GENOSSENSCHAFT DES MONATS

Alles Gute zum 200.! Nächstes Jahr hätte Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Begründer der Genossenschaftsidee, runden Geburtstag. Und seine Idee ist heute aktueller denn je: 2016 gab es in Deutschland über 8.000 Genossenschaften mit mehr als 22,4 Millionen Mitgliedern – Tendenz steigend. Außerdem zählt die Genossenschaftsidee seit November 2016 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe der Menschheit.

Wir freuen uns über diese Entscheidung, denn genossenschaftliche Unternehmen und Kreditgenossenschaften sind ein wichtiger Bestandteil der mittelständischen Wirtschaft und der Gesellschaft in Deutschland.
Genossenschaften wirtschaften langfristig und nachhaltig, die Förderung der Mitglieder und der Region stehen im Mittelpunkt und sie stellen sich den großen Herausforderungen unserer Zeit.

Als Teil der genossenschaftlichen Gruppe präsentiert Ihnen die DZ BANK jeden Monat eine „Genossenschaft des Monats“, um das Werk Raiffeisens zu würdigen und die Zukunftsperspektiven der Genossenschaftsidee zu zeigen.

Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums startet 2018 eine Kampagne unter dem Motto „Mensch Raiffeisen. Starke Idee!“ mit vielen Veranstaltungen, Initiativen und Wettbewerbern. Erfahren Sie mehr unter: www.raiffeisen2018.de

 

 

 

Mai: Breitbandgenossenschaft Hagen

Schnelles Internet für die ganze Stadt – das ist das Ziel der Breitbandgenossenschaft Hagen. Während die Versorgung in einigen Bezirken normal ist, lässt die Internetschnelligkeit gerade im Hagener Gewerbegebiet zu wünschen übrig. Kein Zustand, entschieden die Hagener Unternehmer und gründeten eine Genossenschaft.

Das Thema Industrie 4.0 ist in aller Munde und Breitband wird als Standortfaktor sowohl für Unternehmen als auch für Familien immer wichtiger. In vielen Regionen sind sie jedoch noch stark unterversorgt – so auch im Nordrhein-Westfälischen Hagen. Besonders betroffen ist das städtische Gewerbegebiet Lennetal. Nahezu die Hälfte der Hagener Unternehmen wird lediglich mit Bandbreiten von bis zu 6 Mbit/s versorgt, nur maximal 10 % der Gewerbebetriebe in Hagen haben eine ausreichende Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s. Der Grund: Die Investitionen in Glasfasernetze sind in dünn besiedelten Gebieten oft zu teuer. Je weiter die Nutzer auseinanderliegen, desto teurer wird jeder Anschluss. Deswegen können private Investoren ihre Renditevorstellungen beim Kunden nicht durchsetzen. Die Gebiete bleiben auf der Strecke.

Doch wie kann der Bedarf sinnvoll gedeckt werden? Eine Veranstaltung über Unternehmensformen brachte den Hagener Unternehmern die zündende Idee. Sie gründeten eine Genossenschaft, um den Breitbandausbau selbst in die Hand zu nehmen. Der Vorteil der Genossenschaft: Alle Unternehmen beteiligen sich an der Finanzierung des Ausbaus. Dabei steht allein ihr Nutzungsinteresse im Mittelpunkt und nicht der Profit einzelner Investoren. Die Idee überzeugte auch die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, die die Breitbandgenossenschaft als Pilotprojekt fördert. Eine Machbarkeitsstudie ergab jedoch, dass der kalkulierte Aufwand von ca. 2,5 Mio. Euro nicht durch die Nutzer refinanziert werden kann. Doch davon ließen sich die Unternehmer nicht entmutigen und schwenkten auf eine andere Technologie um: Statt durch Glasfaserkabel wird das Gewerbegebiet nun über ein Richtfunknetz mit schnellem Internet versorgt. Das ist nicht nur kostengünstiger, sondern auch technisch schneller umsetzbar.

