PRESSEMITTEILUNGEN 2010

03.03.2010

DZ BANK Gruppe vorläufige Geschäftszahlen 2009: Rückkehr in die Gewinnzone

Gute operative Geschäftsentwicklung der DZ BANK Gruppe und der DZ BANK AG
Erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Genossenschaftsbanken
Stärkung der Kapitalbasis aus dem FinanzVerbund und aus eigener Kraft
Kernkapitalquote erreicht 9,9 Prozent
Teilweise Rückführung der BVR-Garantie
Marktinitiativen im Mittelstandsgeschäft, im Private Banking und im Transaction Banking erfolgreich gestartet



Die DZ BANK Gruppe hat im vergangenen Jahr auf Basis vorläufiger Geschäftszahlen (IFRS) ein Ergebnis vor Steuern von 836 Millionen Euro erzielt (Vorjahr: -1.551 Millionen Euro). „Das Ergebnis zeigt die Leistungsfähigkeit und Stabilität der DZ BANK Gruppe mit ihrer breiten und ausgewogenen Aufstellung als Spitzeninstitut des genossenschaftlichen FinanzVerbundes", sagte Wolfgang Kirsch, der Vorstandsvorsitzende der DZ BANK AG.

Die Kapitalausstattung der DZ BANK Gruppe konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr ebenfalls spürbar verbessert werden. So liegt die Kernkapitalquote per 31.12.2009 bei 9,9 Prozent (31.12.2008: 7,4 Prozent). Neben den erfolgreich durchgeführten Kapitalstärkungsmaßnahmen durch die Eigentümer tragen dazu insbesondere die Rückführung ergänzender Geschäfts-aktivitäten sowie die Gewinnthesaurierung aus dem erzielten Ergebnis bei. Die positive Entwicklung führt dazu, dass die DZ BANK die vom BVR gewährte Garantie zur Eigenkapitalentlastung schon jetzt schrittweise zurückgeben kann. Nachdem die Garantie bereits in 2009 reduziert werden konnte, ist eine weitere Reduzierung durch Rückgabe im Volumen von rund 230 Millionen Euro geplant. Damit verringert sich das ursprüngliche Volumen der BVR-Garantie um ca. ein Drittel von 1,2 Milliarden Euro auf 760 Millionen Euro.

"Wir sind zuversichtlich, die operative Ertragskraft der DZ BANK Gruppe im laufenden Jahr trotz eines unverändert labilen gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiter steigern zu können", sagte Kirsch. Mit einem sich selbst tragenden Aufschwung sei erst 2011 zu rechnen. "Den erfolgreichen Kurs, mit dem wir die DZ BANK als verbundfokussierte Zentralbank ausrichten, werden wir 2010 konsequent fortsetzen", so Kirsch.


Ergebnisse der DZ BANK Gruppe

Die DZ BANK Gruppe und mit ihr auch die DZ BANK AG haben im Geschäftsjahr 2009 gute operative Erträge erzielt, insbesondere im Geschäft mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken: In der DZ BANK AG konnte der Bestand im Mittelstandskreditgeschäft deutlich gesteigert werden. Im Förderkreditgeschäft verzeichnete die DZ BANK mit einem Zuwachs des Neugeschäftsvolumens um 15 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Das Absatzvolumen im Zertifikategeschäft erhöhte sich von 2,7 auf 3,3 Milliarden Euro. Damit belegt die DZ BANK mit ihrer Marke ‚Akzent Invest’ im Gesamtmarkt mit einem Anteil von 17,6 Prozent den zweiten Platz.

