GEFRAGT - DZ BANK RESEARCH IN DEN MEDIEN

21.02.2017

Spekulative Investoren in den USA bauten in der vergangenen Woche nur in geringem Umfang zusätzlich Positionen auf einen fallenden Euro-Kurs - sogenannte Short-Positionen - auf. "Der Euro-Short-Überhang ist um vergleichsweise unauffällige 1.813 Kontrakte auf 46.764 Kontrakte gestiegen", schreibt Dorothea Huttanus, Währungsanalystin bei der DZ BANK. "Die Musik am spekulativen Markt spielt offenkundig derzeit bei den Nebenwährungen." Insbesondere beim australischen und beim kanadischen Dollar stiegen die Positionen auf einen Kursanstieg gegenüber dem US-Dollar.
(BZ 21./S 14)

20.02.2017

Marine Le Pen, die französische Präsidentschaftskandidatin für die rechtspopulistische Partei Front National, will im Fall ihres Wahlsieges französische Staatsschulden im Wert von rund 1700 Mrd EUR statt in Euro in französischen Franc zurückbezahlen. "Alle Staatsanleihen, die in Europa nach nationalem Recht begeben wurden, können nach einem Austritt aus der Währungsunion in der nationalen Währung zurückbezahlt werden", sagt Stefan Bielmeier,
Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK. Andere Fachleute teilen diese Einschätzung.
(SZ 20./S 22)

Die "Welt" stellt verschiedene Szenarios für die Entwicklung der US-Politik unter Trump vor. Eine Möglichkeit wäre, dass Berater wie Steven Bannon an Einfluss verlieren. Trump agiere nach und nach wie ein konventioneller Republikaner. In die
Wahl 2020 gehe er dann mit einem leichten Amtsbonus. "Dieses Szenario wäre positiv für
den Wachstumsausblick", sagt Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK. Trump werde "Teil des politischen Betriebes und damit berechenbar". Es werden jedoch auch deutlich negativere Szenarien aufgezeigt, die für die Vereinigten Staaten einen kräftigen wirtschaftlichen Abschwung bescheren könnten.
(W 18./S 17)

Die Rally der Aktienmärkte hat auch in der letzten Woche angehalten, wenn auch aufgrund der politischen Unwägbarkeiten mit angezogener Handbremse. Die DZ BANK ist für die weiteren Aussichten zwar insgesamt zuversichtlich. Sie sieht in der sehr optimistischen Stimmung des Marktes jedoch eine Rückschlagsgefahr. Der Optimismus sei an die Aktienmärkte zurückgekehrt.
(BZ 18./S 13)

17.02.2017

In Frankreich propagiert Front National-Chefin Marine Le Pen den Euro-Ausstieg. In einem Beitrag über den Populismus in Europa stellt das „Handelsblatt“ u.a. die Frage, ob Frankreich seine Anleihen problemlos in einer neuen Währung zurückzahlen könne. Marine Le Pen meint Ja. Das muss sie auch annehmen, denn: „Wenn ein neuer Franc abwertet, würden die Schulden Frankreichs faktisch deutlich steigen", sagte DZ BANK Analyst Daniel Lenz. Doch die Rückzahlung in einer anderen Währung geht schon formal so einfach nicht, so das „Handelsblatt“. So müssen alle Staaten im Euroraum seit dem Jahr 2013 ihre neuen Anleihen mit sogenannten Collective-Action-Klauseln ausstatten. Das heißt, dass ein Land zum Beispiel die Währung der Anleihe nur ändern kann, wenn 75 % der Gläubiger zustimmen. Diese Zustimmung dürfte es aber kaum geben, so die Zeitung. Von den französischen Staatsanleihen und Geldmarktpapieren im Umfang von 1,6 Billionen Euro sind laut DZ BANK etwas mehr als die Hälfte mit diesen Klauseln ausgestattet. (HB online 16.2.)

16.02.2016

Während der Deutsche Aktienindex (Dax) in den vergangenen zehnJahren um knapp 70 % zulegte, waren es laut „Stuttgarter Zeitung“ beim M-Daxfast 130 %. Ein Grund dafür: Die im Dax vertretenen „Platzhirsche der deutschen Industrie" hätten ihre wachstumsstärkste Zeit bereits hinter sich, erläuterte Stefan Bielmeier, Chefvolkswirt und Bereichsleiter Research und Volkswirtschaft der DZ BANK. Bei den Unternehmen aus der zweiten Reihe seien dagegen noch höhere Wachstumsraten drin. Zudem wurde die Kursrally im Dax durch eine Reihe von Sonderfaktoren gebremst: „In den vergangenen Jahren hatten viele Schwergewichte des Leitindex mit erheblichen strukturellen Problemen zukämpfen", so Bielmeier.
(Stuttgarter Zeitung, S. 13)