Im Spätsommer letzten Jahres wurde der Spatenstich für die ersten drei Antennenanlagen im Lennetal gesetzt. Mit einer Reichweite von 50 Kilometern können Unternehmen wie auch Privathaushalte jetzt mit einer Leistung von einem Gigabyte pro Sekunde versorgt werden. 15 Unternehmen haben bereits während der Pilotphase die Mitgliedschaft in der Genossenschaft erworben. Weitere sollen folgen. 1750 Euro Mindestanteil müssen die Mitglieder entrichten. Im Preis enthalten: die Installation der Empfängerschüssel und der Zugang zum Gebäude. Die Hagener Unternehmer sind zufrieden. Für sie ist die Versorgung der Unternehmen in Lennetal jedoch erst der Anfang. Sie wollen das Modell nun auch anderen zugänglich machen – denn auch Wohngebiete können mit der Richtfunktechnik problemlos versorgt werden.

Erfahren Sie mehr über die Breitbandgenossenschaft Hagen: www.bbg-hagen.de

April: KulturQuartier Schauspielhaus eG

Das ehemalige Schauspielhaus in Erfurt wiederbeleben, das ist das Ziel der jüngst gegründeten Genossenschaft „KulturQuartier Schauspielhaus“. Nachdem das Theater 15 Jahre leer stand, möchten die Mitglieder darin einen Ort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft schaffen, der auch überregional wirkt. Vorher stehen sie noch vor der großen Herausforderung, das alte Gebäude zu sanieren.

Ein Radio, ein Kino und ein Tanztheater sollen im Erfurter Schauspielhaus ein neues Zuhause finden. Und das ist erst der Anfang. Das Gebäude mit Zuschauersaal, Bühnenhaus, Foyers und Garderobenräumen bietet vielfältigen Aktivitäten Platz. Neben klassischen Atelierstrukturen für Kreative sind auch ein Konzertsaal, Ausstellungsräume, ein Café und ein Restaurant geplant. Für Erfurter Kulturbegeisterte ist das eine große Bereicherung. Doch bevor der Traum von der vielseitigen Kulturstätte wahr werden kann, müssen sie sich noch ein wenig gedulden. Gerade erst hat der Stadtrat dem Erwerb des Schauspielhauses und des Grundstücks, auf dem es steht, zugestimmt. Jetzt laufen die Kaufverhandlungen und der Umbau beginnt.

Fünf Jahre ist es her, dass sich der Verein KulturQuartier Erfurt e.V. gegründet hat – damals noch unabhängig vom Schauspielhaus. Im vergangenen Jahr ist daraus die Kulturgenossenschaft entstanden. Sie möchte für den Umbau und den Betrieb des Schauspielhauses aufkommen. Ein Genossenschaftsanteil kostet 500 Euro. Mindestens zwei davon müssen Mitglieder für ein Stimmrecht erwerben. Es ist auch möglich, dass mehrere Mitglieder zusammen ein Stimmrecht erwerben. Dafür müssen sie lediglich einen Stimmberechtigten festlegen. Momentan kommt die KulturQuartier Schauspielhaus eG auf ein Vermögen von rund 350.000 Euro, eine Million soll es noch werden.

Obwohl sich die Genossenschaft noch in der Gründungsphase befindet, erfüllt sie jetzt schon ihren Zweck, die Erfurter Kulturlandschaft zu bereichern. In Containern vor dem Schauspielhaus finden ab Anfang Mai jeden Samstag Veranstaltungen wie Theaterstücke oder Konzerte statt. Vom 15. bis zum 24. Juni gibt es zudem die Möglichkeit, zahlreiche Veranstaltungen im Schauspielhaus zu erleben. Die inzwischen vierte Auflage der PREVIEW lädt ein zu Live-Musik von Klassik bis Rock, Tanztheater, Lesung, Führungen durch das Haus und vielem mehr – ein guter Vorgeschmack auf das, was das fertige Schauspielhaus später bieten wird. Anfang 2019 soll es mit den Bauarbeiten losgehen.

Erfahren Sie mehr über das KulturQuartier: https://www.kulturquartier-erfurt.de/

März: WeiberWirtschaft eG

Frauenpower für Start-Ups: Die WeiberWirtschaft eG ist das erfolgreichste Unternehmerinnen- und Gründerinnenzentrum Europas. 500 Existenzgründungen hat die Genossenschaft seit ihrer Entstehung mit auf den Weg gebracht. Ihren Mitgliedern – ausschließlich Frauen – bietet sie bezahlbaren Geschäfts- und Wohnraum sowie wertvolles Knowhow rund um das Thema Gründung.

