematisch, da sie die Übersichtlichkeit und Transparenz des Marktes negativ beeinflusst. Gleichwohl geben drei Viertel der Befragten an, sich ohnehin nur auf bestimmte Produkttypen in ihrer Tätigkeit zu fokussieren.

Finanzkrise hat das Kunden(informations)verhalten verändert

Die große Mehrheit der Befragten (84 %) ist sich einig, dass die Finanzkrise massive Auswirkungen auf den Informationsbedarf der Anleger hat. Kunden fragen häufiger nach und verlangen detaillierte Auskünfte, sagen rund 90 %. Zudem lesen sie die zur Verfügung gestellten Informationen genauer, geben rund 80 % an. Bei den am häufigsten gestellten Kundenfragen ist die Frage nach der Funktionsweise eines Zertifikats im Vergleich zum Vorjahr nach oben geschnellt. Das hat zur Folge, dass verbessertes Informationsmaterial inzwischen der mit Abstand wichtigste Erfolgsfaktor für den Zertifikatemarkt geworden ist.


Das Trendbarometer Zertifikate ist eine Untersuchung der DZ BANK und des Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin. Zur Erhebung von Trends und Entwicklungen im deutschen Zertifikatemarkt werden seit 2007 jährlich Bankberater, Produktverantwortliche und Wertpapierspezialisten in Banken sowie Vermögensverwalter befragt. Die Daten der aktuellen Studie wurden im Zeitraum April bis Mai 2011 im Rahmen von telefonischen Interviews erhoben. Die Stichprobe von 199 Teilnehmern ist repräsentativ für die deutsche Bankenbranche.