PRESSEMITTEILUNGEN 2011

08.06.2011

„Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ - Tierfotografien im ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung

Hier erlebt man sein blaues Wunder. Im Schneckentempo. Ehrlich. Und es ist noch dazu „wunder“-voll anzusehen, wie ein Haufen blitzeblau gefärbter Weinbergschnecken sich aus der klebrigen Enge eines quadratischen Geheges löst und in verblüffender Gleichmäßigkeit über die trockene Wiese in alle Richtungen zieht. Zum Schluss bleibt nur noch eine Schnecke übrig. Die war halt ein bisschen langsam.

Artgenossen mit und ohne Fell und Federn aus der ganzen Welt prägen demnächst das ART FOYER der DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main.

„Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ heißt die Ausstellung von Tierfotografien aus der DZ BANK Kunstsammlung, die vom 22. Juni bis 24. September 2011 Animalisches von über 20 internationalen Künstlerinnen und Künstlern bietet. Neben dem Deutschen Timm Ulrichs mit dem eingangs erwähnten Bildzyklus "Blaues Wunder“ sind Johannes Brus, Caroline Dlugos, Roni Horn, Bertram Kober, Robert Longo, Esko Männikkö, Kerstin Matijaševicć, Heinrich Riebesehl, William Wegman, Barbara Wolff, Christina Zück und andere vertreten.

„Tiere zählen zu den ältesten Motiven überhaupt“, erläutert Luminita Sabau, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung. „Erste Tierdarstellungen reichen 30 000 Jahre zurück. Über Ehrfurcht und natürlich Furcht vor der Natur hinaus dienen sie den Menschen als Spiegel ihrer selbst. Der rote Faden durchzieht auch die zeitgenössische Fotografie. An der Auswahl von Tierbildern, die wir für diese Ausstellung aus unserem Sammlungsbestand getroffen haben, lassen sich die Gattungen der Kunstgeschichte vom Porträt zum Genregemälde nachvollziehen.“

Den Titel „Für Hund und Katz ist auch noch Platz“ für die Ausstellung liefert das gleichnamige Buch der Kinderbuchautoren Axel Scheffler und Julia Donaldson. Darin versammelt die gutwillige Hexe während ihres Fluges durch die Lüfte einige Mitreisende auf ihrem Besen. Zur Katze gesellen sich der Hund, der Frosch und der Vogel. Es kommt wie es kommen musste: der Hexenbesen bricht unter der Last entzwei und es droht Unheil. Aber die Geschichte geht trotzdem gut aus.

Die Ausstellung lädt ein zur Expedition durch echte und weniger reale Naturräume, Zoos und Museen. Weiterhin zu sehen sind Nahaufnahmen mit Fell und Federn, Mutationen, Inszenierungen und vieles mehr.

Um etwa den Bildgegenstand von Roni Horn, USA, zu erkennen, bedarf es eines zweiten Blicks. Es handelt sich um Porträts, die vor einem weißen Hintergrund den Hinterkopf von Wildvögeln zeigen. Zentrales formales Mittel der Künstlerin ist das der Zweiheit. So sind auch die gezeigten Fotografien Doppelbilder.

Hinterlassenschaften von Vögeln, die gegen Fensterscheiben flogen, faszinieren Thomas Wrede, Deutschland. Der Künstler lichtet die Konturen der jäh verunglückten Tiere ab, indem er deren Abdrücke auf der Glasfläche bestäubt.

Jochen Lempert, ebenfalls Deutschland, reflektiert als ausgebildeter Biologe in seinen Arbeiten das Verhältnis von Mensch und Tier, von Naturwissenschaft und Kunst. Zwischen wissenschaftlicher Systematik und freier Assoziation lenkt er in seinen oft humorvollen Schwarz-Weiß-Fotografien den Blick auf die Allgegenwart anthropomorpher Projektionen.

Hintergründig entführt Barbara Wolff ins Reich fantastischen Märchen. In konzeptueller Arbeitsweise baut die „digitale Malerin" aus ihrer Sammlung von Postkarten, Buchillustrationen und eigenen Aufnahmen am Computer Collagen zusammen. Dabei entstehen groteske Mischwesen. Die Raubkatze „Liger", wie die Künstlerin sie nennt, ist halb Tiger halb Löwin.

Anfang der 1970er Jahre beginnt der Amerikaner William Wegman seinen Hund, einen Weimeraner namens Man Ray, verkleidet in menschlichen Handlungen oder in ungewöhnlichen Posen abzulichten. Später fotografiert er ein Rudel Weimeranerwelpen. Die Hundekinder sind nicht mehr verkleidet, sondern werden von Wegman so in Pose gebracht, dass sie zu „Zeichen" werden.

Die Finnin Sanna Kannisto nimmt regelmäßig an Exkursionen in den Regenwald des Amazonas teil, um sich ihren visuellen Studien zu widmen. Von naturwissenschaftlichen Forschungsmethoden inspiriert sammelt und archiviert die Künstlerin verschiedene Arten von Pflanzen und Tieren, um diese anschließend von ihrer natürlichen Umgebung isoliert fotografisch zu dokumentieren.

Christina Zück, Deutschland, porträtiert Tiere nicht in ihrem natürlichen Umfeld, sondern in zoologischen Gärten - Orte, die den natürlichen Lebensraum der Tiere simulieren. Die expressiven Tierporträts sind von erstaunlicher Authentizität.

Im ART FOYER der DZ BANK veranstaltet die Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank in Frankfurt am Main regelmäßig Ausstellungen. Die Bank verfügt über eine weltweit anerkannte Sammlung zeitgenössischer Fotografie und visueller Medien mit mehr als 6000 Werken von über 600 Künstlern.


Für Hund und Katz ist auch noch Platz

Johannes Brus, Marc Cellier, Caroline Dlugos, Ulrich Gebert, Andreas Gefeller, Roni Horn, Sanna Kannisto, Bertram Kober, Oleg Kulik, Jochen Lempert, Robert Longo, Esko Männikkö, Kerstin Matijaševic, Mona Mönnig, Inge Rambow, Heinrich Riebesehl, Richard Ross, Walter Schels, Timm Ulrichs, William Wegman, Barbara Wolff, Thomas Wrede, Christina Zück und andere


Presse-Vorbesichtigung: Dienstag, 21.06.2011, 17.30 Uhr
mit Luminita Sabau, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung


Eröffnung: Dienstag, 21.06.2011, 19.00 Uhr
Begrüßung: Wolfgang Kirsch, Vorsitzender des Vorstands DZ BANK AG
Einführung: Luminita Sabau, Leiterin der DZ BANK Kunstsammlung

Im Rahmen der Vernissage wird Frau Luminita Sabau von Herrn Wolfgang Kirsch offiziell verabschiedet


Öffnungszeiten:
22.06.2011 – 24.09.2011
Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr

Öffentliche Führungen:
Jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr. Um Voranmeldung wird gebeten.
Telefon: +49 69 7447-2386 oder E.Mail: kunst@dzbank.de


DZ BANK Kunstsammlung
ART FOYER
Platz der Republik, 60265 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“