Der Name der Berliner Genossenschaft WeiberWirtschaft ist mit einem Augenzwinkern zu verstehen, ihr Anliegen ist dafür umso ernster. Frauen haben es bei der Existenzgründung schwerer als Männer. Während sich männliche Gründer häufig im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich selbständig machen, gründen Frauen lieber im sozialen und kulturellen Bereich. Hier haben sie es schwer, an Förderkredite zu kommen. Der Westberliner Frauenbewegung der 1980er Jahre war das ein Dorn im Auge. Ihre Idee: Ein eigenes Unternehmen, das Frauen in ihrer Selbständigkeit unterstützt. Weil jede Frau mitbestimmen können sollte, gründeten sie eine Genossenschaft.

Mithilfe von Crowdfunding sammelte die WeiberWirtschaft Geld. Frauen in ganz Deutschland solidarisierten sich mit dem Projekt und aus vielen kleinen Beträgen wurde schnell eine beachtliche Summe. Für 18,6 Mio. Euro kauften die Frauen einen ehemaligen Gewerbehof in Berlin Mitte, um Unternehmerinnen und Gründerinnen bezahlbare Räume zur Verfügung zu stellen. Auf den 7100 Quadratmetern sind heute 70 Gewerbe untergebracht, darunter Praxen, Geschäfte und Lokale, aber auch Wohnungen. Außerdem gibt es eine Kindertagesstätte und einen praktischen Gerätepark, in dem sich die Frauen Geräte, wie Beamer oder Bohrmaschine, ausleihen können.

Die Vermietung der Räumlichkeiten ist jedoch nur ein Geschäftsfeld der Genossenschaft. Sie unterstützt ihre Mitglieder auch mit Knowhow zum Thema Selbstständigkeit und veranstaltet sogenannte „Think Tanks“, bei denen sie sich austauschen und Ideen diskutieren. Zudem gibt die Tochterorganisation der Weiberwirtschaft, die Gründerinnenzentrale, Existenzgründerinnen seit 2006 Starthilfe für die Selbstständigkeit. Das Angebot kommt an. 1950 Frauen aus der ganzen Welt sind Mitglied in der WeiberWirtschaft, Tendenz steigend. Die Genossenschaft sieht sich schon nach einer weiteren Immobilie um.

Erfahren Sie mehr über die WeiberWirtschaft unter: www.weiberwirtschaft.de

Februar: Bürgerwerke eG

So geht Energiewende: Die Bürgerwerke sind der größte Zusammenschluss von Energiegenossenschaften in Deutschland. Gemeinsam haben sie das Ziel, ihre Mitglieder und Kunden aus ganz Deutschland mit Ökostrom aus der Region zu versorgen.

Energie aus Sonne, Wind und Wasser: Die Bürgerwerke sind ein Verbund von aktuell 76 Energiegenossenschaften und mehr als 12.000 Bürgern aus ganz Deutschland. Der Strom der Bürgerwerke kommt aus Solar- und Windenergieanlagen, die sich in der Hand von Privatpersonen befinden. Damit die Genossenschaft ihre Kunden auch in windstillen und sonnenarmen Zeiten mit Energie versorgen kann, liefert sie zusätzlich Strom aus einem deutschen Wasserkraftwerk in Töging am Inn. Gemeinsam betreiben die Energiegenossenschaften der Bürgerwerke derzeit über 400 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 26 Megawatt.

Um ihren Stromkunden den bestmöglichen Service zu bieten, werden Aufgaben wie der Energieeinkauf, die Abrechnung und weitere Aufgaben der Energieversorgung in der Zentrale der Bürgerwerke in Heidelberg gebündelt. Hand in Hand werden im Verbund der Wechsel vom alten Versorger und die Belieferung mit Strom übernommen. Man muss nicht Mitglied sein, um den Strom der Bürgerwerke zu beziehen; die Genossenschaft beliefert grundsätzlich alle Privatpersonen und Gewerbekunden in Deutschland. In Regionen, in denen Energiegenossenschaften aus dem Verbund der Bürgerwerke aktiv sind, gibt es darüber hinaus regionale Tarife.

