PRESSEMITTEILUNGEN 2011

02.03.2011

Vorläufige Geschäftszahlen 2010: Gute Entwicklung der DZ BANK Gruppe – Wachstumschancen konsequent genutzt

Ergebnis vor Steuern (IFRS) auf 1,6 Milliarden Euro annähernd verdoppelt
Gute operative Geschäftsentwicklung der DZ BANK Gruppe und der DZ BANK AG
Deutliche Stärkung der Kapitalbasis: Kernkapitalquote erreicht 10,6 Prozent
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken
Dividende steigt um 20 Prozent auf 12 Cent je Aktie
DZ BANK-Chef Kirsch: "2011 sind wir gut gestartet"
DZ BANK AG stellt 50 Allfinanztrainees ein



Die DZ BANK Gruppe hat im vergangenen Jahr auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen (IFRS) ein Ergebnis vor Steuern von rund 1,6 Milliarden Euro erzielt und damit das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt (Vorjahr: 836 Millionen Euro).

"2010 war für uns ein Jahr intensiver und erfolgreicher Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken. Wir haben Wachstumschancen in allen Geschäftsfeldern konsequent genutzt. Dies hat sich ausgezahlt", sagte Wolfgang Kirsch, Vorstandsvorsitzender der DZ BANK AG. "Das zurückliegende Geschäftsjahr hat gezeigt: Wir sind hervorragend im Markt aufgestellt. Das gibt uns Rückenwind für weiteres kraftvolles Wachstum und für die Bewältigung der regulatorischen Herausforderungen, die wir aus eigener Kraft heraus leisten werden", so Kirsch.

Die gute Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2010 müsse auch vor dem Hintergrund anspruchsvoller wirtschaftlicher Rahmenbedingungen gesehen werden. So habe sich einerseits die Exportstärke Deutschlands positiv auf die deutsche Konjunktur ausgewirkt. "Davon profitieren wir als DZ BANK Gruppe. Unsere leistungsfähigen Produkte fanden bei Privat- und Firmenkunden in diesem Umfeld erfreulichen Absatz", sagte Kirsch. Andauernde Spekulationen über die Tragfähigkeit der Staatsverschuldung einzelner europäischer Länder und die daraus resultierenden Kursabschläge auf Staatsanleihen schlugen andererseits temporär negativ zu Buche.


Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

In der DZ BANK AG konnte das Mittelstandskreditgeschäft im Geschäftsjahr 2010 deutlich ausgeweitet werden. Die Zahl der Neuanträge stieg um 17 Prozent, im Förderkreditgeschäft erhöhte sich das Neugeschäftsvolumen um fast 50 Prozent und erzielte einen neuen Rekordwert. Auch das Privatkundengeschäft der DZ BANK AG entwickelte sich sehr erfolgreich. Das Absatzvolumen bei Anlagezertifikaten erhöhte sich von 3,3 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro.

Bei den Tochtergesellschaften wuchs das Bausparneugeschäft der Bausparkasse Schwäbisch Hall um fast 14 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Es wurden mehr als 900.000 Verträge und damit 100.000 mehr als im Vorjahr abgeschlossen. Der Marktanteil erhöhte sich von 28,1 auf 28,6 Prozent. Auch der R+V Versicherung Teilkonzern setzte seinen Wachstumskurs in allen Versicherungssparten mit einem Anstieg der Beiträge um 5,5 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro fort. Union Investment steigerte die Assets under Management von knapp 166 Milliarden Euro im Vorjahr auf einen neuen Höchststand in 2010 von mehr als 177 Milliarden Euro. Die TeamBank hat mit ihrem Konsumentenkredit ‚easyCredit’ den Darlehensbestand um rund 10 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro ausgeweitet und verzeichnete ein deutlich über dem Markt liegendes Wachstum. Auch die DZ PRIVATBANK hatte einen guten Start und steigerte ihre verwalteten Anlagemittel um 0,4 Milliarden Euro auf 10,5 Milliarden Euro.

Der Zinsüberschuss erhöhte sich in der DZ BANK Gruppe gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres um 14 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Dies ist maßgeblich auf die Entwicklung des Zinsergebnisses ohne Beteiligungserträge in der DZ BANK AG zurückzuführen, das um rund 37 Prozent auf 415 Millionen Euro zulegte. "Wir haben insbesondere von der sich belebenden Kreditnachfrage profitiert und konnten in Zusammenarbeit mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken deutliche Steigerungen der Kreditvolumina und der Stückzahlen im klassischen Konsortialkredit erzielen. Zudem bewirkte die Förderung erneuerbarer Energien einen deutlichen Anstieg des Neugeschäftsvolumens im Förderkreditgeschäft", so Kirsch. Darüber hinaus verzeichneten die TeamBank, DG HYP sowie die DZ PRIVATBANK Gruppe substantielle Steigerungen des Zinsergebnisses.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich in der DZ BANK Gruppe auf 258 Millionen Euro (Vorjahr: 683 Millionen Euro) und spiegelt die wirtschaftliche Erholung sowie eine konsequente Risikopolitik wider.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich in der DZ BANK Gruppe deutlich um 26,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 879 Millionen Euro). Haupttreiber dafür war der kräftige Anstieg bei der Union Investment Gruppe aufgrund der deutlich gestiegenen Assets under Management. Des Weiteren nahm das Provisionsergebnis vor allem im DVB-Teilkonzern und in der DZ BANK AG zu.