Bei den Töchtern konnte die Bausparkasse Schwäbisch Hall ihre Position als Marktführer im deutschen Bausparmarkt klar behaupten. Zwar blieb das Bausparneugeschäft mit gut 25 Milliarden Euro erwartungsgemäß hinter dem des Rekordjahres 2008 zurück. Mit rund 100.000 ‚FuchsWohnRente’-Bausparverträgen konnte die Bausparkasse Schwäbisch Hall jedoch auf Anhieb die Marktführerschaft in diesem neuen Produktsegment übernehmen. In der Vermittlung privater Baufinanzierungen erreichte Schwäbisch Hall ein Volumen von knapp
10 Milliarden Euro - eine Steigerung um rund 18 Prozent. Der R+V Konzern verzeichnete 2009 eines seiner erfolgreichsten Geschäftsjahre. Das Unternehmen ist in allen Geschäftssegmenten überdurchschnittlich gewachsen und erreichte insgesamt ein Beitragsplus von 11,4 Prozent auf mehr als 10,5 Milliarden Euro. Bei der Union Investment stiegen die Assets under Management um 15 Prozent auf 166 Milliarden Euro deutlich an. Die Teambank hat mit ihrem Konsumentenkredit ‚EasyCredit’ den Darlehensbestand um rund 14 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro ausgeweitet.

Diese operativen Erfolge führten mit dazu, dass in der DZ BANK Gruppe das Ergebnis vor Steuern auf 836 Millionen Euro anstieg gegenüber -1.551 Millionen Euro im Vorjahr. „Mit diesem Ergebnis sind wir wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Wir konnten zudem die auch 2009 spürbaren Belastungen aus der Finanzkrise und ihre Auswirkungen verarbeiten und Vorsorge treffen für ein sich veränderndes regulatorisches Umfeld. Dies tun wir unverändert aus der eigenen Kraft unserer Gruppe und der genossenschaftlichen Organisation“, so Kirsch.

Der Zinsüberschuss verminderte sich in der DZ BANK Gruppe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17,3 Prozent auf 2.397 Millionen Euro. Dies ist insbesondere auf rückläufige externe Beteiligungserträge, die Rückführung zinstragender Bestände sowie gestiegene Eigenmittelkosten und die Begebung langfristiger Passivmittel zurückzuführen. Zwei Drittel des Rückgangs der Beteiligungserträge resultieren aus Belastungen aus dem anteilig berücksichtigten Ergebnis des Österreichischen Volksbanken-AG Konzerns (ÖVAG).

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft belief sich in der DZ BANK Gruppe auf 683 Millionen Euro (Vorjahr: 545 Millionen Euro). Der Anstieg um 25,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert spiegelt das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld wider. Bedingt durch den schweren Konjunktureinbruch schlug sich erwartungsgemäß eine höhere Risikovorsorge bei der DZ BANK AG nieder. Darüber hinaus waren auch der VR Leasing- und der DVB-Teilkonzern von der Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds betroffen.

Der Provisionsüberschuss erhöhte sich in der DZ BANK Gruppe um 2,0 Prozent auf 879 Millionen Euro (Vorjahr: 862 Millionen Euro). Haupttreiber dafür war der kräftige Anstieg in der DZ BANK AG um 16,4 Prozent auf 249 Millionen Euro. Die DZ BANK konnte sowohl vom Ausbau der Marktposition im Rentenemissionsgeschäft als auch von der hohen Nachfrage der Volksbanken und Raiffeisenbanken nach Zinssicherungsinstrumenten und Retailprodukten profitieren.

Das Handelsergebnis der DZ BANK Gruppe verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreswert von -1.167 Millionen Euro um 2.234 Millionen Euro und stieg auf 1.067 Millionen Euro. Es wurde wesentlich vom Handelsergebnis der DZ BANK AG in Höhe von 1.002 Millionen Euro bestimmt. „Wir können für unser Handelsergebnis festhalten: Es spiegelt zum einen – gegenläufig zum Vorjahr – Wertaufholungen in den Wertpapierbeständen wider, ist aber zum anderen in gleicher Weise geprägt durch sehr erfreuliche Entwicklungen im kundenbasierten Geschäft auf der Fixed Income Seite und im Zertifikategeschäft“, sagte Kirsch.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig von -640 Millionen Euro auf -635 Millionen Euro. Belastungen aus diversen Wertpapierbeständen, insbesondere ABS, sind hierin verarbeitet worden.