Die Bürgerwerke arbeiten zu Selbstkosten. So verbleibt ein möglichst hoher Anteil der Wertschöpfung bei den Energiegenossenschaften vor Ort und kann in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investiert werden. Dieser Ausbau ist dringend notwendig, denn auch im Jahr 2018 wird in Deutschland der größte Teil des Stroms in Atom- und Kohlekraftwerken erzeugt. Es bleibt also noch viel zu tun, bis die Bürgerwerke ihre Vision einer erneuerbaren, regionalen und unabhängigen Energieversorgung erreicht haben.

 

Erfahren Sie mehr über die Bürgerwerke unter www.bürgerwerke.de

Januar: Oekonauten

Ziel der Ökonauten ist nicht der Mond, sondern – im wahrsten Sinne des Wortes – die Erde. Die Brandenburger Bürgergenossenschaft unterstützt Existenzgründer im Sektor der nachhaltigen Landwirtschaft und erwirbt auch selbst Land zur ökologischen Nutzung. Damit möchte sie ihren Mitgliedern qualitativ hochwertige Lebensmittel aus der Region bieten.

Das erste Projekt der Ökonauten eG, eine Walnussanlage, startete im Jahr 2015. Mehr als 150 Bäume 30 verschiedener Arten hat die Landwirtin Vivian mit Ihren Unterstützern auf einem Acker im Norden von Berlin gepflanzt. Damit möchte sie den Walnussbäumen in der deutschen Landwirtschaft wieder zu mehr Bedeutung verhelfen. Denn, fast alle im Supermarkt erhältlichen Walnüsse stammen aus dem Ausland, regionale Produkte sucht man vergeblich.

Die seitdem angestoßenen Projekte sind vielfältig. Im letzten Jahr hat die Genossenschaft einen Acker im Westen Potsdams erworben. Dort entsteht unter anderem eine Solidarische Landwirtschaft, die vor allem Gemüse anbaut, aber auch einige tierische Produkte herstellt. Auch ein „Schüleracker“ der Montessori-Oberschule Potsdam befindet sich auf der Anbaufläche. Hier werden Heranwachsenden landwirtschaftliche Grundlagen und ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen vermittelt. Die Jugendlichen lernen so die Bedeutung einer ökologisch nachhaltigen Landwirtschaft. Seit kurzem arbeiten die Ökonauten zudem mit einer ökologischen Viehwirtschaft zusammen, um dort an der Finanzierung einer hofeigenen Käserei und weiterer Flächen mitzuwirken.

Mit dem Anbau hochwertiger, regionaler Produkte liegen die Ökonauten voll im Trend. Jedoch sind weitere Genossenschaftler nötig, die mit ihren Einlagen zusätzliche Landankäufe ermöglichen. Die Mindesteinlage beträgt zwei Anteile à 250 Euro. An Entscheidungen ist aber jedes Mitglied unabhängig von seinen Anteilen mit einer Stimme beteiligt. Momentan zahlt die Genossenschaft keine Renditen, dafür können Mitglieder bei den Landwirtschaften mitwirken, an Veranstaltungen wie beispielsweise Erntedankfesten teilnehmen oder Produkte aus den Landwirtschaften der Genossenschaft günstiger erwerben.

Erfahren Sie mehr über die Ökonauten: http://www.oekonauten-eg.de/

Dezember: Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG

Die Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ) wurde 1952 als „Rheinische Warenzentrale Hauptgenossenschaft landwirtschaftlicher Genossenschaften eGmbH“ in Köln gegründet. Heute ist sie die drittgrößte Agrarhandelsgenossenschaft in Deutschland und beschäftigt rund 2.300 Mitarbeiter an über 200 Standorten.

Das RWZ-Geschäftsgebiet erstreckt sich über weite Teile von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen sowie ganz Rheinland-Pfalz und das Saarland. Zudem ist die RWZ in Luxemburg und Frankreich aktiv. Hier ist sie für ihre Mitgliedsgenossenschaften, Landwirte, Winzer und Gartenbauer sowie tausende gewerbliche und hunderttausende Privatkunden aktiv. Rund 150 Genossenschaften sowie 600 Landwirte, Winzer und Gartenbauer sind Mitglied in der Agrarhandelsgenossenschaft.