Das Handelsergebnis der DZ BANK Gruppe erreichte mit 1,02 Milliarden Euro annähernd das Niveau des Vorjahreswerts von 1,07 Milliarden Euro. Es wurde wesentlich vom Handelsergebnis der DZ BANK AG in Höhe von 990 Millionen Euro bestimmt.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen lag mit -708 Millionen Euro rund 12 Prozent unter dem Vorjahreswert von -635 Millionen Euro. In dem Ergebnis sind Wertberichtigungen auf ABS-Bestände enthalten, mit denen wir eine umfassende Bevorratung des ABS-Portfolios vorgenommen haben.

Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 314 Millionen Euro auf 406 Millionen Euro. Der Anstieg resultiert insbesondere aus einem deutlich verbesserten Ergebnis aus Kapitalanlagen des R+V Versicherung Teilkonzerns.

Die Verwaltungsaufwendungen lagen in der DZ BANK Gruppe mit 2,6 Milliarden Euro um 4,3 Prozent höher als im Vorjahr (2009: 2,5 Milliarden Euro). "Bei einer gleichbleibend hohen Kostensensibilität in der DZ BANK Gruppe haben wir 2010 auch gezielt in Wachstumsfelder investiert", so Kirsch. Darunter fielen beispielsweise Neueinstellungen und Marketingausgaben bei der Union Investment oder Anlaufkosten für den Ausbau der Private Banking Aktivitäten.

Die Bilanzsumme der DZ BANK Gruppe verringerte sich zum 31. Dezember 2010 um 1,3 Prozent auf 383,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 388,5 Milliarden Euro).

Die Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) belief sich für die DZ BANK Gruppe zum 31. Dezember 2010 auf 10,6 Prozent (31. Dezember 2009: 9,9 Prozent).

Der Hauptversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 12 Cent je Aktie (Vorjahr: 10 Cent) vorgeschlagen werden.


Ausblick

"Wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet", so Wolfgang Kirsch. Zwar verlangsame sich die konjunkturelle Erholung und die Unsicherheit über die Verschuldung einzelner Länder der Eurozone dauere an. "Doch wir gehen davon aus, dass sich unsere strategische Ausrichtung als verbundfokussierte Allfinanzgruppe auch in 2011 auszahlen wird. Dazu tragen auch die vielfältigen Marktinitiativen bei, die wir zusammen mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken auf den Weg gebracht haben", ergänzte er.

Um die Vernetzung mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken weiter auszubauen, wird die DZ BANK in einem ersten Schritt 50 Hochschulabsolventen als Allfinanztrainees einstellen. Sie werden in einem gemeinsamen Programm mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken für ihre künftigen Aufgaben in der genossenschaftlichen Organisation ausgebildet.

Die gute geschäftliche Ausgangsbasis und die klare strategische Ausrichtung stärken die DZ BANK Gruppe auch für die künftigen regulatorischen Herausforderungen. "Der Gesamteffekt der Regulierung ist für einen großen und breit aufgestellten Finanzkonzern noch kaum abschätzbar. Wir brauchen zügig Klarheit, weil wir unseren Auftrag als Bank für die Realwirtschaft erfüllen und wachsen wollen", sagte Kirsch.

Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

 2010
in Mio. Euro
2009
in Mio. Euro
Veränderung
in %
Zinsüberschuss2.7322.39714,0
Risikovorsorge im Kreditgeschäft-258-683-62,2
Provisionsüberschuss1.11387926,6
Handelsergebnis1.0151.067-4,9
Ergebnis aus Finanzanlagen-708-63511,5
Sonstiges Bewertungsergebnis
aus Finanzinstrumenten
-88-39> 100,0
Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft40631429,3
Verwaltungsaufwendungen-2.588-2.4814,3
Sonstiges betriebliches Ergebnis-617> 100,0
Konzernergebnis vor Steuern1.61883693,5
Ertragsteuern-493-4900,6
Konzernergebnis1.125346> 100,0
Cost Income Ratio [in %]58,062,0-4,0 %p
Bilanzsumme [in Mrd. Euro]383,5388,5-1,3