Im Rahmen der „BöZ“-Rubrik „Kreditwürdig“ erscheint der Beitrag „Zeit ist reif für Wende in der EZB-Geldpolitik“. Autor ist Jan Holthusen, Leiter Fixed Income Research der DZ BANK. „Die Gelegenheit scheint günstig. Im Januar stieg die Inflationsrate in der Eurozone auf 1,8 %. Damit liegt sie‚ unter, aber nahe 2 %‘, sodass die Europäische Zentralbank (EZB) eigentlich vollmundig verkünden könnte, ihr Ziel weitgehend erreicht zu haben. Die Begründung für die ultra-lockere Geldpolitik sei mit hin hinfällig, die Märkte müssten sich auf den Beginn einer langsamen Normalisierung in der Geldpolitik einstellen. Solche oder ähnliche Tönesind jedoch bislang lediglich, wenn überhaupt, nur in sehr vorsichtiger Form und dann auch nur von sehr wenigen Mitgliedern des EZB-Rates zu hören. Warum ist das so?“, fragt Holthusen. Die Mehrheit im Rat wolle ihm zufolge bis auf weiteres keine Veränderung des geldpolitischen Kurses. Und mit sinkenden Teuerungsraten im Frühjahr werde der öffentliche Druck wohl auch eher wieder abnehmen, so dasserst im Herbst, wenn über die Zukunft des bislang bis mindestens Ende Dezemberlaufenden Kaufprogramms entschieden werden müsse, neue Diskussionen hierüber aufkommen dürften. „Schlüssig und im Zeitablauf konsistent ist dieKommunikation der EZB nicht. Sie riskiert damit ihre Glaubwürdigkeit. Ob sie sietatsächlich verliert, wird sich erst dann zeigen, wenn auch die langfristigen Folgenihrer Politik sichtbar werden. Die EZB darf aber nicht den Eindruck aufkommenlassen, dass sie die Zinsen nicht erhöhen und die Kaufprogramme nicht zurückfahren kann und somit die Schuldnerstaaten alimentieren muss, weil sie inzwischen zu große Anleihebestände von Staaten auf der Bilanz hat, welche die letzten Jahre nicht konsequent genug für Reformen und Schuldenabbau genutzt haben“, schreibt Holthusen.
(BöZ, S. 13)

In Fachkreisen wird einem Beitrag der „BöZ“ zufolge erwartet, dass es den EU Staaten schwerfallen wird, eine echte europäische Dachgesellschaft für faule Kredite (Non-Performing Loans, NPL) zu errichten, wäre diese doch kaum ohne das Element einer Vergemeinschaftung von Risiken über Ländergrenzen hinweg zu bewerkstelligen. Außerdem sieht die Planung bislang vor, dass bei der Übertragung von Aktiva an eine Asset Management Company (AMC) trotzdemeine Nachhaftung der Bank bestehen bleibt, sollten bei der Verwertung vonleistungsgestörten Forderungen Verluste gegenüber dem Übertragungswert realisiert werden müssen. Damit würde dann aber auf Investorenseite die Unsicherheit belassen, dass weitere Risiken in den ausgelagerten Positionen schlummern, wie die Analysten der DZ BANK laut „BöZ“ vollkommen zu Rechtanmerken. Vor welch einer Belastungsdimension Europas Banken mit einem Hochziehen der Rückstellungen für faule Kredite stehen, haben die DZ BANK Analysten berechnet: Bei einem Wertansatz zu 40 % würde für das betrachtete Universum von 111 Banken ein zusätzlicher Kapitalbedarf von 100 Mrd. Euroentstehen. Es gibt EU-weit 39 Banken in zehn Ländern, deren NPL-Quote über10 % liegt, der Schnitt beträgt 5,4 % bei einem gesamten NPL-Volumen von 1 061Mrd. Euro. ESM-Chef Klaus Regling nannte ein Zielvolumen von 200 bis 250 Mrd.Euro, das es zu übertragen gelte. Die DZ BANK Analysten weisen mit Referenzauf den EZB-Finanzstabilitätsbericht für November auf ein Problem der Portfoliostruktur hin: Ein Großteil europäischer NPLs bestehe aus Unternehmenskrediten, bei denen die Vorteile einer AMC „eher nicht zum Tragenkommen würden". Historisch hätten AMC sich bislang aber vor allem beihomogenen großvolumigen Krediten aus der Immobilienwirtschaft bewährt, wiezum Beispiel bei der irischen Bad Bank NAMA.
(BöZ, S. 3)

15.02.2017

An den Anleihemärkten steigt wegen der Präsidentschaftswahlen in Frankreich die Nervosität, heißt es in der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Die Rendite der zehnjährigen französischen Staatsanleihen erhöhte sich am Dienstag auf 1,035 % und war zum ersten Mal so hoch wie die der zehnjährigen Staatsanleihen aus Irland, dessen Kreditwürdigkeit von Ratingagenturen deutlich schlechter eingestuft wird als  Frankreichs Bonität. „Das ist ein ziemlich beeindruckender Trend und er zeigt, wie sehr die Politik derzeit die Märkte bestimmt", sagte DZ BANK Analyst Daniel Lenz. (SZ, S. 24, Der Standard, S. 20)