PRESSEMITTEILUNGEN 2010

14.06.2010

Passive Produkte bei Privatanlegern immer beliebter

Branchenexperten sehen bei Zertifikaten und börsennotierten Indexfonds Wachstumschancen / Rohstoffinvestments und Nachhaltigkeit sind die Top-Trendthemen / Ergebnisse des Trendbarometer Zertifikate 2010 der Steinbeis-Hochschule Berlin

Der Trend zu passiven Investments hält an. So sind Zertifikate und börsennotierte Indexfonds (ETFs) die einzigen Kapitalmarktprodukte, denen die Branchenexperten in den kommenden drei Jahren Wachstum zutrauen. Dies ergab das Trendbarometer Zertifikate 2010, eine repräsentative Befragung der Steinbeis Hochschule Berlin im Auftrag der DZ BANK unter rund 200 Vermögensverwaltern, Bankberatern und Wertpapierspezialisten. Nahezu jeder zweite Befragte erwartet für Zertifikate ein zukünftiges Marktwachstum von 5 bis 15%. Als langfristigen Investmenttrend haben die Experten Rohstoffanlagen ausgemacht. Die Anfang des Jahres eingeführte Beratungsdokumentation hat das Zertifikategeschäft – anders als von vielen erwartet - nicht beeinträchtigt.

Während Branchenexperten zufolge der Anteil an Zertifikaten in den Depots der privaten Anleger von derzeit 10 auf 11% im Jahr 2013 sowie der Anteil an passiven Investmentfonds von 10 auf 12% steigen sollen, werden die Anteile an aktiv gemanagten Investmentfonds (28%), Aktien (15%) und geschlossenen Fonds (5%) auf dem heutigen Stand verharren. Der Anleihenanteil soll dagegen um 4 Prozentpunkte auf 28% sinken. Das durchschnittliche Investitionsvolumen pro Person in Zertifikate liegt derzeit bei 14.500 Euro, und damit auf Vorjahresniveau. „Zertifikate haben sich als feste Größe in den Depots der Anleger etabliert“, bewertet Jens Kleine, Professor an der Steinbeis-Hochschule Berlin, die Ergebnisse.

Der Großteil der befragten Vermögensverwalter und Bankberater (61%) erwartet für Garantiezertifikate eine steigende Nachfrage. Auch Indexzertifikaten (54%), Aktienanleihen (48%) und Expresszertifikaten (39%) werden hohe Wachstumschancen zugesprochen –allesamt Produktkategorien, die auch in der Rendite-Risiko-Bewertung gut abschneiden. Vor allem Expresszertifikate haben im Vergleich zum Vorjahr signifikant aufgeholt, während Discountzertifikate eingebüßt haben. Nur etwa jeder Dritte sagt dieser Gattung steigende Absätze voraus.

Investments in Rohstoffen, Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit sind Top-Trends bei Zertifikaten

Bei den Investmenttrends haben sich Rohstoffe klar an die Spitze gesetzt: Die überwiegende Mehrheit der Befragten (82%) sieht Rohstoffanlagen als wichtiges Zukunftsthema, gefolgt von Emerging Markets (77%) und Erneuerbare Energien (76%). Nur jeder Fünfte stuft dagegen Währungen als Trendthema ein. Energie- und Agrarrohstoffe werden als Basiswerte für Zertifikate eine höhere Relevanz haben als Edelmetalle. Auch nachhaltige Investments sind im Aufwind. 70% der Studienteilnehmer, und damit ein Drittel mehr als im Vorjahr, sind der Meinung, dass das Investmentthema Nachhaltigkeit weiter an Bedeutung gewinnen wird. Der Depotanteil nachhaltiger Produkte soll in drei Jahren von derzeit 4 auf 10% steigen. „Wir sehen hier einen nachhaltigen Anlagetrend, auch wenn viele Anleger in ihrer Anlageentscheidung noch zögern. Emittenten stehen derzeit der Herausforderung gegenüber, Nachfrage und Anlegerbedürfnisse im richtigen Produktangebot zu vereinen. Auf Angebotsseite wird daher ein Konsolidierungsprozess stattfinden. Als Produktanbieter stellen wir bereits ein hochwertiges Angebot an nachhaltigen Zertifikaten zur Verfügung, das wir sukzessive ausbauen“, erklärt Peter Schirmbeck, Leiter Privatkundengeschäft der DZ BANK.

Einfachheit, Bonität des Emittenten und Markttransparenz sind die drei wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Zertifikaten und seit 2007 kontinuierlich bedeutender geworden, ergab die Studie ferner. Das Angebot an Trendthemen oder innovativen Produktstrukturen spielt dagegen eine untergeordnete Rolle. Als wesentlichen Hebel für den weiteren Verkaufserfolg sehen die Befragen die weitere Verbesserung der Produktinformationen. „Gerade in diesem Punkt hat die Branche schon deutliche Fortschritte erzielt“, so Schirmbeck. „Wir haben bereits seit vielen Jahren standardisierte Produktinformationen zu unseren Zertifikaten, in denen alle notwendigen Informationen, die über die vom Verbraucherschutzministerium geforderten Standards hinausgehen, ausführlich und transparent aufbereitet sind. Der sogenannte Beipackzettel wird daher nicht die Transparenz der Produktinformationen erhöhen, aber eine bessere Vergleichbarkeit im Markt ermöglichen. Das begrüßen wir als einer der führenden Emittenten.“

Die Anfang des Jahres eingeführte Beratungsdokumentation hat bislang mehrheitlich keine negativen Auswirkungen auf den Absatz von Zertifikaten gehabt. Hatte 2009, im Vorfeld der neuen Regelung, noch jeder zweite befragte Branchenexperte Vorbehalte angegeben, sehen diese die Protokollpflicht inzwischen deutlich positiver. „Das deckt sich auch mit den Ergebnissen aus unseren Kundenbefragungen. Die Anleger wissen den Nutzen zu schätzen, den die Dokumentation für sie persönlich hat: mehr Klarheit und Transparenz über das Beratungsgespräch und das Ergebnis. Das Protokoll gibt mehr Sicherheit, auch für die Berater, und ist Entscheidungshilfe und Gedächtnisstütze zugleich“, sagt Schirmbeck.


Das Trendbarometer Zertifikate ist eine Untersuchung der DZ BANK und des Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin. Zur Erhebung von Trends und Entwicklungen im deutschen Zertifikatemarkt werden seit 2007 jährlich Bankberater, Produktverantwortliche und Wertpapierspezialisten in Banken sowie Vermögensverwalter befragt. Die Daten der aktuellen Studie wurden im Zeitraum April bis Mai 2010 im Rahmen von telefonischen Interviews erhoben. Die Stichprobe von 197 Teilnehmern ist repräsentativ für die deutsche Bankenbranche.