Die RWZ unterstützt ihre Mitglieder und Kunden beim Handel, aber auch durch Dienstleistungen wie beispielsweise Anbauempfehlungen für Landwirte, Winzer und Gartenbauer. Auch in den Bereichen Technik und Logistik bietet die Genossenschaft ein umfangreiches Beratungs- und Dienstleistungsangebot bis hin zum „Rundum-sorglos-Paket“, da der Handel alleine den Kundenansprüchen nicht mehr gerecht wird.

Von der Produktionsplanung bis hin zum Endverbraucher: Die RWZ erfüllt wichtige Funktionen in vielen Wertschöpfungsketten – vor allem in der Nahrungsmittelerzeugung. Ziel der Genossenschaft ist es, in Zukunft insbesondere ihre Kerngeschäftsfelder rund um Landwirtschaft, Wein- und Profigartenbau weiterzuentwickeln bzw. den Fokus auf ihre angestammten Kernkompetenzen zu legen.

Erfahren Sie mehr über die RWZ Rhein-Main eG unter: www.rwz.de

November: Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG

Frische Milch mit echter Herkunftsgarantie ist bei den Milchwerken Berchtesgadener Land Realität und nicht nur Marketing. Die Genossenschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, bäuerliche Familienbetriebe zu erhalten und ressourcenschonend zu wirtschaften.

Vor genau 90 Jahren haben 54 Landwirte aus dem Berchtesgadener Talkessel den genossenschaftlichen Molkereibetrieb ins Leben gerufen. Die damalige Milchmenge betrug gerade mal 0,1 Prozent der heutigen Produktion. Mittlerweile hat die Molkerei 1.733 an sie liefernde Milchbauern als Mitglieder, die im vergangenen Jahr insgesamt 306 Millionen Kilogramm Rohmilch produziert haben. Ziel der Landwirte ist es, die erzeugte Rohmilch in der eigenen Molkerei zu qualitativ hochwertigen Milchprodukten zu verarbeiten.

Die Genossenschaftsmolkerei produziert sowohl konventionelle als auch Bio-Milchprodukte. Milch, Schlagrahm, Butter und Topfen sind nur einige Beispiele für die vielseitige Produktpalette, die regelmäßig Auszeichnungen von Stiftung Warentest, Ökotest und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft erhält. Auch durch Regionalität können die Milchwerke punkten.  Sämtliche verarbeitete Milch stammt vom nördlichen Alpenkamm, der zwischen Zugspitze und Watzmann liegt.

Von der Rohmilch bis zum Fertigprodukt – das Thema Nachhaltigkeit liegt dem 400 Mitarbeiter starken Unternehmen besonders am Herzen. So auch nachhaltige Verpackungslösungen: die frische Bergbauernmilch und Bio-Alpenmilch werden inzwischen in Kartonverpackungen abgefüllt, die aus nachwachsenden Materialien produziert werden. Unter anderem deshalb wurde die Molkerei in diesem Jahr für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Mittelgroße Unternehmen“ 2018 nominiert, der Anfang Dezember verliehen wird. Damit werden Unternehmen gewürdigt, die in vorbildlicher Weise wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und Schonung der Umwelt verbinden.

Erfahren Sie mehr über die Genossenschaftsmolkerei: https://bergbauernmilch.de/

Oktober: Drop Out Cinema eG

Bye-bye Blockbuster: Die Drop Out Cinema eG fördert die kulturelle Vielfalt im Kino. Weil die meisten Filmverleiher vor allem an massentauglichen Produktionen interessiert sind, bleiben viele Filme auf der Strecke und kommen erst gar nicht auf die große Leinwand. Der genossenschaftliche Filmverleih aus Mannheim möchte das ändern.

Kinokultur prägen, Vielfalt schaffen, Spartenfilmen den Weg ins Kino ebnen: Das ist die Idee von Drop Out Cinema. Denn Cinéasten kommen hierzulande kaum auf ihre Kosten. Alternative Filmproduktionen finden nur selten den Weg in die Kinosäle. Der Grund: Das Programm bestimmen vor allem die Multiplex-Kinos mit Tausenden von Besucherplätzen. Doch auch anspruchsvolle Programmkinos meiden das wirtschaftliche Risiko geringer Zuschauerzahlen. Während Kinoketten durch ihre starke Stellung am Markt von erheblichen Rabatten und Kosteneinsparungen profitieren, haben die Kleinen das Nachsehen. Dem etwas entgegenzusetzen und wirtschaftliche Relevanz zu erlangen, ist das Ziel von Drop Out Cinema.

