NEWS-ARCHIV

31.07.2014

DZ BANK Anlegerindikator: Privatanleger trauen dem Börsenboom nicht

  • Größter Teil der Anleger erwartet seitwärts laufende Aktienmärkte
  • Anteil der Pessimisten wird kleiner
  • Grundsätzliches Interesse an Aktien bleibt auf historisch hohem Niveau
  • Beliebtheit von Zinsanlagen auf relativen Tiefständen

Die Privatanleger in Deutschland sind trotz andauernden Aufschwungs an den Aktienmärkten noch immer zurückhaltend. Nur rund ein Drittel von ihnen rechnet auf Sicht von sechs Monaten mit einem steigenden DAX. Demgegenüber erwarten 35 Prozent seitwärts laufende Notierungen und etwa ein Fünftel prognostiziert einen fallenden deutschen Leitindex. Dies ist ein Ergebnis des neuen DZ BANK Anlegerindikators, für den TNS Infratest über 1000 Privatanleger in Deutschland befragt hat. Während die Zahl der Optimisten nahezu unverändert geblieben ist, sank der Anteil der Pessimisten von 24 auf 19 Prozent. Signifikant gewachsen ist dagegen die Gruppe derjenigen Anleger, die einen Seitwärtsmarkt erwarten: Sie machten nun fünf Prozentpunkte mehr aus als noch im November 2013 (30 Prozent). „Die Mehrheit der Anleger traut dem Börsenboom nicht “, sagt Peter Schirmbeck, Leiter Privatkundengeschäft der DZ BANK. „Von einer Seitwärtsbewegung auszugehen, könnte sich für die Anleger als klug erweisen. Denn auch unser  Research erwartet den DAX zum Jahresende bei 10.200 Punkten und damit nur wenig oberhalb des aktuellen Niveaus.“

Risikoeinschätzung der Anleger nahezu unverändert

Die Vorsicht der Anleger schlägt sich auch in deren Risikowahrnehmung nieder. Mit zunehmenden Risiken an den Aktienmärkten rechnen auf Halbjahressicht 42 Prozent der Befragten, während 44 Prozent zumindest gleich bleibende Risiken erwarten. Fünf Prozent glauben, dass die Risiken abnehmen werden. Der Anteil derjenigen Anleger, die zunehmende Risiken prognostizieren, ist damit zwar so gering wie zuletzt vor drei Jahren.

Interesse an Aktien stagniert

Trotz der gemischten Perspektiven ist das grundsätzliche Interesse der Anleger an Aktien weiterhin auf relativ hohem Niveau. Eine Direktanlage in Aktien erwägen 30 Prozent der Befragten, also nur ein Prozentpunkt weniger als noch vor einem halben Jahr, als das Interesse an Aktien einen Höchststand von 31 Prozent erreichte. Rückläufig ist hingegen das Interesse an Tages- und Festgeld (55 Prozent) und anderen festverzinslichen Wertpapieren (29 Prozent).

Zertifikate mit Teilschutz oder Garantie gefragt

„Die Privatanleger sind sich sehr bewusst, dass sie im dauerhaften Niedrigzinsumfeld chancenreichere Anlagen wie etwa Aktien für eine auskömmliche Realrendite brauchen“, so Schirmbeck. „Angesichts ihrer Vorsicht suchen sie aber verstärkt nach Anlageformen mit einem risikoreduzierten Zugang zum Aktienmarkt.“ So sind beispielsweise strukturierte Garantieprodukte deutlich in der Gunst der Anleger gestiegen. Unter denjenigen Privatinvestoren, die in strukturierte Retailprodukte  investieren würden, interessieren sich 61 Prozent für Garantieprodukte. Das sind elf Prozentpunkte mehr als vor einem halben Jahr. Auch Bonus-Zertifikate, die zumindest einen Teilschutz des eingesetzten Kapitals bieten, sind noch für 38 Prozent der betreffenden Anleger interessant.

Die Daten wurden im Rahmen einer telefonischen Umfrage von TNS Infratest erhoben. Die Stichprobe von 1059 ist repräsentativ für anlage-affine Personen in der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren.