NEWS-ARCHIV

09.03.2015

ROAD ATLAS

Eine Präsentation von Stephan Pauly mit Werken aus der DZ BANK Kunstsammlung

„Die Kriterien für die Auswahl der Werke waren sehr unterschiedlich – mal war es das Motiv, das mich berührt hat, oft waren es formale Aspekte der Bildgestaltung, und es waren auch immer wieder starke Fotografien von Künstlern, deren Arbeit mich bereits seit Jahren fasziniert“, erläutert Dr. Stephan Pauly seine Präsentation im ART FOYER.

Erstmals hat die DZ BANK Kunstsammlung ein Experiment gewagt und mit Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt, eine Person aus einem ganz anderen Kulturbereich eingeladen, eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung zusammenzustellen. Dabei wirft Pauly einen sehr persönlichen Blick auf den „Road Atlas – Straßenfotografie von Helen Levitt bis Pieter Hugo“, einem Konvolut von Werken, das sich mit dem ältesten Genre der Fotografie beschäftigt und bereits in verschieden Ausstellungshäusern in Rüsselsheim, Cottbus und Erfurt unter kunsthistorischen Gesichtspunkten zu sehen war.

„Ein Raum beispielsweise vereint Bilder miteinander, die ähnlichen Formprinzipien folgen“. erläutert Pauly seine Präsentation. „ Andere Räume setzen auf Kontrast, beispielsweise den Kontrast von Farben, und versuchen einen farblichen Rhythmus der Werke auf der Wand zu entwickeln. In zwei Räumen war es mir ein Anliegen, die Seh-Situation der Besucher sehr stark zu definieren.“

Aus 902 Bildern zum Thema Straßenfotografie aus den Beständen der DZ BANK Kunstsammlung hat Pauly rund 100 Arbeiten ausgewählt, die in seinem eigenen Ordnungssystem unter dem Titel „ROAD ATLAS – Eine Präsentation von Stephan Pauly“ im ART FOYER in Frankfurt vom 18. März bis 13. Juni 2015 zu sehen sind.

Gezeigt werden Arbeiten von Robert Häusser, Pieter Hugo, Will McBride, Klaus Mettig, Ryuji Miyamoto, Thomas Ruff, Thomas Struth u.a.

Die Absage an den Versuch, die Wirklichkeit zu dokumentieren und objektiv aufzuzeichnen, liegt allen Aufnahmen von Robert Häusser (*1924 in Stuttgart, †2013 in Mannheim) zugrunde. Die Zeichen der Straßenverkehrsordnung auf seinen Fotografien ermöglichen nur scheinbar eine Orientierung. Vielmehr lenken sie den Blick auf das rein Grafische der Bilder, womit auch die Illusion einer selbstverständlichen Bedeutung in Frage gestellt wird.

Pieter Hugo (*1976 in Kapstadt/Südafrika) erstattet mit seinen Porträts Bericht vom Leben gesellschaftlicher Randgruppen des afrikanischen Kontinents. Die mysteriösen „Hyänenmänner“ aus Lagos sind Schausteller, die mit ihren domestizierten Wildtieren umherziehen, um Menschen zu unterhalten und traditionelle Medizin zu verkaufen. Hugo bildet in seinen Aufnahmen die Dynamik zwischen den Männern und den Tieren ab und lässt den Umgang mit ihnen mal fürsorglich, mal brutal erscheinen.

Bei Will McBride (*1931 in St. Louis, Missouri, †2015 in Berlin) war Leben und Kunst immer untrennbar verbunden. Er selbst erklärte, dass ihm die Kamera zur Selbsterkenntnis diente, zur Suche einer Identität und der Verortung innerhalb der Gesellschaft. Sein Kameraauge befindet sich immer mitten im Geschehen und spiegelt auch in der Straßenfotografie gesellschaftliche und ökonomische Bedingungen wider.

Viele Arbeiten des documenta-7-Teilnehmers Klaus Mettig (*1950 in Brandenburg) setzen sich mit Fragen der gesellschaftlichen Verhältnisse und Globalisierung auseinander. Sie reflektieren die Wahrnehmung und Wirkung der Mechanismen internationaler Politik in den urbanen Lebenswelten asiatischer Metropolen.

Die Straßenfotografien von Ryuji Miyamoto (*1947 in Setagaya/Tokyo, Japan) dokumentieren Verschüttung und Zerstörung nach der Erdbebenkatastrophe von Kobe 1995. Seine Aufnahmen demonstrieren die Hilflosigkeit des Menschen gegenüber Naturgewalt trotz aller technischen und wissenschaftlichen Fortschritte.

Thomas Ruff (*1958 in Zell am Harmersbach) studierte Fotografie bei Bernd und Hilla Becher an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde berühmt mit seinen großformatigen Porträts. Seine nächtlichen Gebäudeaufnahmen entstanden mit Hilfe einer Kombination von Kamera und Nachtsichtgerät - eine Technik, die vor allem mit dem Einsatz im Golfkrieg bekannt geworden ist. Die Bilder wirken durch diese Assoziationen beunruhigend und irritierend, zeigen jedoch lediglich eine heimische Stadtszenerie.

Auch Thomas Struth (*1954 in Geldern/Niederrhein) hat bei Bernd Becher studiert, worauf der klare Bildaufbau und die nüchterne Bildsprache bei seiner frühen Werkgruppe über die Straßen von New York verweist. Mit seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen macht der Künstler Strukturen sichtbar, die das Leben einer Stadt prägen.

DZ BANK Kunstsammlung

Im ART FOYER veranstaltet die DZ BANK Kunstsammlung in Frankfurt am Main regelmäßig Ausstellungen. Das Spitzeninstitut der Volksbanken Raiffeisenbanken verfügt über eine weltweit anerkannte Sammlung zeitgenössischer Fotokunst mit über 7000 Werken von rund 800 Künstlern.


ROAD ATLAS – eine Präsentation von Stephan Pauly
18. März bis 13. Juni 2015

ART FOYER der DZ BANK

Presseführung am Montag, 16. März um 11 Uhr mit Dr. Stephan Pauly


Eröffnung:       Dienstag, 17. März 2015 um 19 Uhr
Begrüßung:     Lars Hille, Vorstand der DZ BANK
Einführung:     Dr. Stephan Pauly, Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt


Ansprechpartner:
DZ BANK Pressestelle                                                        (Frau) Uli Kuhn
presse@dzbank.de                                                         uli.kuhn@ukuhn-consulting.de
Telefon: +49 69 7447-6561                                                Telefon: +49 178 322 0182
Telefax:  +49 69 7447-90309

Weitere Informationen unter www.dzbank-kunstsammlung.de


DZ BANK Kunstsammlung - ART FOYER
Platz der Republik, 60325 Frankfurt/Main
Öffentlicher Zugang: Friedrich-Ebert-Anlage / Cityhaus I
Öffentliches Parkhaus „Westend“

Öffnungszeiten:
Di. – Sa. 11 bis 19 Uhr

Öffentliche Führungen:
Jeden letzten Freitag im Monat um 17.30 Uhr. Um Voranmeldung wird gebeten.
Telefon: +49 69 7447-99144 oder E-Mail: kunst@dzbank.de

Peter Hugo, Abdullahi Mohammed with Mainasara, Lagos, Nigeria, aus der Serie: The Hyena & Other Men 2005-2007, 2007