2013 gegründet, zählt der genossenschaftliche Filmverleih mittlerweile 53 Mitglieder, die meisten davon kleine Programm- und Independent Kinos in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Anders als bei gewinnorientierten Verleihern, stehen für Drop Out Cinema cineastische Kriterien an erster Stelle. Als deutschlandweites Netzwerk – insbesondere von Kinomachern – möchte die Genossenschaft nicht nur Filmverleih sein, sondern eine filmkuratorische Instanz, die Retrospektiven, Werkschauen und Filmreihen zentral entwickelt. Damit möchte sie eine neue Kinokultur schaffen, die in Zeiten der Digitalisierung bestehen kann.

Auch im Marketing setzt sich die Genossenschaft aktiv für kleinere Kinos und Filmverleiher ein, denen häufig die Mittel dafür fehlen. Auch hier gilt das Motto „Kräfte bündeln“. Mit ihrer zentralen Facebook-Präsenz NEU IM KINO verschafft Drop Out Cinema kleineren Kinos und Verleihern Aufmerksamkeit. Die Plattform richtet sich vornehmlich an Programmkinogänger, bietet Trailer und Kritiken zu Filmen aus dem Arthaus-Bereich. Die Likes geben der Genossenschaft recht. Die Plattform hat schon über 19.ooo Gefällt-mir-Angaben und wächst weiter stark.

Erfahren Sie mehr über den Filmverleih: www.dropoutcinema.org

September: Fairmondo

Nachhaltig, transparent, demokratisch: Fairmondo ist der erste und einzige Online-Marktplatz in Form einer Genossenschaft. Sie möchte eine faire Alternative zu den Marktriesen im Online-Handel schaffen. Das Pilotprojekt gibt es seit 2012, nachdem Fairmondo mithilfe einer Crowdfunding-Aktion genug Startkapital gesammelt hatte. Mittlerweile hat die Genossenschaft rund 2200 Mitglieder.

Demokratische Struktur, fairer Handel – und ausgeklügeltes Online-Geschäft? Die Fairmondo eG vereint genau diese Prinzipien. Die junge Genossenschaft hat eine Plattform geschaffen, auf der sowohl gewerbliche als auch private Anbieter jede Art von Artikeln verkaufen können. Besonders fördert Fairmondo jedoch fair und nachhaltig gefertigte Produkte. Das Konzept kommt an.

Schon jetzt sorgen 18.700 Anbieter für ein vielfältiges Angebot. Von Möbeln über Filme und Serien bis hin zu Lebensmitteln und Kleidung ist alles dabei. Das Sortiment wird stetig erweitert, in der Kategorie Bücher bietet der Marktplatz aber schon jetzt über zwei Millionen Artikel. Auch Dienstleistungen wie Workshops und Trainings kann man über Fairmondo erwerben, zudem gibt es die Kategorie „Zu verschenken“, in der sowohl neue als auch gebrauchte Produkte angeboten werden.

Als Genossenschaft gegründet versteht sich Fairmondo als ein Marktplatz der Nutzer. Jeder kann Anteile erwerben, das Unternehmen aktiv mitgestalten und kontrollieren. Darüber hinaus wird jedes Mitglied gemäß seinen Anteilen an späteren Gewinnen beteiligt. Der Mindestanteil für eine Einlage beträgt 10 Euro. Bisher haben sich über 2200 Mitglieder mit Einlagen bis zu 10.000 Euro an der Genossenschaft beteiligt. Dennoch, jedes Mitglied hat genau eine Stimme, egal, wie hoch der jeweilige Beitrag ist. Damit bleibt Fairmondo unabhängig von den Interessen großer Investoren. Denn dem Unternehmen geht es in erster Linie um die Sache und nicht um Geld – ein Konzept, das der Genossenschaft in diesem Jahr eine Platzierung als „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“, einer Standortinitiative der Bundesregierung, einbrachte.

 

Hier geht’s zum Marktplatz: www.fairmondo.de