Das Ergebnis aus dem Versicherungsgeschäft erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 173 Millionen Euro auf 314 Millionen Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen lagen in der DZ BANK Gruppe mit 2.481 Millionen Euro annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (2008: 2.487 Millionen Euro). Damit hat die DZ BANK Gruppe weiterhin eine hohe Kostensensibilität gezeigt.

Die Bilanzsumme der DZ BANK Gruppe erreichte zum 31. Dezember 2009 ein Volumen von rund 388,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 427,1 Milliarden Euro). Dies entspricht einem Rückgang von fast 40 Milliarden Euro. Wesentlicher Faktor dafür war die konsequente Rückführung von Risikoaktiva und die Fokussierung auf verbundkonforme Geschäftsaktivitäten bei der DZ BANK AG im Rahmen des Programms 2011.

Die Neubewertungsrücklage hat sich um 685 Millionen Euro erholt von -926 Millionen Euro auf -241 Millionen Euro.

Die Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) belief sich für die DZ BANK Gruppe zum 31. Dezember 2009 auf 9,9 Prozent (31. Dezember 2008: 7,4 Prozent).

Der Hauptversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 10 Cent je Aktie (Vorjahr: 5 Cent) vorgeschlagen werden.


Ausblick

„Gerade in der jüngsten Krise haben die Volksbanken und Raiffeisenbanken gezeigt, dass die klassischen Qualitäten im Bankgeschäft wieder ganz vorne stehen müssen: Traditionell enge Verbundenheit zum Mittelstand, die persönliche Nähe zu den Kunden, die Verlässlichkeit einer echten Hausbank, gute und verständliche Finanzprodukte und der Wert guter Beratung. Diesen Erfolgskriterien fühlen wir uns alle im FinanzVerbund verpflichtet“, so Kirsch. Die DZ BANK als Spitzeninstitut des Verbundes profitiere von der hohen und weiter steigenden Reputation der genossenschaftlichen Säule. Dies zeige auch der gute Start der Marktinitiativen im Mittelstand, Private Banking und Transaction Banking. „Durch die Ausrichtung als verbundfokussierte Zentralbank werden wir unsere gute operative Geschäftsentwicklung auch 2010 fortsetzen können. Bei aller Vorsicht zu diesem frühen Zeitpunkt: Der operative Auftakt war erfreulich“, so Kirsch. Erfolgversprechend sei, die Strukturen zu fördern, die in der Krise ihre Stärken gezeigt haben. Der genossenschaftliche FinanzVerbund könne dafür ein Vorbild sein – und eine wichtige stabile Säule für den Finanzplatz Deutschland.


Vorläufige GuV DZ BANK Gruppe nach IFRS

 2009
in Mio. Euro
2008
in Mio. Euro
Veränderung
in %
Zinsüberschuss2.3972.900-17,3
Risikovorsorge im Kreditgeschäft-683-54525,3
Provisionsüberschuss8798622,0
Handelsergebnis1.067-1.167> 100,0
Ergebnis aus Finanzanlagen-635-640-0,8
Sonstiges Bewertungsergebnis
aus Finanzinstrumenten
-39738*-94,7
Ergebnis aus dem
Versicherungsgeschäft
314141> 100,0
Verwaltungsaufwendungen-2.481-2.487-0,2
Sonstiges betriebliches Ergebnis17123-86,2
Konzernergebnis vor Steuern836-1.551> 100,0
Ertragsteuern-490385*> 100,0
Konzernergebnis346-1.166> 100,0
    
Cost Income Ratio [in %]62,0> 100,0 
Bilanzsumme [in Mrd. Euro]388,5427,1*
* Betrag angepasst